dreifache Mutter erlitt schwerste Verletzungen

Unfalltragödie im Vorharz sorgt für Betroffenheit - Spendenaktion für Opfer gestartet

Bei einem Unfall auf der L66 zwischen Hedersleben und Heteborn hat eine dreifache Mutter schwerste Verletzungen erlitten. Nun wurde eine Spendenaktion gestartet.

Von Uta Müller und Dennis Lotzmann Aktualisiert: 17.08.2022, 09:54
Nach dem Unfall zwischen Hedersleben und Heteborn markiert die Polizei die Spuren der beteiligten Fahrzeuge. Am nächsten Tag startete eine Drohne zu Aufnahmen aus der Luft.
Nach dem Unfall zwischen Hedersleben und Heteborn markiert die Polizei die Spuren der beteiligten Fahrzeuge. Am nächsten Tag startete eine Drohne zu Aufnahmen aus der Luft. Foto: Polizei/Zentraler Verkehrs- und Autobahndienst

Hedersleben/Heteborn/MZ/VS - Fassungslosigkeit und Entsetzen herrschen nach dem schweren Unfall, der sich am Montag zwischen Hedersleben und Heteborn ereignet und bei dem eine dreifache Mutter schwerste Verletzungen erlitten hat. Die Polizei versucht nun, den Hergang zu klären.

Am Tag nach dem verheerenden Zusammenstoß auf der Landesstraße 66 erinnern nur noch farblich markierte Spuren an die Tragödie, die sich am Montag hier abgespielt hatte. Auch die Beamten der Autobahnpolizei Hohenwarsleben und Blankenburg, die routinemäßig für die Aufnahme und Bearbeitung schwerer Unfälle im Harzkreis zuständig sind, absolvieren an diesem Dienstagmorgen ihr „normales“ Tagesprogramm. Im konkreten Fall heißt das: Um die Abläufe des folgenschweren Frontalcrashs so genau wie möglich nachvollziehen zu können, wird die Unfallstelle mittels Luftbildern dokumentiert.

Zu diesem Zweck steigt gegen 9 Uhr eine Drohne auf, um die Reifen- und Bremsspuren ebenso wie die endgültige Stellung der beiden beteiligten Fahrzeuge für die spätere Unfallauswertung aufzunehmen. Letzteres war am Montagabend wegen der einbrechenden Dunkelheit nicht mehr möglich. Zuvor hatten die Rettung der vier teilweise schwer verletzten Unfallopfer sowie die Bergung von Laster und Transporter Priorität.

Der genaue Hergang des Unfalls (die MZ berichtete am Dienstag) ist laut Autobahnpolizei noch unklar. Klar ist bislang nur, dass ein offenbar unbeladener Laster, der zwischen Heteborn und Hedersleben unterwegs war, in einer abschüssigen Rechtskurve auf die Gegenfahrbahn geriet und dort frontal mit einem entgegenkommenden Transporter kollidierte. In dem Transporter saßen eine 39-jähriger Fahrerin aus Heteborn sowie ihre drei Kinder im Alter von einem und zwei Jahren. Die Frau am Steuer wurde eingeklemmt und erlitt schwerste Verletzungen. Sie wurde mit dem Rettungshubschrauber in das Klinikum Bergmannstrost nach Halle geflogen. Der gerade einjährige Sohn wird im Ameos-Klinikum Halberstadt behandelt. Die beiden Mädchen – zweijährige Zwillinge – befinden sich in der Klinik Aschersleben unter Beobachtung.

Ermittlungen zur Unfallursache laufen

Zur Unfallursache konnte eine Sprecherin der Autobahnpolizei am Dienstag keine Angaben machen. Die Ermittlungen liefen noch.

Möglicherweise war der 26 Jahre alte Lkw-Fahrer auf der leicht abschüssigen Straße in Richtung Hedersleben zu schnell unterwegs und verlor daraufhin in der Rechtskurve die Kontrolle über sein tonnenschweres Gespann. Womöglich könnten auch ein Gewitter und die daraufhin regennasse Fahrbahn eine Rolle spielen. Dies sind bislang jedoch Spekulationen.

Der Rettungshubschrauber aus Halle, der die schwerverletzte Mutter in die Spezialklinik nach Bergmannstrost brachte.
Der Rettungshubschrauber aus Halle, der die schwerverletzte Mutter in die Spezialklinik nach Bergmannstrost brachte.
Foto: FFW Hedersleben

Steffen Theuke von der Freiwilligen Feuerwehr Hedersleben war einer der ersten Helfer an der Unfallstelle. Gemeinsam mit Kamerad Eiko Rinn bediente er nach Absprache mit dem eingeflogenen Notarzt das hydraulische Rettungsgerät. Mit Schere und Spreizer wurde die eingeklemmte Person befreit. „Das war auch für uns kein leichter Einsatz“, so der Feuerwehrmann. Vor Ort waren 23 Einsatzkräfte der Feuerwehren aus Hedersleben, Heteborn und Ditfurt.

Spendenaktion für die junge Familie

Derweil startete Sylvia Polter aus Hedersleben eine Spendenaktion für die junge Familie. Bei der Harzsparkasse hat die Freundin des Unfallopfers ein Sammelkonto eingerichtet. Dabei handelt es sich um ein Konto, das aufgrund der privaten Initiative kostenfrei zur Verfügung gestellt werde, wenn die Spende ausdrücklich der Familie zugute komme, erklärt sie. Deshalb könne keine Spendenquittung ausgestellt werden, so die 59-Jährige weiter. „Ich möchte einfach schnell und unbürokratisch helfen“, sagt die Hederslebenerin tief betroffen. Der Vater der drei Kinder stehe noch unter Schock. „Es gibt viele Menschen, die etwas tun wollen. Wir werden alles unternehmen, um die Angehörigen in jeder Art und Weise zu unterstützen, die uns möglich ist“, sagt Polter. Sie kann sich vorstellen, dass die Familie wieder ein Auto benötige. „Ich versuche zu helfen und organisiere ein paar Kleinigkeiten im Hintergrund, um der Familie Mut und Kraft zu geben, und damit sich die Oma um die Zwillinge kümmern kann.“

Wer die junge Familie unterstützen möchte, kann sich an Sylvia Polter unter 0175/9 22 87 91 wenden oder Spenden auf folgendes Konto der Harzsparkasse überweisen: IBAN DE82 8105 2000 1901 6321 01, BIC NOLADE21HRZ.