Geschichte im Harz Raketenpost, Luftschiff und Alltag im Krieg – so erlebte Thale die NS‑Zeit
Ein Raketenversuch im Nebel, Gleichschaltung im Alltag, Kriegsproduktion und viele Tote: Das neue Buch von Heiko Golla zeigt, was die NS‑Zeit für Thale bedeutete.

Thale/MZ. - Januar 1934. Unter lautem Getöse startete eine anderthalb Meter lange Schubrakete auf dem Hexentanzplatz-Plateau in Thale. Ihr Ziel: die gegenüberliegende Rosstrappe. Ob die Rakete – es handelte sich um einen Raketenpost-Versuch eines Harzers – auch wirklich dort ankam, sahen die Zuschauer nicht, weil dichter Nebel die Sicht verhinderte. „Erst Tage später haben Hitlerjungen, die die Hänge abgesucht hatten, Raketenteile gefunden“, berichtet Heiko Golla. Der Geschichtsinteressierte schildert das Ereignis, das auch für ihn neu war, in seinem kürzlich erschienenen Buch „Thale 1933 – 1945. Die Geschichte des Ortes in der Zeit des Nationalsozialismus“.
