Junge Philharmonie Mansfeld-Südharz

Junge Philharmonie Mansfeld-Südharz: Erst zu Luther, dann zur See

Sangerhausen - Die Schulklingel ist kaum verstummt, da hat Laura Maeke schon wieder ihre Geige eingepackt. Es ist Freitagnachmittag, doch während andere ins Wochenende starten, gönnt sich die 17-Jährige nur eine kurze Pause. Weiterlernen ist angesagt. Üben bis Sonntag und zwar für Martin Luther. Denn irgendwie kommt auch die junge Musikerin in diesem Jahr nicht an diesem großen Namen vorbei. Luther im Notenheft, die Lutherrose auf Konzertplakaten. Für Laura Maeke und 40 andere junge Musiker bestimmt der Reformator gerade zwei ...

Von Lucas Wölbing 16.03.2017, 11:03

Die Schulklingel ist kaum verstummt, da hat Laura Maeke schon wieder ihre Geige eingepackt. Es ist Freitagnachmittag, doch während andere ins Wochenende starten, gönnt sich die 17-Jährige nur eine kurze Pause. Weiterlernen ist angesagt. Üben bis Sonntag und zwar für Martin Luther. Denn irgendwie kommt auch die junge Musikerin in diesem Jahr nicht an diesem großen Namen vorbei. Luther im Notenheft, die Lutherrose auf Konzertplakaten. Für Laura Maeke und 40 andere junge Musiker bestimmt der Reformator gerade zwei Probewochenenden.

Denn am 2. April will die Junge Philharmonie Mansfeld-Südharz in Sangerhausens Jacobikirche zeigen, welche Klänge Luther für die Ohren bereithielt. „Ein feste Burg“ ist das Konzerterlebnis betitelt, das dann am 23. April in Hettstedt noch einmal präsentiert wird.

„Der Titel“, erklärt Sebastian Theilig von der Kreismusikschule, „nimmt Bezug auf eines von Luthers Kirchenliedern und zieht sich wie ein roter Faden durchs Konzert.“ Vor allem spätere Adaptionen von Luthers Lied – etwa von Felix Mendelssohn Bartholdy – werden zu hören sein, aber auch ganz andere Klänge rund ums Thema Reformation. Und Laura Maeke spielt dabei die erste Geige. Konzertmeisterin nennt sich das bei der Jungen Philharmonie, dem einzigen Orchester der Kreismusikschule.

Mittlerweile ist die Schülerin so etwas wie die rechte Hand von Orchesterleiter Christian Beyer. Sie hat dafür gesorgt, dass alle Musiker vom neuen Konzertprojekt erfahren. Denn eine feste Besetzung gibt es bei der Philharmonie nicht. Die meisten Musiker spielen zwar gemeinsam in anderen kleineren Ensembles, doch zum großen Orchester wird nur zweimal im Jahr eingeladen. „Normalerweise war das immer Aufgabe unserer Musiklehrer“, sagt Laura. „Aber ich konnte mir vorstellen, wie es war, wenn ständig jemand bei ihnen aufkreuzte, weil Noten oder eine Einladung gefehlt haben.“ Also wollte die junge Geigerin ihnen helfen und hat die Planung der Probewochenenden übernommen. „Das Orchester hat mir so viel gebracht“, schwärmt sie. „Da wollte ich einfach etwas zurückgeben.“

Laura Maeke spielt schon seit acht Jahren in der Philharmonie. Sie hat hier, wie sie sagt, als „unerfahrene Geigerin“ angefangen und dazugelernt. „Alleine spielen ist zwar schön und gut“, findet sie, „aber nicht zu vergleichen mit der Erfahrung eines großen Orchesters.“ Dass sie viele ihrer Mitstreiter erst zur Probe sieht, ist für sie kein Problem. „Natürlich sind die ersten Versuche mit den neuen Stücken chaotisch“, meint sie lachend. „Aber schon nach wenigen Minuten harmonieren wir.“ Normalerweise greift die Junge Philharmonie auf ein buntes Repertoire zurück, oft auf Musicalhits oder Filmmusik. Im Lutherjahr ist das erstmals anders. „Ein feste Burg“ sei das erste Konzert, das sich allein auf festliche und besinnliche Klänge verlässt, erklärt Sebastian Theilig. „Es wird etwas klassischer als sonst.“

Doch für 2017 steht noch eine zweite Premiere auf dem Programm: Erstmals versucht sich das Orchester an einer Operette. Die heißt „H.M.S. Pinafore“, stammt vom Englischen Komponisten-Duo Gilbert und Sullivan und erzählt von einer Dreiecksbeziehung auf dem titelgebenden Schiff.

Das Konzert „Ein feste Burg“ findet am 2. April in der Jacobikirche Sangerhausen und am 23. April in der Jacobikirche Hettstedt statt, jeweils 16 Uhr.

(mz)