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  7. Feuer in Weddersleben: Junger Held alarmiert Feuerwehr und verhindert Brand

Aufmerksamer Schüler13-Jähriger aus Weddersleben verhindert großen Brand – wie er gehandelt hat

Auf dem Nachhauseweg entdeckt ein 13-Jähriger ein Mülltonnen-Feuer auf einem Privatgrundstück in Weddersleben. Weil er richtig handelt, schlagen die Flammen nicht über.

Von Kjell Sonnemann Aktualisiert: 23.11.2023, 13:39
In Weddersleben standen Mülltonnen in Flammen.
In Weddersleben standen Mülltonnen in Flammen. (Symbolfoto: Feuerwehr Weißenfels )

Weddersleben/MZ. - Die Schule ist aus, Florian Fischer fährt mit dem Bus in seinen Heimatort Weddersleben und geht von der Haltestelle nach Hause. Der 13-Jährige bemerkt einen Geruch: als ob etwas verkohlt. Hat vielleicht jemand einen Grill oder eine Feuerstelle angezündet an diesem frühen Dienstagnachmittag im November? Der Geruch wird stärker, Florian Fischer folgt ihm und schaut auf einen Hof. Dort steigt schon etwas Rauch auf aus einer Mülltonne.

Brand in Weddersleben: 13-jähriger Schüler alarmiert Feuerwehr

„Ich habe geklingelt, aber der Hauseigentümer war nicht da“, berichtet der Schüler. Also wählte er mit dem Mobiltelefon die 112. Was er dem Disponenten der Rettungsleitstelle genau gesagt hat beziehungsweise was dieser ihn gefragt hat, weiß Florian Fischer nicht mehr. Die Situation war viel zu aufregend.

„Als wir kamen, waren die Tonnen in Vollbrand“, sagt Norman Knauth, er ist Wedderslebens stellvertretender Ortswehrleiter. Alle drei Kunststofftonnen auf dem Privatgrundstück waren verbrannt – nur ein Rest der gelben Tonne sei zu erkennen gewesen, ergänzt Feuerwehrfrau Katrin Blath.

Auf der Anfahrt zum Einsatzort war bereits eine Rauchsäule zu erkennen. Knauth: „Wären wir fünf oder zehn Minuten später da gewesen, hätten die Flammen vielleicht schon übergegriffen“ – auf ein Fahrzeug oder Gebäude.

Mit seiner richtigen Reaktion hat Florian Fischer (Mitte) einen schlimmeren Brand in Weddersleben verhindert. Ihm danken Ortsbürgermeister Dirk Meisel (von rechts), Katrin Blath und Norman Knauth von der freiwilligen Feuerwehr und Mandy Deike, stellvertretende Ortsbürgermeisterin.
Mit seiner richtigen Reaktion hat Florian Fischer (Mitte) einen schlimmeren Brand in Weddersleben verhindert. Ihm danken Ortsbürgermeister Dirk Meisel (von rechts), Katrin Blath und Norman Knauth von der freiwilligen Feuerwehr und Mandy Deike, stellvertretende Ortsbürgermeisterin.
(Foto: Sonnemann)

Brennende Mülltonnen: Feuerwehr kann Übergreifen der Flammen verhindern

Die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Weddersleben löschten den Brand. Und wendeten die Riegelstellung-Taktik an, um das Übergreifen des Feuers auf den in der Nähe geparkten Wagen zu verhindern. Das Auto wurde auch mit Wasser gekühlt.

Recht schnell war das Feuer aus, die mitalarmierte Ortsfeuerwehr aus Warnstedt konnte ihre Anfahrt abbrechen. Beide Wehren werden stets gemeinsam alarmiert, das nennt man Rendezvous-System. Hätte tatsächlich das Fahrzeug oder das Gebäude Feuer gefangen, hätte es in Weddersleben zum ersten Mal seit langem einen größeren Brand gegeben, für den weitere Wehren nachgeordert werden müssen. Aber das war dank Florian Fischers Reaktion nicht nötig.

Feuerwehr lobt engagierten Jugendlichen

Andere wären vielleicht vorbeigegangen und hätten sich sogar über einen großen Feuerwehreinsatz gefreut, sagt Wedderslebens Ortsbürgermeister Dirk Meisel (parteilos). Ihm und seiner Stellvertreterin Mandy Deike war es ein Bedürfnis, dem 13-Jährigen zu danken. Er erhielt einen Gutschein für die Freizeit-Factory in Thale. „Er hat gezeigt, dass auch junge Leute verantwortungsbewusst sind“, lobt Meisel. In dem Fall hätten nicht einmal Anwohner etwas bemerkt.

Florian Fischer freut sich über das Präsent und dass alles glimpflich abgelaufen ist bei dem Feuer vor zwei Wochen. Auch wenn niemand zu Hause, kein Leben in Gefahr war, hätte es großen Schaden geben können. Der 13-Jährige hat jedenfalls eine spannende Geschichte zu erzählen: wie er den Brand entdeckte, wie die Feuerwehr kam und löschte, wie er der Polizei am Einsatzort das Gesehene schilderte.