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Liveticker zu Sturmtief „Elli“ Wintereinbruch im Saalekreis: Lkw bleiben auf der A143 liegen, Auto rutscht in Kötzschau in Graben

Das Sturmtief „Elli“ ist im Saalekreis angekommen und sorgt für reichlich Schnee. Bereits seit den frühen Morgenstunden ist der Winterdienst im Einsatz. Dennoch ist es schon zu ersten Unfällen gekommen. Derweil bekam die MZ einen Blick hinter die Kulissen beim Winterdienst der Agrargenossenschaft Bad Dürrenberg. Im Liveticker halten wir Sie über die aktuellen Entwicklungen auf dem Laufenden.

Aktualisiert: 09.01.2026, 11:01
Am frühen Freitagmorgen wird mit starkem Schneefall im Saalekreis gerechnet. Das hat Auswirkungen auf den Schulbetrieb. Im Leunaer Ortsteil Spergau geht es derweil mit dem Schlitten zur Schule.
Am frühen Freitagmorgen wird mit starkem Schneefall im Saalekreis gerechnet. Das hat Auswirkungen auf den Schulbetrieb. Im Leunaer Ortsteil Spergau geht es derweil mit dem Schlitten zur Schule. (Foto: Katrin Sieler)

Saalekreis/MZ. - Seit dem frühen Freitagmorgen zieht Sturmtief „Elli“ über den Saalekreis. In den nächsten Tagen wird mit reichlich Schnee und Eisregen gerechnet. An dieser Stelle halten wir Sie über die neuesten Entwicklungen im Zusammenhang mit dem Sturmtief „Elli“ auf dem Laufenden.

10:55 Uhr: Havag setzt Fahrplan außer Kraft

Die Hallesche Verkehrs-AG (Havag) hat in einem Update bekannt gegeben, dass der Fahrplan außer Kraft gesetzt wird. Alle Linien werden nun vorerst operativ geleitet. Die Pünktlichkeit der Bahnen könne unter den derzeitigen Umständen nicht garantiert werden.

Es wird gebeten, sich vor Fahrtantritt in der Movemix-App oder im Verkehrsmelder der Havag zu informieren, beziehungsweise auf die Webseite der Havag zu schauen. An den Haltestellen informieren Lautsprecher, elektronische Anzeigen und QR-Codes an Aushangfahrplänen zu Echtzeitverbindungen und Störungen.

10:05 Uhr: Lkw-Fahrer legt bei Nempitz Schneeketten an

Besonders Lkw-Fahrer haben mit den Witterungsbedingungen zu kämpfen. Auf der Autobahnbrücke in Nempitz über der A9 hat ein Lkw Mühe, die leichte Steigung hochzufahren. Daraufhin hat der Fahrer kurzerhand Schneeketten an seinen Reifen befestigt, um seine Fahrt fortsetzen zu können.

10 Uhr: Winterdienst in Merseburg räumt und streut

Der Winterdienst der Stadt Merseburg räumt seit den frühen Morgenstunden. Da, wo die Fahrzeuge nicht hinkommen, wird von Hand geschippt. Im ersten Schritt geht es vor allem darum, den Schnee wegzuschieben. Erst danach kann gestreut werden. Die zweite Schicht geht ab Mittag in den Dienst, um weiter zu schieben und bei Regen zu streuen.

Mitarbeiter des Winterdienstes in Merseburg räumen bereits seit den frühen Morgenstunden.
Mitarbeiter des Winterdienstes in Merseburg räumen bereits seit den frühen Morgenstunden.
(Foto: Melain van Alst)

Auf der B 91 an der Kreuzung zur Klobikauer Straße haben Lkw immer wieder Probleme die Steigung zu schaffen. Mit Warnblinker bleiben sie am Hang in der rechten Spur.

9:45 Uhr: Straßenbahn in Merseburg steckt fest

Eine Straßenbahn der Linie 5 hängt derzeit zwischen den Haltestationen „Merseburg Zentrum“ und „Herweghstraße“ fest. Grund dafür sei eine Steigung, die die Bahn aufgrund des Schnees nicht mehr erklimmen kann, teilt eine Sprecherin der Stadtwerke Halle-Gruppe, zu der die Havag gehört, mit. Mitarbeitende des Havag-Gleisbaus räumen die Gleise frei. Momentan fährt die Linie 5 nur bis zur Haltestelle „Ammendorf“.

9:30 Uhr: PNVG entscheidet von Dienst zu Dienst

„Wir wühlen uns durch“, sagt PNVG-Geschäftsführer Enrico Kretzschmar. Das kommunale Busunternehmen, das die Linien im südlichen Saalekreis betreibt, versucht trotz Wintereinbruch die Fahrgäste ans Ziel zu bringen. Laut Kretzschmar gelang das am Freitagmorgen bisher meist, wenn auch mit Verspätungen. Schwierigkeiten gebe es vor allem dort, wo Berge und/oder liegengeblieben Lkw zusätzlich ins Spiel kommen.

