Lesen und Rechnen

Lesen und Rechnen: Lemke-Stiftung ermöglicht Unterricht für Menschen mit Behinderung

Querfurt - Menschen mit Behinderung können bei der Heilpädagogischen Hilfe Querfurt weiterhin im Lesen, Schreiben und Rechnen unterrichtet werden. Der seit Mitte vergangenen Jahres von der Kreisvolkshochschule Saalekreis (KVHS) angebotene Kurs kann dank der finanziellen Unterstützung der Lemke-Stiftung aus Querfurt fortgeführt werden. Weil am 30. Juni das vom Europäischen Sozialfonds (ESF) geförderte Projekt Alphabetisierung und Grundbildung ausgelaufen war, stand der Kurs vor dem ...

Von Anke Losack

Menschen mit Behinderung können bei der Heilpädagogischen Hilfe Querfurt weiterhin im Lesen, Schreiben und Rechnen unterrichtet werden. Der seit Mitte vergangenen Jahres von der Kreisvolkshochschule Saalekreis (KVHS) angebotene Kurs kann dank der finanziellen Unterstützung der Lemke-Stiftung aus Querfurt fortgeführt werden. Weil am 30. Juni das vom Europäischen Sozialfonds (ESF) geförderte Projekt Alphabetisierung und Grundbildung ausgelaufen war, stand der Kurs vor dem Aus.

Vom Unterricht überzeugt

Wie Dieter und Susanne Lemke von der Stiftung sagen, haben sie aus der MZ davon erfahren, dass der Unterricht finanziell auf der Kippe steht. Sie haben daraufhin mit Nicole Rotzsch, Geschäftsführerin der Heilpädagogischen Hilfe, Kontakt aufgenommen. Diese lud sie in die Werkstatt für behinderte Menschen in Querfurt ein. „Wir konnten da mal am Unterricht teilnehmen“, erklärt Susanne Lemke. „Mit wie viel Freude, wie viel Interesse die Teilnehmer dabei sind und die Dozentin Wissen vermittelt, wow“, zeigt sie sich begeistert. Für die 62-Jährige und ihren Mann (69) stand als Antwort auf die Frage einer finanziellen Unterstützung fest: „Es lohnt sich auf jeden Fall.“ Die Stiftung sorgt nun also dafür, dass ein Dozent der KVHS bis Ende dieses Jahres 21 Menschen mit Beeinträchtigung in zwei Kursen weiter unterrichten kann.

Die Dieter und Susanne Lemke-Stiftung aus Querfurt ist im Herbst 2015 gegründet worden. Das Ehepaar hat als Grundkapital Immobilien in die Stiftung eingebracht. Beispielsweise die Mieteinnahmen können für die Zwecke der Stiftung eingesetzt werden. Die Lemke-Stiftung engagiert sich für Bildung und Erziehung, für Kinder und Jugendliche sowie in der Altenhilfe vorrangig in der Region Querfurt. So hat die Stiftung zum Beispiel die Ausstattung der Grundschulen in Querfurt, Schmon, Farnstädt und Barnstädt mit interaktiven Tafeln finanziell unterstützt. „Wir bleiben mit unserer Stiftung in unserer Region“, erklärt Dieter Lemke.

KVHS glücklich über den Einsatz der Lemke-Stiftung

„Es ist ganz toll, dass es die Stiftung gibt“, meint Nicole Rotzsch und fügt an: „Für unsere Region ist sie ganz wertvoll.“ Susanne und Dieter Lemke haben die Heilpädagogische Hilfe und deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit ihrer finanziellen Unterstützung glücklich gemacht. „Die lückenlose Fortführung des Unterrichts ist ganz wichtig, um das Gelernte weiter zu festigen“, so die Geschäftsführerin.

Wäre die Stiftung bei der Finanzierung nicht eingesprungen, hätte der Kurs bis Ende dieses Jahres ausgesetzt werden müssen. „Wir hätten nichts machen können“, sagt Astrid Gläser-Müller, Leiterin der KVHS-Außenstelle Querfurt. Das ESF-Projekt Alphabetisierung und Grundbildung wurde finanziell zu 80 Prozent gefördert, 20 Prozent zahlte die Bildungseinrichtung aus dem Landkreis.

Gläser-Müller zeigt sich ebenfalls froh und glücklich, dass der Kurs weitergehen kann. Die Teilnehmer haben ihrer Meinung nach noch viel Potenzial, „was man rauskitzeln kann“. Die finanzielle Unterstützung der Stiftung soll eine „Brückenlösung“ sein. Wie Gläser-Müller erklärt, will die KVHS versuchen, im Januar mit einem ESF-Projekt Alphabetisierung und Grundbildung wieder zu starten. Der Antrag sei in Vorbereitung. Gläser-Müller und Rotzsch hoffen, dann gleich für drei Jahre finanzielle Sicherheit für den Unterricht zu bekommen. (mz)