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Längere Öffnungszeiten: Gute Nachrichten für Nutzer der Bibliothek in Quedlinburg

Quedlinburg - Bibliothek wird, neben bisherigen Öffnungszeiten dienstags von 10 bis 12 und 15 bis 19 sowie freitags von 15 bis 19 Uhr, jeden ersten und dritten Samstag im Monat drei Stunden geöffnet sein.

Von Petra Korn

Die Stadt Quedlinburg gibt mehr Geld; die Kreisbibliothek im Bildungshaus „Carl Ritter“ wird einige Stunden länger geöffnet. Das ist das Ergebnis der Gespräche zwischen der Stadtverwaltung und der Kreisvolkshochschule Harz GmbH, zu der die Bibliothek gehört, das dem Kulturausschuss des Stadtrates jetzt in Form eines Beschlussvorschlags vorgelegt wurde.

Konkret: Die Stadt erhöht ihren Zuschuss für das Aufrechterhalten der öffentlichen Bibliothek für das Jahr 2019 auf 45.630 Euro; bislang waren es 33.800 Euro. Und die Einrichtung wird dann - neben den bisherigen Öffnungszeiten dienstags von 10 bis 12 und 15 bis 19 sowie freitags von 15 bis 19 Uhr - auch jeden ersten und dritten Sonnabend im Monat für drei Stunden geöffnet sein.

Wie der stellvertretende Oberbürgermeister Wolfgang Scheller weiter sagte, soll der Zuschuss 2020 und 2021 dynamisch erhöht werden, wie bei einer „Art Inflationsrate“. Der Hintergrund für den Beschlussvorschlag: Der Stadtrat hatte die Verwaltung auf gemeinsamen Antrag von SPD, Bürgerforum Quedlinburg, Grüne/QfW und Die Linke beauftragt, in den Haushalt 2019 „angemessen hohe Zuschüsse“ für die Bibliothek einzustellen und Gespräche zu führen, um Öffnungszeiten von etwa 25 Stunden pro Woche und an den Samstagen anzubieten.

Freundeskreis hatte 1.600 Unterschriften gesammelt

Eine größere finanzielle Unterstützung der Stadt und benutzerfreundliche Öffnungszeiten der Kreisbibliothek hatte auch der Freundeskreis Bibliothek gefordert und dafür knapp 1.600 Unterschriften gesammelt (die MZ berichtete).

Im Antrag sei eine Öffnungszeit von 25 Stunden pro Woche formuliert worden, sagte Reinhard Brinksmeier (SPD) und verwies auf die Zeiten von Bibliotheken im Umkreis. „Mit zehn Stunden bisher sind wir die absolut Letzten.“ Mit der nun vorgeschlagenen Variante kämen 1,5 Stunden hinzu. „Das ist für mich weniger als ein Spatz in der Hand. Das ist für mich das Küken eines Spatzes“, so Brinksmeier.

Brinksmeier nennt 1,5 Stunden plus „Küken eines Spatzes“

Er beantragte, die Öffnungszeiten um drei Stunden wöchentlich auf insgesamt 13 zu erweitern - und den Zuschuss auf 55 050 Euro zu erhöhen. Herma Alpermann, Geschäftsführerin der Kreisvolkshochschule hatte zuvor darauf verwiesen, dass drei Stunden Öffnungszeit auch mit jeweils drei Stunden Vor- und Nachbereitung verbunden seien. Wenn die Bibliothek an jedem Sonnabend öffnen solle, müsse die Stadt den zusätzlichen Betrag mindestens verdoppeln.

Sylvia Marschner (CDU) sprach sich dafür aus, zunächst erst einmal zur testen, wie ein Öffnen am ersten und dritten Sonnabend im Monat angenommen werde. Natürlich sei es wichtig zu kontrollieren, wie das Angebot angenommen werde, sagte Gabriele Vester (Bürgerforum).

Gabriele Vester regt „inhaltliche Diskussion“ über die Bibliothek an

Doch wenn es zu wenig genutzt werde, sollten nicht Zeiten gestrichen, sondern überlegt werden, woran das liege, plädierte sie für eine „inhaltliche Diskussion“. Herma Alpermann verwies darauf, dass es viele Angebote der Bibliothek gebe, um dem Bildungsauftrag gerecht zu werden; dazu würden beispielsweise eine Einführung in die Bibliothek für Schulen oder Projekttage gehören.

Für den Antrag von Reinhard Brinksmeier, die Öffnungszeiten auf wöchentlich 13 Stunden und den Zuschuss auf 55 050 Euro zu erhöhen, sprachen sich letztlich drei Ausschussmitglieder aus; drei stimmten dagegen. Damit wurde der Antrag abgelehnt. Den Beschlussvorschlag der Verwaltung befürwortete der Ausschuss dann einstimmig; er wird nun im Hauptausschuss beraten und im Dezember dem Stadtrat zur Entscheidung vorgelegt.

„Es ist ein Anfang“, sagte Rolf Bielau, Vorsitzender des Freundeskreises Bibliothek, auf Anfrage der MZ zu dem jetzt vorliegenden Vorschlag. „Jeder Euro zählt“, und auch bei einer Erweiterung der Öffnungszeiten sei der Freundeskreis für alles zu haben. „Viel interessanter“ wäre es aber aus Sicht des Vereins, die zusätzlichen Öffnungszeiten montags oder donnerstags anzubieten.

Da finde musikalische Früherziehung statt, zu der Eltern oder Großeltern ihre Kinder oder Enkel zur Musikschule ins Bildungshaus bringen würden. Wenn hier auch die Bibliothek offen sei, würde sie gut genutzt; das hätten Erfahrungen der Vorjahre gezeigt. Und zu den Finanzen: Auch mit der Erhöhung des Zuschusses bleibe der Geldbetrag aus Sicht des Vereins „viel zu niedrig“. (mz)