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Feuerwehren im Landkreis HarzMehrere Ortswehren verlassen den Kreisverband

Die Kreisfeuerwehr Altkreis Quedlinburg/Falkenstein schrumpft. Welche Ortswehren aus der Stadt Thale austreten, was die Gründe dafür sind und wohin sie wechseln.

Von Kjell Sonnemann Aktualisiert: 29.11.2023, 11:31
Beim Fahrsicherheitstraining in Thale im September sind bereits Wehren aus dem Altkreis Wernigerode dabei.
Beim Fahrsicherheitstraining in Thale im September sind bereits Wehren aus dem Altkreis Wernigerode dabei. (Foto: Sonnemann)

Thale/MZ. - Die meisten Ortsfeuerwehren der Stadt Thale haben dem Kreisfeuerwehrverband (KFV) Altkreis Quedlinburg den Rücken gekehrt: Sie sind aus ihm aus- und zum Jahreswechsel dem KFV Harz beigetreten. „Wir bedauern das“, sagt Nico Korsowski, seit kurzem Vorsitzender des KFV Altkreis Quedlinburg. Aber es werde keiner gezwungen, in einem Verband aktiv zu sein.

Seinem Verband gehören die Feuerwehren des Altkreises Quedlinburg und der Stadt Falkenstein/Harz an, die der Ex-Landkreise Halberstadt und Wernigerode fusionierten vor zwölf Jahren zum KFV Harz. Teil dieses sind ab 2024 auch die Ortswehren Allrode, Altenbrak/Treseburg, Friedrichsbrunn, Thale, Warnstedt, Weddersleben und Westerhausen. Neinstedt und Stecklenberg wechseln hingegen nicht.

Wechseln oder nicht – die Entscheidung hätten die Ortswehrleiter getroffen, mit ihm als Moderator, erklärt Thales Stadtwehrleiter Steffen Bornemann. Das ging nicht über Nacht, sondern war ein Prozess über anderthalb Jahre: Ortswehrleiter hätten den Wunsch gehabt, das Thema zu prüfen. Daraufhin seien das Für und Wider diskutiert worden, es habe ein Votum sowie Gespräche mit den beiden Verbänden gegeben, berichtet er.

Seine Aufgabe als Stadtwehrleiter sei es auch, das Maximale herauszuholen. Und da biete, findet er, der Verband Harz mehr: beispielsweise spezialisierte Ausbildungen, die eine Gemeinde nicht alleine stemmen kann, wie etwa Fahrsicherheitstrainings. Ein solches hatte in diesem Jahr in Thale stattgefunden, organisiert von Stadtfeuerwehr und Verband. Und im Sommer nahm der Nachwuchs am Jugendzeltlager des KFV teil. „Wir arbeiten mit dem Verband Harz seit geraumer Zeit tiefgründiger zusammen“, verdeutlicht Bornemann.

Am Wettkampftag des Kreisfeuerwehrverbandes Altkreis Quedlinburg 2022 in Königerode nahmen Männer- und Kindermannschaften teil.
Am Wettkampftag des Kreisfeuerwehrverbandes Altkreis Quedlinburg 2022 in Königerode nahmen Männer- und Kindermannschaften teil.
(Foto: Korn)

Außerdem habe er größeren politischen Einfluss, selbst auf Landesebene, so Bornemann. Das dürfe nicht unterschätzt werden. So warb Sebastian Petrusch, stellvertretender Harzer Kreisbrandmeister, bei der Jahresdienstberatung der Feuerwehr Stadt Falkenstein, dass sich Kameraden zur Kommunalwahl aufstellen, „damit nicht über, sondern mit der Feuerwehr gesprochen wird“.

Bei der Veranstaltung informierte Nico Korsowski über den Austritt der Thalenser Wehr aus dem KFV Altkreis Quedlinburg. Nachdem sich sein Vorgänger als Vorsitzender 2022 nicht erneut zur Wahl aufgestellt hatte, übernahm Stellvertreter Korsowski die kommissarische Leitung. Bei der Verbandstagung im September – die ausgerechnet in Thale stattfand – wurde er bestätigt.

Und sogleich sieht er sich mit der schrumpfenden Mitgliederzahl konfrontiert. Als das Austrittsschreiben aus dem Bodetal kam, habe er alle Ortswehrleiter an einen Tisch geholt, um nach den Gründen zu fragen. Es sei bemängelt worden, dass der Verband bei der Öffentlichkeitsarbeit hinterherhinke. Korsowski: „Das Problem kennen wir, es wird geändert.“ So gibt es seit wenigen Wochen eine Facebookseite, über die auch Beiträge der Mitgliedswehren veröffentlicht werden. Zum Vorwurf, es gebe kein Jugendzeltlager, kündigte er an, dass es 2024 wieder ein Lager geben wird. Es geht also voran im KFV Altkreis Quedlinburg.