Das ist zum Beispiel in Mücheln der Fall, wo ein Laster am Morgen nicht mehr weiterkam und infolge auch ein Bus der Linie 721 hängen blieb. Auch andere Linien könnten die Straße aktuell nicht passieren. „Auch auf der Linie 700 nach Eisleben geht aktuell nichts.“ Ansonsten gelte: „Wir fahren und entscheiden von Dienst zu Dienst, wo wir hin- und wieder zurückkommen.“ Unfälle mit Busbeteiligung habe es bisher nicht gegeben.

9:10 Uhr: Abfallentsorgung eingeschränkt

Die Pressestelle des Saalekreises informiert darüber, dass die Abfallentsorgung am Freitag aufgrund der Wetterlage nur eingeschränkt möglich ist. Dies betreffe insbesondere Straßen, die offensichtlich nicht befahrbar sind. Die Mitarbeiter versuchen jedoch, die Entsorgung weitestgehend durchzuführen, heißt es in einer Pressemitteilung. Ausgefallene Entsorgungen werden in der nächsten Woche nachgeholt.

8:45 Uhr: Erhebliche Verspätungen bei der Havag

Die Havag wird vom Schneetief „Elli“ ausgebremst. Aktuell kommt es im gesamten Liniennetz zu erheblichen Verspätungen von Straßenbahnen und Bussen, erklärt die Havag in einer Pressemitteilung. Der Grund dafür seien Weichenstörungen wegen der Kälte und gefrierendem Schnee. Folge ist, dass Anschlüsse nicht gehalten werden können.

8:30 Uhr: Erste Fahrzeuge bleiben liegen, Auto landet in Graben

In den vergangenen anderthalb Stunden ist es nun zu ersten Vorkommnissen auf den Straßen gekommen. Kurz vor 7 Uhr sind zwei Lkw auf der A143 in Richtung Halle-Nord zwischen dem Dreieck Halle-Süd und Holleben liegengeblieben, wie die Polizeiinspektion Halle berichtet. Etwa eine Stunde später blieb ein Fahrzeug auf der A38 in Richtung Halle zwischen der Einfahrt Merseburg-Nord und dem Rastplatz Geiseltal-West liegen.

Zudem vermeldet die Leitstelle zwei Unfälle. Zum einen auf der B181 bei Bad Dürrenberg. Dort sei niemand verletzt worden und mittlerweile alles wieder bereinigt. In Kötzschau ist derweil ein Auto in einen Graben gerutscht. Dabei sei ein leichter Personenschaden entstanden.

7 Uhr: Es herrscht Ruhe auf den Straßen

Die Polizeiinspektion Halle berichtet derzeit von einer entspannten Lage auf den Straßen des Saalekreises ohne große Vorkommnisse. „Es ist generell weniger los auf den Straßen. Wer nicht muss, der fährt nicht“, sagt eine Sprecherin. Auch bei der Leitstelle des Saalekreises seien momentan noch keinerlei wetterbedingte Meldungen eingegangen.

5 Uhr: MZ begleitet Winterdienst

Winterdienst bei der Agrargenossenschaft Bad Dürrenberg mit Thorsten Meißner
Winterdienst bei der Agrargenossenschaft Bad Dürrenberg mit Thorsten Meißner
(Foto: Katrin Sieler)

Seit 5 Uhr ist der Landmaschinenschlosser Thorsten Meißner von der Agrargenossenschaft Bad Dürrenberg im Einsatz. Mit seinem Traktor samt Schneeschieber und Salzstreuer unterstützt er die Stadt Leuna beim Winterdienst. Dabei fährt er die Ortschaften Kreypau, Wölkau, Friedensdorf, Wüsteneutzsch, Kötzschau und Schladebach ab und sorgt für sichere Straßen. In den frühen Morgenstunden begann die Schicht von Thorsten Meißner ausschließlich mit dem Salzstreuen, ab 7 Uhr kam jedoch der Schneeschieber zum Einsatz.

Streusalz für den Winterdienst.
Streusalz für den Winterdienst.
(Foto: Katrin Sieler)

Der Schneefall verstärkt sich zunehmend. Ein besonderes Augenmerk legt der Traktorist bei seinem Einsatz auf die Zufahrten zu Feuerwehren, Bushaltestellen und Schulen, erklärt er. In allen Ortschaften befährt Thorsten Meißner zuerst die Hauptstraßen und in einer weiteren Runde die Nebenstraßen. Die Mitarbeiter vom Bauhof Schladebach kümmern sich währenddessen um die öffentlichen Fußwege. Auf Kreisstraßen darf er jedoch nicht schieben, das ist Sache des Saalekreises, schließlich könnte das Unternehmen für eventuelle Schäden haftbar gemacht werden und zum anderen ist das Salz für die Straßen der Stadt Leuna vorgesehen, erzählt er.

