Geschichte Geschichte: Neue Brücke zur Burg Anhalt

Mägdesprung/MZ - Sie besteht aus Holz, hat eine Spannweite von 13 Metern, ist 1,50 Meter breit und barrierefrei: die neue Zugangsbrücke zur Burg Anhalt. Damit führt nun - wie vor Jahrhunderten - der Weg in die Kernburg der Anlage wieder über eine Brücke. Mit der Wiederherstellung des historischen Zugangs ist der zweite Bauabschnitt des Projektes zur Verbesserung der touristischen Infrastruktur an der Burgruine Anhalt abgeschlossen. „Mit der neu errichteten Brücke hat die Anlage eine wesentliche Aufwertung erfahren“, sagte Harzgerodes Bürgermeister Jürgen Bentzius (SPD).
Die Burg Anhalt, eine mittelalterliche Festungsruine, liegt auf dem Großen Hausberg zwischen Mägdesprung und Meisdorf. Als Erbauer gilt Otto von Ballenstedt; vermutet wird die Bauzeit um 1123. 1140 wurde die Burg bei einer Fehde zwischen dem Erzbischof von Magdeburg und Markgraf Konrad von Meißen zerstört. Die heute noch sichtbaren Reste stammen von jener Anlage, die nach 1140 von Albrecht dem Bären errichtet wurde. Für den Wiederaufbau der Burg wurden im Selketal gebrannte Ziegel verwendet. Erhalten sind beispielsweise Reste des Zwingerturms mit einer Mauerstärke von über drei Metern, der ursprünglich etwa 27 Meter hoch war, sowie Reste von Wohn- und Wirtschaftsgebäuden. Seit dem 14. Jahrhundert war die Burg unbewohnt. (pek)
In Vorbereitung des Jubiläums 800 Jahre Anhalt hatte sich ein Arbeitskreis gebildet mit dem Ziel, die 150 Meter hoch über dem Selketal gelegene Burg Anhalt aus dem Dornröschenschlaf zu holen. Die Anlage, Ursprung des Landes Anhalt, sollte für ein breiteres Publikum als geschichtsträchtiger Ort erschlossen werden (die MZ berichtete).
Für das Vorhaben, für das die Stadt Harzgerode die Projektverantwortung übernahm, wurde eine Unterstützung aus dem Förderprogramm „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ bestätigt. Die beiden Bauabschnitte kosteten insgesamt rund 37 000 Euro. Von der Landesinvestitionsbank werden Fördermittel in Höhe von 30 000 Euro erwartet; 2 400 Euro steuerte der Regionalverband Harz bei.
Im ersten Bauabschnitt waren das Wegenetz innerhalb und außerhalb der Burganlage überarbeitet sowie die Beschilderung erneuert worden. Acht der Stations- und Hinweisschilder, die nicht nur durch die Anlage führen, sondern auch über Flora und Fauna informieren, sind durch den Regionalverband Harz zwischenzeitlich noch einmal überarbeitet, wetterfester gestaltet worden.
Auflage erteilt
Zu den Zielen des Projektes gehörte auch, den ursprünglichen Zugang wiederherzustellen. Dieser führte über den Bergsporn und über eine Zugbrücke, die über den Graben hinabgelassen wurde, in die Kernburg. Der Bau einer neuen Zugangsbrücke erfolgte in Abstimmung mit den Denkmal- und Naturschutzbehörden. So wurde die Auflage erteilt, für die Arbeiten nicht in das Erdreich zu gehen. „Die Brücke steht auf Podesten, die nur auf dem Waldboden aufgestellt sind“, erläuterte Heike Schoch vom Bauamt der Stadt. Das neue Bauwerk ist eine Gelenkbrücke. Sie besteht aus drei einzelnen Teilen, die vorgefertigt vor Ort verbunden wurden.
Ursprünglich war an ein Bauwerk aus Eichenholz gedacht. „Das war aber wegen der Kosten nicht zu realisieren“, sagte Heike Schoch. Die neue Brücke besteht nun aus Kiefernholz. Für die Arbeiten zeichneten die Werkstätten für Denkmalpflege verantwortlich; die Planung lag in den Händen des Büros Stegmann und Partner. „Wir haben die Burgruine zu neuem Leben erweckt. Sie findet Zuspruch bei Wanderern und bei den Einwohnern“, sagt Bentzius. „Auch wenn das Förderprogramm jetzt abgeschlossen ist, wollen wir das weiter begleiten.“ So soll versucht werden, Maßnahmen auf dem zweiten Arbeitsmarkt zu beantragen, über welche die Anlage in Ordnung gehalten werden kann.