Wie der Moorkönig aus der Schublade geholt wurde

Merseburg/MZ. - "Seit vier Jahren lag mein Manuskript in der Schublade", erinnert sich die Merseburgerin an diese Zeit. Lange hatte sie daran gefeilt, Passagen immer wieder überarbeitet, bis sie zufrieden damit war und hoffte, nun auch einen Verlag interessieren zu können. Doch dieser Traum zerplatzte mehr und mehr, bis er sich nach der x-ten Ablehnung schließlich wie eine Seifenblase ganz in Luft ...

Von Elke Jäger 04.05.2007, 15:56

"Seit vier Jahren lag mein Manuskript in der Schublade", erinnert sich die Merseburgerin an diese Zeit. Lange hatte sie daran gefeilt, Passagen immer wieder überarbeitet, bis sie zufrieden damit war und hoffte, nun auch einen Verlag interessieren zu können. Doch dieser Traum zerplatzte mehr und mehr, bis er sich nach der x-ten Ablehnung schließlich wie eine Seifenblase ganz in Luft auflöste.

Eine Enttäuschung, gewiss, doch für die 43-Jährige kein Grund zum Resignieren. Ein glücklicher Zufall führte sie mit jemandem zusammen, der ihr Mut machte, die Sache selbst in die Hand zu nehmen. Sie rechnete, beriet sich und überlegte. Dann stand fest: "Ich bringe mein Buch im Eigenverlag heraus." In Martin Lütke, einem Berliner Designer, fand sie einen Profi, der die Einbandgestaltung übernahm. Gedruckt wurde das Ganze, vorerst in einer Auflage von 1 000 Exemplaren, bei der Merseburger Firma Mebu. Zur Leipziger Buchmesse im März 2007 konnte Petra Werner ihren Roman "Das Geheimnis von St. Patrick" (12,50 Euro) präsentieren. Gut gemachte Unterhaltung, die sich flüssig und spannend liest. Die Geschichte spielt in Schottland, wo sich die amerikanischen Geschwister Meggie und George nach dem Unfalltod der Eltern bei einer bisher unbekannten Tante erholen. Hier gibt es das Moor und alte Gemäuer, geheimnisvolle Schriften, seltsame Gestalten, Spuren der Wikinger und die Sage vom Schatz des Moorkönigs. Das trifft den Nerv der Leser.

"Ich bin sehr zufrieden, wie es läuft mit dem Roman", erzählt Petra Werner stolz. In den Merseburger Buchhandlungen verkauft er sich gut, auf der Buchmesse kam sie mit zwei Verlagen näher ins Gespräch. Man wolle in Verbindung bleiben, konstatiert sie froh. Ihre neue Profession betreibt die studierte Bibliothekarin, die schon als Kind gern schrieb, konsequent: Seit dem 1. März ist sie offiziell freiberufliche Schriftstellerin und hat große Pläne. Gern würde die Mutter zweier Kinder (15 / 18) an der Volkshochschule eine Lese-Reihe aufbauen. Das Interesse will sie am 9. Mai mit ihrem Buch testen.

Lesung am 9. Mai 19 Uhr im Otto-Eck Merseburg West