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Waldsterben und Wiederaufforstung im Harz Tausende neue Bäume gepflanzt - Experte erklärt, was der Harzer Wald jetzt braucht

Dürre, Brände und Borkenkäfer haben den Wäldern im Harz massiv geschadet. Welche Herausforderungen und Chancen es jetzt für die Region gibt, erläutert der Naturschutzexperte Uwe Wegener am 30. Januar in Ballenstedt.

Von Rita Kunze 27.01.2026, 14:00
Das Fichtensterben hat viele Gebiete im Harz kahl werden lassen, durch Naturverjüngung werden sie wieder grün.
Das Fichtensterben hat viele Gebiete im Harz kahl werden lassen, durch Naturverjüngung werden sie wieder grün. Foto: Maik Schumann

Ballenstedt/MZ. - Abgestorbene Bäume, kahle Flächen - der Harzer Wald hat gelitten durch Trockenjahre, Waldbrände und Fichtensterben durch massiven Borkenkäferbefall. Jetzt verändert er sein Gesicht durch Naturverjüngung und durch groß angelegte Aufforstungsaktionen; zu den jüngsten gehört die Pflanzung von mehr als 10.000 Buchen, Lärchen, Fichten und anderen Baumarten an nur einem Tag Ende November 2025 nahe der Rappbodetalsperre.

Doch welche Effekte haben solche Aktionen? Was ist nötig, damit die Wälder dem sich verändernden Klima standhalten, und was bedeutet der Waldumbau für die Natur? Einer der angesehensten Naturschützer im Harz, der Agrar- und Forstwissenschaftler Uwe Wegener, betrachtet die aktuellen Herausforderungen und Chancen für die Wälder der Region in einem Vortrag, mit dem er am kommenden Freitag, dem 30. Januar, in Ballenstedt zu Gast ist. Die gemeinsame Veranstaltung von Schlossparkverein Ballenstedt und Jägerschaft Quedlinburg findet ab 19 Uhr im Nordflügel des Ballenstedter Schlosses statt.

Jagd und Forstwirtschaft sollen gemeinsame Strategien zum Waldbau planen

„Gerade wir Jäger arbeiten mit der Forstwirtschaft eng zusammen - zwecks des neuen Waldbaus, weil wir natürlich aufpassen müssen, dass die Wildbestände wegen der Verbissschäden moderat bleiben“, sagt Alexander Schröder, Leiter des Hegerings Ballenstedt. „Zusätzlich haben wir das Problem, dass durch die vielen neuen Anpflanzungen das Wild extrem viel Deckung hat und wir es schwierig bejagen können. Da müssen wir gucken, dass wir nicht wieder in diesen Konflikt kommen, Überbestand zu haben. Das ist ein bisschen schwierig.“

„Das Beste ist, wenn Jagd und Forstwirtschaft gemeinsame Strategien planen“, so Schröder weiter. „Uns ist das auch wichtig, weil wir noch relativ viele Kahlflächen haben, die noch nicht aufgeforstet worden sind.“ Im Vortrag soll darüber ein Überblick gegeben werden.

Uwe Wegener, 1941 in Halberstadt geboren, war maßgeblich am Aufbau des Nationalparks Harz in Sachsen-Anhalt beteiligt, wurde 1991 dessen wissenschaftlicher Leiter und wurde Anfang der 2000er mit der Projektleitung Forschung im Nationalpark betraut. Er betrachte den Wald nicht als Rohstofflieferant für Holz, so Schröder weiter, sondern aus ökologischer Perspektive.