Besucher treten auf die Grabplatten

Ärger an grüner Wiese mit Namensstein auf Friedhof in Allstedt

Ortschaftsrat spricht sich nach Vor-Ort-Termin für die Umgestaltung der Urnengemeinschaftsanlage aus.

Von Grit Pommer 15.01.2022, 12:00
Die Urnengemeinschaftsanlage mit  Namenssteinen auf dem Friedhof in Allstedt.
Die Urnengemeinschaftsanlage mit Namenssteinen auf dem Friedhof in Allstedt. (Foto: Maik Schumann)

Allstedt/MZ - Kein pflegeaufwändiges Grab, aber auch nicht komplette Anonymität auf der grünen Wiese - diesem Wunsch vieler Hinterbliebener hatte der Allstedter Stadtrat im vergangenen Jahr entsprochen und in der Friedhofssatzung auch für die Ortsteile Allstedt, Emseloh, Holdenstedt, Katharinenrieth, Liedersdorf, Mittelhausen, Niederröblingen, Sotterhausen, Winkel und Wolferstedt die Bestattungsform der Urnengemeinschaftsanlage mit Namensstein eröffnet.

In Allstedt allerdings gibt es nun Ärger. Der Ortschaftsrat beschäftigte sich unlängst mit Beschwerden über die relativ neue Urnengemeinschaftsanlage mit individueller Kennzeichnung. „Mehrere Leute haben das Problem an uns herangetragen“, sagt Ortsbürgermeister Thomas Schlennstedt (SPD). Die Ruhestätten und Namenssteine in der Anlage seien in Reihen hintereinander angeordnet.

„Selbst Kinder fahren mit dem Fahrrad drüber.“

Immer wieder sei es vorgekommen, dass Angehörige, die Steine in einer der hinteren Reihen reinigen oder etwas darauf ablegen wollten, dazu über die davor liegenden Namenssteine hinweggelaufen seien. Sehr zum Ärger anderer Hinterbliebener. „Wir haben uns das mal vor Ort angeschaut“, sagt Schlennstedt. „Selbst Kinder fahren da mit dem Fahrrad drüber.“

Im Ortschaftsrat sei man zu der Meinung gekommen, dass die Anlage am besten anders gestaltet werden „müsste. Statt in Rasen sollte sie besser in Schotter eingefasst sein. Dazu allerdings wäre erneut eine Änderung der Friedhofssatzung notwendig. Denn dort heißt es: „Urnengemeinschaftsanlagen sind Grabanlagen für die Beisetzung von Urnen innerhalb einer Rasenfläche“. Etwas anderes als Wiese wäre also momentan nicht satzungskonform.

Blumenschmuck soll nicht auf den Rasen

Die Satzung schreibt indes auch vor, dass Blumen in der UGA nicht direkt an der Grabstätte, sondern in dem dafür vorgesehenen Bereich abgelegt werden müssen - eben um zu verhindern, dass auf den Ruhestätten herumgelaufen wird.

Allerdings hätten sich auch Leute über den Zustand der Ablagestelle für den Blumenschmuck beklagt, sagt Schlennstedt. Der müsse auf jeden Fall ansprechender gestaltet werden, damit die Leute ihn auch annehmen.