Ausgleichsbeträge Ausgleichsbeträge: Bei vorzeitiger Zahlung wird "abgezinst"

Freyburg - Es gibt ein neues Tier im Zoo der Konzepte und Projekte. Das heißt „Isek“ und Freyburgs Stadträte haben es in ihrer jüngsten Sitzung schon mal ein bisschen beschnuppert. Keine Kreuzung zwischen einem Igel und einem Insekt ist das, sondern das „Integrierte Stadtentwicklungskonzept“. Das ist, sehr vereinfacht, ein Plan zur Gestaltung der Innenstadt, der den vor 20 Jahren erarbeiteten und vor zehn Jahren noch einmal angepassten Rahmenplan ablöst und fortführt, erläuterte Astrid Weide, Bauamtsleiterin der Verbandsgemeinde Unstruttal. Fördermittel zur Stadtsanierung und für den Denkmalschutz werde es ab dem nächsten Jahr nur geben, wenn ein solches Konzept vorliegt, sagte sie.
Kostenumfang von zehn Millionen
Das „Isek Freyburg“ ist bis 2021 ausgelegt, denn dann endet für die Stadt die Städtebauförderung. Die Maßnahmen, die es vorschlägt, würden - sollten alle verwirklicht werden - nach den Schätzungen der Planer rund zehn Millionen Euro kosten. Das Konzept nennt 15 Schlüsselprojekte. Die reichen von der „Aufwertung des gesamten Grünbereiches“, vor allem des Schomburgk-Parkes, über die Erneuerung noch unsanierter Straßen bis zur Neugestaltung des Kirchplatzes. Vom bisherigen Rahmenplan hebt sich das „Isek“ vor allem damit ab, dass es besonderes Augenmerk auf Energie- und Klimaökonomie legt. Da ist beispielsweise von einem Blockheizkraftwerk die Rede, das öffentliche Gebäude in der Innenstadt, aber auch private Häuser effizient mit Strom und Wärme versorgen könnte. Etwas weniger ambitioniert ist dieses Schlüsselprojekt: Die Umrüstung der Straßenbeleuchtung auf energiesparende Leuchten. Zum Konzept gehört eine umfangreiche Analyse. In der steht, dass sich die Stadt seit 1990 sehr zum Positiven verändert hat, aber noch viel zu tun bleibt, was - besonders letzteres - keinen überrascht, was aber - beides - ruhig immer mal wieder gesagt werden kann.
Interessant sind Aussagen der Planer zur Einwohnerentwicklung. Auch Freyburg schrumpft. Doch anders als in vielen anderen ländlichen Kommunen ziehen mehr Leute nach Freyburg als wegziehen, steht in der Analyse. Das ist einer der Punkte, der als Entwicklungspotenzial ausgemacht wird. Dass die Einwohnerzahl dennoch sinkt, liegt am Geburtendefizit, das durch Zuzüge nicht ausgeglichen werden kann. Inwieweit die Altenheime, die sich in der Stadt etabliert haben, zur für die Stadt positiven Wanderungsbilanz beitragen, wurde nicht näher untersucht. Dass auch in Freyburg Wohnungen und Gebäude leer stehen, sei vor allem deren schlechtem Zustand geschuldet, könne sich ändern, wenn diese saniert werden, so Freyburgs Bürgermeister Udo Mänicke.
Über Link vom Bauamt einsehbar
Für das „Isek“, das vom Stadtplanungsbüro Helk erarbeitet wurde und vom Gemeinderat noch zu bestätigen ist, hat die Stadt schon mal einen Preis (5000 Euro) des Bundesbauministers erhalten. Bevor der Rat über das „Isek“ befindet, soll es am 5. November, 19 Uhr, im Schützenhaus den Einwohnern vorgestellt werden. Deren Mitwirkung sei ausdrücklich erwünscht, sagt Bauamtsleiterin Weide. Wer sich das Konzept schon mal ansehen möchte, kann das im Internet tun. „Wer eine Mail ans Bauamt der Verbandsgemeinde schickt, dem schicken wir den Link zu“, so die Amtsleiterin. Der Link zum „Isek“ Freyburg kann unter [email protected] angefordert werden.