Sternwarte in Quedlinburg

Sternwarte in Quedlinburg: Auch ein Platz für Konzerte und Hochzeiten

Quedlinburg - 2017 könnte für den Verein Sternwarte Quedlinburg ein ganz besonderes Jahr werden. Denn mit ein klein wenig Glück steht ein großer Förderbescheid ins Haus, der sein Projekt entscheidend voranbringen könnte: Das ehemalige Wasserwirtschaftsgebäude auf dem Strohberg soll in eine Sternwarte umgebaut und gleichzeitig die umliegenden Räume für Veranstaltungen nutzbar gemacht werden. Um sich dauerhaft selbst finanzieren zu können, soll ein Konzept umgesetzt werden, das Einnahmequellen schafft, berichtet der Vereinsvorsitzende Hendrik ...

Von Sabine Herforth 26.01.2017, 15:31

2017 könnte für den Verein Sternwarte Quedlinburg ein ganz besonderes Jahr werden. Denn mit ein klein wenig Glück steht ein großer Förderbescheid ins Haus, der sein Projekt entscheidend voranbringen könnte: Das ehemalige Wasserwirtschaftsgebäude auf dem Strohberg soll in eine Sternwarte umgebaut und gleichzeitig die umliegenden Räume für Veranstaltungen nutzbar gemacht werden. Um sich dauerhaft selbst finanzieren zu können, soll ein Konzept umgesetzt werden, das Einnahmequellen schafft, berichtet der Vereinsvorsitzende Hendrik Brücke.

Das Vorhaben wurde Ende 2016 vom Regionalmanagement Leader-Region Nordharz mit einer Viertelmillion Euro in die Prioritätenliste 2017 aufgenommen.

Wie sie das Geld im Falle der Förderung einsetzen wollen, haben die Vereinsmitglieder ganz genau ausgearbeitet, und sie denken dabei wesentlich weiter, als nur an das Beobachten von Sternen. Um sich dauerhaft selbst finanzieren zu können, soll ein Konzept umgesetzt werden, das Einnahmequellen schafft, berichtet der Vereinsvorsitzende Hendrik Brücke. So könnten dort,  wo früher  durchschnittlich 800.000 Liter Trinkwasser durchrauschten, schon bald Hochzeitsgesellschaften feiern, Konzerte stattfinden oder Astronomiebegeisterte die Sonne  beobachten.

Die großen Gewölbe, die einst als Trinkwasserreservoir dienten, sollen nun zu einem Veranstaltungsort umgebaut werden. Dazu muss zunächst ein Feuchtigkeitsproblem gelöst werden. Derzeit dringt Wasser von oben ein. „Wir müssen das alles runternehmen“, erklärt Brücke mit Blick auf die Fläche über den Gewölben. Gut 80 Zentimeter Erde müssen abgetragen werden, gleichzeitig werden die Lüftungsöffnungen - für die nachtaktiven Astronomen ziemliche Stolperfallen - entfernt.

„Dann kommen eine Sperrschicht und eine Isolierung drauf“, so der Vereinsvorsitzende. Die Isolierung sei vor allem nötig, um die ganzjährig acht Grad kalten Räume beheizen zu können, ohne zu viel Wärme zu verlieren. „Und dann kommt wieder Erde drauf.“

Viele Besucher sollen zudem mit einem ganz besonderen Highlight gelockt werden - ein Alleinstellungsmerkmal der Quedlinburger Sternwarte. Denn der Verein plant ein unterirdisches Sonnen-Observatorium. Durch eine Spiegelkonstruktion soll eine hochauflösende Projektion des Sterns möglich werden, die mit zwei Metern Durchmesser wohl auch eine der größten der Region werden wird. Dann können Besucher auch tagsüber spannende Beobachtungen machen. Das Observatorium könne zudem zusammen mit dem Gesamtprojekt gefördert werden, so Brücke weiter.

Bis es aber so weit ist, werden weiter Sterne und Planeten am Nachthimmel beobachtet. Im Frühjahr wollen die Vereinsmitglieder ihre Sternwarte für die Öffentlichkeit zugänglich machen. Bis dahin, so hofft Hendrik Brücke, ist auch das fehlende Spezialstativ für das große Teleskop eingetroffen und montiert.

Die geplanten Arbeiten zu dem Großprojekt Wasserreservoir können beginnen, sobald dem Verein der Fördermittelbescheid vorliegt.

(mz)