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Verkehrslandeplatz Asmusstedt Verkehrslandeplatz Asmusstedt: Ein Flugplatz bei Ballenstedt zwischen Luftverkehr und Boss-Hoss-Meeting

Von Rita Kunze 04.12.2016, 09:00
Torsten Krauß, selbst ein begeisterter Pilot, hat Dienst im Tower.
Torsten Krauß, selbst ein begeisterter Pilot, hat Dienst im Tower. Chris Wohlfeld

Asmusstedt - Felix legt fauchend die Ohren an. Gerade wollte sich’s der rot-weiß gescheckte „Flugplatzkater“ auf der noch warmen Motorhaube eines geparkten Autos gemütlich machen, als ihm ein startender Hubschrauber das Nickerchen verdirbt.

Das Brummen der Rotoren dringt auch durch die geschlossenen Fenster ins Büro von Uwe Gröschler und seinem Kollegen Torsten Krauß. Der Geschäftsführer der Flugplatz Ballenstedt GmbH und der Flugleiter haben Dienst auf dem Verkehrslandeplatz Asmusstedt.

Der kleine Tower ist zweckmäßig eingerichtet; von hier aus werden zum Beispiel die Tankstellen, die Nachtflugbefeuerung und die Ampeln gesteuert, mit denen die Landstraße am Flugplatz beim Starten und Landen größerer Flugzeuge gesperrt wird. Ein Computer erfasst die Flugbewegungen, an einem anderen können Wetterinformationen abgerufen oder flugrelevante Informationen veröffentlicht werden - wenn zum Beispiel die Landebahn wegen Schnee oder Eis gesperrt ist. „Aber das passiert seit einigen Jahren immer seltener“, sagt Gröschler. Der Klimawandel macht sich bemerkbar.

In Asmusstedt starten und landen mehr als 20.000 Maschinen im Jahr

An der Wand hängen zwei Uhren: Eine zeigt die „normale“ Zeit an, die andere die so genannte koordinierte Weltzeit, die in der Luftfahrt gebräuchlich ist. Drei große Fenster geben den Blick frei auf eine weite Landschaft. „Bei gutem Wetter haben wir jeden Tag Brockenblick“, sagt Krauß und deutet auf das Bergmassiv am Horizont.

Die Region lockt Flieger aus dem In- und Ausland an. Jährlich gibt es mehr als 20 000 Flugbewegungen; starten und landen kann hier alles, was nicht schwerer ist als 5,7 Tonnen. Den Motorflugzeugen, -seglern und Ultraleichtflugzeugen stehen dafür eine 805 Meter lange, asphaltierte Start- und Landebahn, eine 560 Meter lange Grasbahn und eine Segelflugfläche zur Verfügung. Hinzu kommt ein Hubschrauberlandeplatz.

Von Boss-Hoss-Meeting bis zum Rockharz-Festival

Doch nicht nur Luftsportbegeisterte kommen gern nach Asmusstedt. Der Flugplatz muss sein Geld selbst erwirtschaften, und mit dem Flugbetrieb allein ist das nicht zu schaffen. So treffen sich hier jedes Jahr beispielsweise auch Biker beim Internationalen Boss-Hoss-Meeting, ebenso Zehntausende Musikfans, die im Juli das Rockharz-Festival und im August das Sommercamp des Radiosenders 89,0 besuchen.

„Wir müssen flexibel sein, was unseren Arbeitsplatz betrifft“, sagt Gröschler. „Auf dem 72 Hektar großen Gelände gibt es jeden Tag etwas zu tun.“ Die Landebahnen und Tankstellen werden kontrolliert, Reparaturen erledigt. Und es werden demnächst Blockhütten für ein kleines Fliegerdorf errichtet, in denen vor allem Segel- und Motorflieger übernachten können.