Breitbandzugang in Quedlinburg Breitbandzugang in Quedlinburg: Schnelles Surfen mit 100 MBit

Quedlinburg - Die Stadt Quedlinburg will die Versorgung ihrer Unternehmen und Bürger mit dem schnellen Internet verbessern. Dies betrifft vor allem die Bereiche in der Stadt und den Ortsteilen, die bisher mit einem langsamen Breitbandzugang zu kämpfen haben. Oder gar keinen Internetanschluss haben, weil der Netzausbau für die Breitbandversorgungsunternehmen noch wirtschaftlich unattraktiv ist. Dazu unterzeichneten Quedlinburgs Oberbürgermeister Eberhard Brecht und Hans-Martin Schulze von der HarzOptics GmbH einen entsprechenden Vertrag.
HarzOptics wird in den nächsten zwölf Monaten im Auftrag der Stadt untersuchen, wo es keine Breitbandversorgung oder nur eine mit einer Mindestgeschwindigkeit von bis zu 30 MBits (Megabits) pro Sekunde gibt. Es wird aber auch analysiert, wo mindestens in den nächsten drei Jahren keine Wirtschaftlichkeit beim Netzausbau durch die Versorgungsfirmen gegeben ist. In diesen Fällen sollen Bundesfördermittel beantragt werden und dann die Erschließung der betroffenen Grundstücke und Gebiete mit dem schnellen Internet öffentlich ausgeschrieben werden.
Das Team der HarzOptics GmbH setzt sich aus Forschern der Hochschule Harz unter der Leitung von Professor Ulrich Fischer-Hirchert zusammen. Das Unternehmen wurde 2006 gegründet, um die Forschungslandschaft im Harzkreis zu erweitern sowie zugleich einen Beitrag zur technologischen Regionalentwicklung zu leisten. Das Ziel ist, andere Unternehmen der optischen Branche nach Sachsen-Anhalt zu holen und den Aufbau eines regionalen Kompetenzclusters zu unterstützen. (ho)
Für die Bürger würden dadurch keine Kosten entstehen. Es gehört eine öffentliche Info-Veranstaltung sowie die Beantwortung von Bürgerfragen zum Vertragsumfang. „Zusätzlich sollen rund 100 Gewerbetreibende befragt werden“, sagte Quedlinburgs Wirtschaftsförderer Henning Rhode.
Quedlinburg hatte bereits 2011 schon einen Förderantrag auf den Ausbau einer flächendeckenden Breitbandversorgung gestellt. Dieser konnte aber wegen fehlender Fördervoraussetzungen nicht berücksichtigt werden. Nun haben sich die Richtlinien für die geförderte Breitbandversorgung für den Zeitraum von 2014 bis 2023 besonders im ländlichen Bereich verändert, wie Brecht zum Hintergrund für den Vertrag erklärte. Davon könnte auch Quedlinburg profitieren.
Frühestens bis Ende 2016 abgeschlossen
Laut Schulze könnte der geförderte Breitbandausbau zum frühesten Zeitpunkt bis Ende 2016 abgeschlossen sein. Bei einem geförderten Breitbandausbau mit Glasfaser bis in das Haus rechnet er mit einer Erschließungsdauer von bis zu vier Jahren. „Wir können allerdings nicht jedes Gehöft oder fernen Ortsteil wie Münchenhof mit einer Glasfaserleitung versorgen“, bekannte Oberbürgermeister Brecht. Dort soll dann eine geeignete Lösung gefunden werden, um die Einwohner und Firmen an die schnelle Datenautobahn anzuschließen.
Wie Schulz erklärte, könne sich der Zeitraum für die noch unterversorgten Gebiete aber auch verringern, wenn zwischenzeitlich die Breitbandversorgungsunternehmen entschließen, den Netzausbau auch ohne Fördermittel vorzunehmen.
„Schon jetzt können wir rund 7 000 Kunden mit dem vorhandenen Netz auf Wunsch mit einer Internetgeschwindigkeit von 100 MBit/s anschließen, stellenweise sogar die doppelte Geschwindigkeit“, betonte Pressereferent Klaus Rosenkranz von Kabel Deutschland. Das Unternehmen gehört zu den großen Versorgern in der Stadt neben der Telekom und der Primacom. Die Telekom bietet in Quedlinburg nach eigenen Angaben bis zu 150 MBit/s an.
„Momentan können unsere Kunden Internetgeschwindigkeiten von bis zu 150 MBit/s entweder als eigenständiges Angebot oder als Teil eines attraktiven Kombi-Paketes buchen“, heißt es ebenfalls von der Primacom, die 6 000 Haushalte hier hat. „Auf alle Fälle sollten interessierte Bürger bei ihrem Internetanbieter nachfragen, welche maximale Surfgeschwindigkeit an ihrem Standort möglich ist“, empfahl Thomas Malnati, Fachbereichsleiter Bauen. (mz)