Freie Sekundarschule Riestedt Freie Sekundarschule Riestedt: Schulstart mit fünfter Klasse vorgesehen

Riestedt - Die neue private Sekundarschule in Riestedt soll zu Beginn des Schuljahres 2020/21 mit einer fünften Klasse und 25 Schülern starten. Das sagte Denis Vogler, der Geschäftsführer der Freie Grundschule Riestedt GmbH, die auch Träger der weiterführenden Schule sein wird, jetzt auf Anfrage der Mitteldeutschen Zeitung.
Dass in Riestedt vorerst nur eine fünfte Klasse unterrichtet wird, liegt an der dreijährigen Bewährungsphase, die die neue Schule nach ihrer Gründung überstehen muss. In dieser Zeit bekommt sie keinerlei Zuschüsse vom Land und muss sich allein aus Spenden und dem Schulgeld tragen. Das wird bei 150 Euro im Monat liegen.
Lehrer fehlen
„Für zwei Klassen bräuchten wir mehr Lehrer“, sagt Vogler. Das wäre finanziell deutlich schwieriger zu stemmen. Den Unterricht für die eine Fünfte kann man dagegen auf Honorarbasis absichern.
Die Stunden in den Nebenfächern werden zum einen Lehrer der Freien Grundschule geben, die auch zum Unterrichten an einer Sekundarschule berechtigt sind. Zum anderen werden Lehrer von staatlichen Schulen nebenberuflich Stunden in Riestedt halten. Im nächsten Schuljahr brauche man deshalb nur eine zusätzliche Vollzeit-Stelle - das wird die der Klassen- und Schulleiterin sein, sagt Vogler.
Auch für diesen Posten ist die Besetzung schon klar. Die künftige Schulleiterin habe sich in Riestedt gemeldet, nachdem die MZ von den Plänen zur Gründung einer Freien Sekundarschule berichtet hatte, erzählt Vogler.
Kinder wechseln von Freier Grundschule
Die Pädagogin sei zurzeit an einer öffentlichen Schule angestellt, sehe aber in dem neuen Job die Möglichkeit, den Lehrerberuf so auszuüben, wie sie sich das vorstelle. Sie habe auch schon am Konzept der neuen Schule mitgearbeitet.
In der vergangenen Woche habe es eine Zusammenkunft der künftigen Lehrkräfte gegeben. Dabei habe man gleich bei allen einen guten Draht gespürt, sagt Vogler.
Bei den 25 Schülern der neuen Fünften handelt es sich um Kinder, die jetzt schon die Freie Grundschule Riestedt besuchen. Die Eltern haben sie für die weiterführende freie Schule angemeldet.
Weil die Klasse damit mehr als voll ist, könne man auch keine weiteren Schüler von anderen Grundschulen aufnehmen, sagt Vogler. Künftig soll das aber nicht ausgeschlossen sein, wenn in den Klassen noch Plätze frei sind.
Zweizügig in drei Jahren
Die Sekundarschule soll Stück für Stück aufwachsen, jedes Schuljahr um eine weitere Klassenstufe. „Nach den drei Jahren Bewährungsphase ohne staatlichen Zuschuss wollen wir auch an der Sekundarschule zweizügig werden“, kündigt Vogler an.
Bis zum 31. Dezember hat die Freie Grundschule Riestedt GmbH noch Zeit, beim Landesschulamt ihren Antrag auf Errichtung der Freien Sekundarschule einzureichen. „Bis zum Frühjahr werden wir dann eine Benachrichtigung bekommen, falls noch Dinge nachzubessern sind“, sagt Vogler.
Er blickt der Gründung optimistisch entgegen. „Wir sind ein Träger, der schon Erfahrung hat“, sagt der Geschäftsführer. Auch damit, wie man drei Jahre ohne öffentlichen Zuschuss überstehen kann.
Die Freie Grundschule in Riestedt wurde 2008 eröffnet. Eine private Initiative wollte nach der Schließung der staatlichen Schule im Ort eine Alternative schaffen. Die allererste Klasse hatte damals 14 Schüler, inzwischen lernen 150 Kinder an der Einrichtung, die 2011 die staatliche Anerkennung erhielt. (mz)