Schadstoffe im Fußboden

Sanierung des Erxleben-Hauses vom GutsMuths-Gymnasium Quedlinburg dauert länger: Schadstoffe im Fußboden

Quedlinburg - Das hat auch Einfluss auf die geplante Bauzeit: Bisher war vorgesehen, dass die Schüler und Lehrer in den Winterferien 2021 in das Haus zurückziehen. „Jetzt ist das für die Pfingstferien geplant“, sagt Frank Rumpel, stellvertretender Schulleiter des GutsMuths-Gymnasiums.

Von Petra Korn 13.10.2020, 11:58

Leuchtend weiß mit einzelnen gelben, orangen, roten oder blauen Feldern - die Fassade des GutsMuths-Gymnasiums im Quedlinburger August-Bebel-Ring präsentiert sich nicht nur mit frischer Farbe. Sie hat auch eine Dämmung erhalten.

Die Arbeiten sind Teil einer energetischen Sanierung des Erxleben-Hauses, die der Landkreis Harz gerade mit Hilfe von Fördergeld aus dem Programm Stark III umsetzt. Die sind weit vorangeschritten: Auch das Dach ist neu, noch nicht erneuerte Fenster sind ausgetauscht. Restarbeiten sollen laut Gebäude- und Schulverwaltungsamt des Landkreises bis Dezember abgeschlossen sein.

Weiter vorangeschritten sein sollten eigentlich auch die Arbeiten im Inneren des Hauses, mit denen beispielsweise Auflagen des Brandschutzes erfüllt werden und die der Landkreis allein finanziert.

Doch hier gab es ein unerwartetes Problem in den Fußböden, die ebenfalls erneuert werden: Nachdem die alten Beläge aufgenommen waren, ergab eine Probebohrung, dass eine Sperrschicht unter dem Estrich mit Schadstoffen belastet war.

Davon war zuvor nichts bekannt, die Sperrschicht mit Estrich und Bodenbelag auch „übersiegelt“, sodass hier nichts nach außen dringen konnte. Jetzt aber musste ein Gutachter eingeschaltet werden, eine Schadstoffsanierung in den Fußböden erfolgen.

Der gesamte Innenausbau musste wegen der Sanierung der Schadstoffe verschoben werden

Und der Start der Arbeiten für den Innenausbau - darunter der Trockenbau, um neue Wände in den Sanitärbereichen einzuziehen, der Heizungsbau und die Elektroinstallation - mussten warten, bis die Schadstoffsanierung abgeschlossen war, eine Freigabe der Räume erfolgen konnte.

Das hat auch Einfluss auf die geplante Bauzeit: Bisher war vorgesehen, dass die Schule in den Winterferien 2021 in das Haus zurückzieht. „Jetzt ist das für die Pfingstferien geplant“, sagt Frank Rumpel, stellvertretender Schulleiter des GutsMuths-Gymnasiums.

Der Schulbetrieb war für die Zeit der Arbeiten im Herbst vergangenen Jahres in einen Ersatzbau auf dem Schulgelände ausgelagert worden. In dem gibt es gute Bedingungen: „Wir hatten Elternabende und einen Tag der offenen Tür. Die Besucher waren angenehm überrascht“, berichtet Frank Rumpel.

Wie er hinzufügt, sei der Schulbetrieb so organisiert worden, dass die Klassenstufen fünf bis acht im Ersatzbau am Erxleben-Haus unterrichtet werden und die neunten Klassen bereits mit im Schulhaus im Konvent.

Auch die Fußböden in der Berufsschule in der Weyhestraße wurden überprüft

Nach dem Feststellen der Schadstoffbelastung im Erxleben-Haus sind auch gleich die Fußböden im Gebäude der Berufsbildenden Schule in der Weyhestraße überprüft worden. An dem ebenfalls zu DDR-Zeiten errichteten Haus wird derzeit ebenfalls im Auftrag des Landkreises gebaut, wobei ebenfalls mit Hilfe von Stark-III-Geld eine energetische Sanierung und mit Geld allein aus der Kreiskasse weitere Arbeiten erfolgen.

Im Berufsschulhaus wurden keine Belastungen festgestellt, konnten die Arbeiten im Inneren ebenso planmäßig weiterlaufen wie die an Dach und Fassade.

Für die Arbeiten am Erxleben-Haus des GutsMuths-Gymnasiums stehen Fördermittel von insgesamt rund 1,74 Millionen Euro zur Verfügung; hinzu kommen Eigenmittel des Landkreises in einer geplanten Höhe von rund 3,79 Millionen Euro; bei den Berufsbildenden Schulen sind es rund 1,03 Millionen Euro Fördergeld und rund 3,73 Millionen Euro Eigenmittel. (mz)