Stiftung Schulpforta bewirbt sich um europäisches Kulturerbe

Ein alter Apfel im Meistergarten

„Borsdorfer Apfel“ soll auf dem Kloster-Areal in Schulpforte angebaut werden.

Von Michael Heise
Der Bosdorfer Apfel, einst berühmt als „Apfel aus Pforte“, soll dem einstigen Zisterzienserkloster wieder Bekanntheit verschaffen, gewachsen in einem „Meistergarten“. Prokurator Arndt Gerber (r.), Samuel Winkler, wissenschaftlicher Mitarbeiter, und Kulturlandschaftsmanagerin Sandra Rosendahl setzen den ersten.
Der Bosdorfer Apfel, einst berühmt als „Apfel aus Pforte“, soll dem einstigen Zisterzienserkloster wieder Bekanntheit verschaffen, gewachsen in einem „Meistergarten“. Prokurator Arndt Gerber (r.), Samuel Winkler, wissenschaftlicher Mitarbeiter, und Kulturlandschaftsmanagerin Sandra Rosendahl setzen den ersten. (Foto: Torsten Biel)

Schulpforte - Wenn schon die Zisterzienser-Mönche in Schulpforte Großes geschaffen haben, dann scheint es nur mehr als angebracht, dass ein neues Projekt der Stiftung Schulpforta „Meistergarten“ heißt. Denn dieser Garten wird nichts Geringeres wieder in den Fokus rücken als jenen Apfel, der einst als „Apfel aus Pforte“ in ganz Europa Berühmtheit erlangte. Die Stiftung will die heute als „Borsdorfer Apfel“ bekannte Frucht auf einer Fläche von zunächst 2.000 Quadratmetern anbauen und für ein besonderes Projekt ins Hier und Heute holen: das Europäische Kulturerbe-Siegel. Wie berichtet, beteiligen sich die Pfortenser unter dem Namen „Cisterscapes - Zisterziensische Landschaften verbinden Europa“ an einem Zusammenschluss von 17 ehemaligen und noch existierenden Klöstern des mittelalterlichen Zisterzienser-Ordens.

Bewerbung ist Teil des Gesamtantrages aller europäischen Beteiligten

Den Hut für die Bewerbung bei der Europäischen Union hat der Kreis Bamberg auf, bei dem die Stiftung Schulpforta Ende letzten Jahres ihren Antrag eingereicht hatte. Und nun hat dieser eine weitere Etappe erreicht - er ist jetzt Teil des Gesamtantrages aller europäischen Beteiligten, der zunächst von einer Jury vorgeprüft und dann Ende des Jahres bei der EU vorgelegt werden soll. Und der Borsdorfer Apfel ist dabei der sehr spezielle Anteil der Pfortenser Antragsteller, ihr Alleinstellungsmerkmal.

Die Stadt Naumburg und  der Burgenlandkreis unterstützen den Aufbau des „Meistergartens“ von Schulpforte. OB Bernward Küper (l.), Amtsnachfolger Armin Müller sowie Landrat Götz Ulrich (r.) unterzeichneten dafür einen  Kooperationsvertrag, der vor allem die finanzielle Seite des Projekts sichert.
Die Stadt Naumburg und der Burgenlandkreis unterstützen den Aufbau des „Meistergartens“ von Schulpforte. OB Bernward Küper (l.), Amtsnachfolger Armin Müller sowie Landrat Götz Ulrich (r.) unterzeichneten dafür einen Kooperationsvertrag, der vor allem die finanzielle Seite des Projekts sichert.
(Foto: Torsten Biel)

In der Realität soll der Apfel, der einst in einer Außenstelle des Klosters Pforta, in Porstendorf bei Jena, gezüchtet wurde, auf jener Fläche angepflanzt werden, auf der noch vor Kurzem das Neubauprojekt des Landweingutes reifen sollte. Arndt Gerber, Prokurator der Stiftung Schulpforta: „Wir werden schätzungsweise mit 50 Bäumen beginnen und das Ganze sukzessive ausbauen. Der Gedanke ist, dass Vereine, Förderer und andere Patenschaften für die Bäume übernehmen und der Meistergarten nicht nur vergrößert, sondern auch um andere für die damalige Klosterzeit typische Früchte ergänzt wird.“

Stadt Naumburg und Burgenlandkreis beteiligen sich finanziell

Konnte Gerber schon in puncto Antragserarbeitung auf große Hilfe des Welterbevereins zurückgreifen, so ist es jetzt maßgeblich die von Burgenlandkreis und Stadt Naumburg. Beide beteiligen sich vor allem finanziell an Aufbau und Unterhaltung des Meistergartens. In Schulpforte haben die Akteure dafür jetzt bis 2027 laufende Kooperationsverträge unterzeichnet.

Im Übrigen hat die Namensgebung „Meistergarten“ auch eine geschichtliche Bewandtnis, macht Prokurator Gerber deutlich: „Soviel uns bekannt ist, hatte ein Meistergärtner alle Klostergärten in Schulpforte gepflegt.“