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Wo stets eine Fahne wehtGemeinde Ditfurt hat jetzt eigenen Webauftritt

Die Gemeinde Ditfurt hat jetzt einen eigenen Internetauftritt. Dafür hat sich ein Vater-und-Sohn-Duo engagiert und mehr als den Inhalt der Seiten geliefert.

Von Kjell Sonnemann Aktualisiert: 22.01.2023, 11:03
Die Gemeinde Ditfurt hat jetzt einen eigenen Internetauftritt. Die Seiten sollen nach und nach ergänzt werden.
Die Gemeinde Ditfurt hat jetzt einen eigenen Internetauftritt. Die Seiten sollen nach und nach ergänzt werden. (Foto: Sonnemann)

Ditfurt/MZ - An der Wäscheleine hängt eine blau-gelbe Flagge von Ditfurt. Es ist etwas windig, also flattert sie leicht hin und her, wirft Wellen. Das ist auch so gewollt: Die wehende Flagge soll auf der neuen Internetseite der Gemeinde einen festen Platz haben. Doch bis dahin ist es noch ein längerer Weg.

Zunächst filmt Luca Pohle die Fahne, die er an die Leine auf dem Grundstück seiner Eltern in Ditfurt gehängt hat. Im Hintergrund sind ein Auto, Büsche und Bäume zu sehen – die müssen für das Vorhaben weg. Also setzt er sich an den Computer und entfernt alles rund um die Flagge – und zwar aus jedem einzelnen Bild, aus denen die wenigen Sekunden Film bestehen. Pixel für Pixel nimmt er weg. Und das bei Dutzenden Einzelbildern. „Mein Vater hat gesagt, er wolle sich das Ergebnis abends anschauen“, sagt Luca Pohl mit seinem Schmunzeln. Doch er schaffte es, arbeitete den Tag ohne Pause durch. Und nun ist das Werk der Hingucker auf www.ditfurt.de.

Projekt im Projekt

„Das war ein Projekt für sich“, bestätigt sein Vater Detlev Pohle und ist begeistert von dem Ergebnis. Die freigestellten Einzelbilder wurden zu einer Animation zusammengefügt und diese an die Programmierer der neuen Seite geschickt, die die wehende Flagge dann eingearbeitet haben.

Das lief über ein Azubi-Projekt des Fördervereins für regionale Entwicklung aus Brandenburg. Sie haben den Internetauftritt für die Gemeinde Ditfurt erstellt – nach den Vorgaben, die sie bekamen, was sich die Harzer so ungefähr vorstellten. Sein Vater habe einen Entwurf mit dem Computerprogramm Paint gemacht, berichtet Luca Pohl.

Vor viel Grün weht die Flagge, die an einer Wäscheleine hängt. Sie muss für die Animation auf jedem Einzelbild freigestellt werden.
Vor viel Grün weht die Flagge, die an einer Wäscheleine hängt. Sie muss für die Animation auf jedem Einzelbild freigestellt werden.
(Foto: Luca Pohle)

Den Willkommensgruß verfasste Bürgermeister Matthias Hellmann, die anderen Texte stellte Detlev Pohle zusammen. Von ihm sind auch die meisten der gezeigten Fotos – damit ist das Urheberrecht geklärt.

Unter den Grußworten ist unter anderem ein graues Feld zu sehen: Der Besucher der Seite muss erst draufklicken, doch dann kann er sich interaktiv in der St.-Bonifatius-Kirche umsehen, sich die Inschriften oder die Szenen auf den Buntglasfenstern angucken. Die Aufnahmen hat Siegfried Rühling zur Verfügung gestellt.

Ergänzung zu Infotafeln

Seit dieser Woche sind zudem die ersten Veranstaltungen veröffentlicht, vor allem der Bereich soll noch wachsen. Denn die Grundidee war, über Aktionen in Ditfurt auch online zu informieren. Tafeln mit aktuellen Daten an den Ortseingängen kennen die Ditfurter schon. Wer an ihnen vorbeikommt, wird auf aktuelle Veranstaltungen wie Frühlingsfest oder Nikolausmarkt hingewiesen. Aber auch Auswärtige sollen wissen, was wann angeboten wird – und so entstand kurz vor Corona die Idee einer ganz eigenen Internetseite für den Ort. Grundinformationen etwa zu Sagen oder zum Gewerbegebiet gab es bislang und gibt es auch weiterhin auf der Internetpräsenz der Verbandsgemeinde Vorharz.

Die ganz neue Webseite www.ditfurt.de – sie ist gefördert durch die Initiative „Sachsen-Anhalt vernetzt“ – ist unterteilt in sechs Bereiche: Neben „Willkommen“ und „Veranstaltungen“ sind es „Rathaus“, „Wirtschaft und Gewerbe“, „Tourismus“, „Geschichten und Sagen“.

Unter letzteren können sich die Nutzer etwa zur Herkunft des Ortsnamens informieren. Unter „Tourismus“ gibt es Kontakte und Verlinkungen zu Ferienwohnungen und Vereinen. Im „Rathaus“ ist Platz für aktuelle Nachrichten und Ausschreibungen.

Die Unterpunkte von „Wirtschaft und Gewerbe“ sind Eventgastronomie und Versorgung. Adressen, Telefonnummern und beispielsweise die Öffnungszeiten vom Markt und Bauernladen sind zu finden.

Geplant war zudem eine Unterseite mit den Betrieben aus Ditfurt. Sie war schon angelegt, ist aber doch nicht online gegangen, als der Webauftritt vor anderthalb Wochen freigeschaltet wurde. Denn es gab kaum Rückmeldungen, Bilder und Infos fehlen.

Das kann und soll natürlich noch folgen. Luca Pohl kann überall ergänzen, neue Seiten und Bereiche anlegen. Er kann Fotos austauschen – zum Beispiel je nach Jahreszeit. Die Auszubildenden aus dem Projekt hätten die Seite sehr benutzerfreundlich programmiert, lobt er.

Und Detlev Pohle hat schon eine weitere Idee: QR-Codes an den Infotafeln im Ort sollen künftig zur neuen Homepage führen. Wer sie mit dem Mobiltelefon einliest, wird dahin geleitet.