TSG GutsMuths Quedlinburg

Ehre, wem Ehre gebührt

Der größte Sportverein des Landkreises Harz hat seine Besten ausgezeichnet. Wie die Wahl vom Vorstand begründet wird.

Quedlinburg - Nachdem bereits Sybille Hoppe als GutsMuthserin 2020 ihre Meritentafel in Empfang nehmen konnte, wurden in den vergangenen Tagen auch der Sportler, die Sportlerin und Trainerin des Jahres separat zu Ehrungen in die Geschäftsstelle der TSG GutsMuths Quedlinburg eingeladen - ganz coronakonform.

Zur Sportlerin des Jahres 2020 wurde Runa Louise Oswald aus der Abteilung Floorball gewählt. Seit 2010 ist sie Mitglied der TSG GutsMuths und trainierte in der Abteilung Floorball. Sie durchlief sämtliche Altersklassen. Mit ihren mittlerweile 18 Jahren ist sie sehr ehrgeizig, zielstrebig und erfolgsorientiert. Von ihren Mannschaftskameraden wurde sie als Spielerin geschätzt. Sie wusste sich auf dem Spielfeld durchzusetzen, auch gegen körperlich überlegene Gegner. Und das musste sie auch, denn sie spielte und trainierte als einziges Mädchen der Abteilung im Team der zweiten Herrenmannschaft.

„Ihre Zuverlässigkeit, Ruhe und Beständigkeit machen sie so wertvoll“, heißt es zur Begründung. Seit 2018 ist sie außerdem lizenzierte Schiedsrichterin und unterstützte ihre Abteilung auch an Heimspieltagen im Kampfgericht. Darüber hinaus übernahm sie die U 15 als Trainerin, mit der sie zu Spieltagen in Sachsen-Anhalt unterwegs war. Viele Gründe, um Runa Oswald als Sportlerin des Jahres 2020 in der TSG zu ehren.

Sportler des Jahres 2020 wurde Matthias Brandt (40) aus der Abteilung Showdown. „Matthias gehört zum Urgestein des Teams“, so Abteilungsleiter Lutz Egeling. Brandt ist seit 2011 dabei. „Durch seinen Trainingsfleiß fällt er immer wieder auf. Obwohl er als Einziger der Showdown-Sportler nicht aus Quedlinburg kommt, gibt es kaum ein Training, an dem er, trotz seiner Sehbehinderung, nicht teilnimmt.“ Tatkräftig unterstütz wird er von seiner Mutter. Brandt hat schon an vielen Turnieren teilgenommen und seine Spuren hinterlassen.

Auch bei Freundschaftsturnieren ist er ein immer gern gesehener Spieler. Bei den Spielen in der Bundesliga zeigte er ständig Spitzenleistungen und war für seine Mannschaft da. Aber auch außerhalb der Turnhalle ist er ein echter „Teamplayer“, kümmert sich um die Truppe und ist stets mit einem Lächeln dabei. Charakteristika, die für einen Sportler des Jahres in der TSG GutsMuths stehen.

Als Trainerin des Jahres 2020 wurde Barbara Kaufer ausgezeichnet. Es ist wie eine Würdigung ihres „Lebenswerkes“. Barbara Kaufer, die alle nur Bärbel rufen, wird im August 80 Jahre alt. Wer sie sieht, will das nicht glauben. Viele Vorzüge zeichnen sie aus. 1992 wurde sie Mitglied der TSG GutsMuths. Seither ist sie Übungsleiterin in der Gymnastikabteilung. „Das ist ein weiter Begriff für das, was sie alles anbietet“, merkte Vereinschef Konrad Sutor an.

Zwei, drei Frauengruppen hatte sie immer in ihrer Betreuung. Und als sie gefragt wurde, eine weitere Seniorensportgruppe zu führen, war sie auch dazu bereit. Was kaum jemand weiß: Barbara Kaufer ist seit mehr als 15 Jahren auch im Kindersport aktiv. Jahr für Jahr führt sie eine Jahrgangsstufe des Bummi-Kindergartens als Vorschüler sportlich vorgebildet in die Grundschule. Die meisten dieser Kinder bleiben als Mitglied in der TSG. Trotz ihres Alters widmet sich Barbara Kaufer neuesten trainingswissenschaftlichen Erkenntnissen und besucht beständig Fortbildungen.

Bleibt noch die Mannschaft des Jahres. Die Ehrung wurde den in der Landesliga spielenden Volleyballerinnen zuteil. Auf Initiative von Sylvana Schwochow und der Bereitschaft der Frauen der Volleyballmannschaft erfolgte nach jahrelanger Abstinenz 2017 wieder die Teilnahme am aktiven Spielbetrieb der Landesklasse. Dort waren die GutsMuthserinnen sofort erfolgreich und beendeten die Saison auf dem zweiten Platz. Im Jahr darauf sprang Platz vier heraus.

Weil aber einige Teams absagten, gab es den Aufstieg als Zugabe. Durch ihr Engagement und regelmäßiges Training verzeichneten sie auch dort Erfolge und belegten am Ende der Saison 2019/20 einen der vorderen Plätze. Neben dem Spielbetrieb in der Landesliga nimmt die Mannschaft jedes Jahr erfolgreich am Stadtturnier teil und belegte in schöner Regelmäßigkeit den ersten Platz in der am höchsten eingestuften Damengruppe. Gute Voraussetzungen also, um die Volleyballerinnen dafür zu ehren. (mz)