MZ-Serie Land und Leute

MZ-Serie Land und Leute: Die Oldies der Spielleute

Gernrode - Jörg Rennecke und Thomas Graßmann sind die ältesten im Gernröder Weltmeisterschaftsteam.

Von Andreas Bürkner 07.11.2017, 13:55

„Eigentlich wollte ich schon nach der Weltmeisterschaft in Kopenhagen vor zwei Jahren keine Meisterschaften mehr bestreiten“, bekennt Thomas Graßmann.

Doch die vermutlich einmalige Chance, mit den Spielleuten von Germania Gernrode bei einer Weltmeisterschaft im Mutterland der Marching-Show-Bands in den USA anzutreten, ließ den 47-Jährigen wieder umdenken.

Für Jörg Rennecke hingegen, mit 50 der Älteste unter den Aktiven aus dem Harz, stand die Frage eines Abschieds nach der WM-Teilnahme bisher nicht an.

2018 feiert er sein 40-jähriges Mitgliedsjubiläum und hat noch immer riesigen Spaß. Seine Karriere begann er am 1. September 1978, als damals in verschiedenen Schulen rund 100 Kinder für den Aufbau der Nachwuchsabteilung gewonnen wurden.

Gernröder Spielleute: Schub im Nachwuchsbereich

Solch eine Werbung scheint bei den Germanen etwa alle zwei Jahrzehnte üblich zu sein, denn viele der WM-Starter fanden in den 1990er Jahren bei einer weiteren Aktion zu den Spielleuten. Und erst vor Kurzem gab es dadurch einen erneuten Schub in der Nachwuchstruppe der Hobbymusiker.

Thomas Graßmann, dessen Vater damals sogar Vorsitzender des 1957 gegründeten Spielmannszugs war, folgte Rennecke erst ein Jahr später, stand später aber auch viele Jahre an der Spitze der Germanen.

Jörg Rennecke gehörte zwischenzeitlich ebenso zur Leitung, legte das Amt aber nieder. „Das sollen ruhig mal Jüngere machen“, fand er, ebenso Graßmann, der sein Amt als Abteilungsleiter der Spielleute an Christin Gröper weitergab.

„Ich wollte schon immer Trommler sein, weil ich Rhythmus im Blut habe“, bekennt Rennecke, der als Heizungsmonteur arbeitet, nebenbei gern Billard spielt und bis zur Wende noch zu den Gernröder Handballern gehörte.

Gernröder Spielleute:  Zwei Meistertitel zählen zu den Höhepunkten

Er musste deshalb auch nicht lange überlegen, sich den Speedstixx anzuschließen. „Darauf, wie der Auftritt mit dieser Truppe in Amerika ankommt, bin ich besonders gespannt“, erklärt er.

Zu den Höhepunkten ihrer Laufbahn zählen beide die Meistertitel mit Nachwuchs- und Erwachsenenzügen, aber auch die Turn- und Sportfeste 1983 und 1987 in Leipzig.

„Wir haben auf Luftmatratzen in Turnhallen geschlafen“, erinnert sich Rennecke noch.  Das sei übrigens auch bei der WM in Dänemark so gewesen, ergänzt Graßmann.

Gernröder Spielleute: Die Anspannung steigt allmählich

„In Palm Springs in Amerika haben wir aber Viererzimmer.“ Nun steigt die Anspannung, aber auch die Vorfreude bei den Spielleuten. „Am meisten freue ich mich neben dem Wettbewerb auf den Ausflug nach Las Vegas“, bekennt Graßmann, Mitgeschäftsführer in einem Blankenburger IT-Unternehmen.

Und er hat Ziele: „Wir wollen unter die besten Zehn und möglichst zweitbestes Team aus Deutschland werden.“

Sich nach der WM zur Ruhe zu setzen, scheint für Graßmann inzwischen auch eher fraglich. Gerade beim Training habe er gespürt: „Trotz des großen Altersunterschieds ist es einfach eine Bombentruppe, die immer zusammenhält.“ Und Jörg Rennecke nickt zustimmend.

Weitere Informationen: www.spielleute-gernrode.de (mz)