Über ein Fließband gelangt das Salz in den Salztreuer des Traktors.
Über ein Fließband gelangt das Salz in den Salztreuer des Traktors.
(Foto: Katrin Sieler)

14 Gramm Salz verteilt er pro Quadratmeter und hat im Streuer zwei Tonnen geladen. Im Lager der Agrargenossenschaft Bad Dürrenberg füllt er mittels eines Fließbandes regelmäßig seinen Streuer auf. „Die Leute missachten oft mit ihren parkenden Autos, die vorgeschriebene ungehinderte Breite von etwa 3 bis 3,5 Meter für Einsatzfahrzeuge, erklärt Thorsten Meißner. Auch der Traktor würde dann nicht durch manche Straßen passen und muss sie auslassen.

4:40 Uhr: Erste Streufahrzeuge unterwegs

Die ersten Streufahrzeuge im Saalekreis sind bereits im Einsatz. Bei leichtem Schneefall und -2 Grad sind die Straßen derzeit noch nicht glatt. Tief „Elli“ schläft noch.

Donnerstag, 8. Januar, 22 Uhr: Merseburg und Bad Lauchstädt stocken Winterdienst auf

Mit Blick auf die Wettervorhersagen hat die Stadt Merseburg den Winterdienst angepasst. Die Vorräte wurden aufgestockt, um auch das Wochenende abdecken zu können. Bereits am Donnerstag wurden die Fahrzeuge für den Winterdienst beladen, wie es von Stadtsprecherin Julia Bachmann heißt.

Auch die Goethestadt Bad Lauchstädt hat sich auf den drohenden Wintereinbruch eingestellt. Laut Bürgermeister Christian Runkel habe man sogar Mitarbeiter des Bauhofs aus dem Urlaub zurückgeholt, um den Winterdienst sicherzustellen. Zudem stünden Landwirte in Bereitschaft, die die kommunalen Kräfte bei Bedarf am Freitagmorgen unterstützen würden.

16 Uhr: Schulen bereiten sich auf Ausfälle und Distanzlernen vor

Der erwartete Wintereinbruch am frühen Freitagmorgen wirbelt den Schulbetrieb im Saalekreis ordentlich durcheinander. Nach vorheriger Information des Landesschulamtes an alle Schulen, können diese individuell nach Beurteilung der Lage entscheiden, ob der Unterricht am Freitag vor Ort oder im Distanzlernen mit Notbetreuung durchgeführt wird. Entscheidend ist vielfach, ob der Schülerverkehr abgesichert ist.

Das für den Süden zuständige Busunternehmen PNVG plante trotz der Wetterprognose für Freitag mit Normalbetrieb. Das erklärte Geschäftsführer Enrico Kretzschmar. Sollte es irgendwo zu Blitzeis kommen oder Straßen nicht passierbar sein, müsse man am Morgen situativ entscheiden.

Auch Schulausfälle hätten keinen Einfluss auf den PNVG-Fahrplan, da die Schülerbeförderung im Saalekreis im regulären Linienverkehr erfolge und andere Fahrgäste ja beispielsweise zur Arbeit müssten. Die spezielle Schülerbeförderung (Taxen), maßgeblich für Schüler und Schülerinnen mit Förderschwerpunkten, wird am Freitag allerdings eingestellt, wie der Landkreis mitteilt.

Trotz der Informationen zum Schülerverkehr reagieren die Schulen auf den möglichen Wintereinbruch. „Wir empfehlen den Eltern ihre Kinder zu Hause zu lassen“, sagte Henrik Amende, Leiter der Gemeinschaftsschule Zöschen auf Nachfrage der MZ. Selbst wenn die Kinder morgens mit Bussen zur Schule kommen könnten, sieht er die Gefahr, dass tagsüber der Verkehr eingestellt werden könnte, und dann die Schüler, die aus insgesamt 27 Ortschaften kommen, in Zöschen festhängen.

Die Sekundarschule Braunsbedra stellt es den Eltern unter Berufung auf das Rundschreiben des Landesschulamts frei, ob sie ihre Kinder bringen oder auf den Weg schicken. Ein grundsätzlicher Ausfall sei aber nicht geplant. So verfahren die Goethe-Sekundarschule in Merseburg, die Sekundarschule Quer-Bunt in Querfurt, das Freie Gymnasium Mücheln sowie die Borlach-Gemeinschaftsschule in Bad Dürrenberg. „Eine Betreuung vor Ort ist aber in jedem Fall abgesichert“, betont Volker Ohlemann, Schulleiter aus Bad Dürrenberg. Nach MZ-Informationen finde an der Sekundarschule „Saale-Elster-Auen“ in Schkopau am Freitag Distanzunterricht statt.

An den Förderschulen in Merseburg-Süd und Großkayna findet am Freitag kein regulärer Unterricht statt. Die Merseburger Schule setzt auf Homeschooling und Notbetreuung. In Großkayna findet nur eine Notbetreuung statt. Da die Kinder, die zumeist mit Sammeltaxis kommen, am Freitag aber nicht befördert würden, müssten die Eltern die Kinder selbst vorbeibringen. Zu den übrigen Schulen lagen keine Informationen vor.