„MS Geiseltalsee“ in Braunsbedra

Tourismus am Geiseltalsee: Merseburger Unternehmen kauft künftige „MS Geiseltalsee“

Merseburg/Braunsbedra - Merseburger Unternehmen erschließt sich den Tourismus als neues Geschäftsfeld und kauft die künftige „MS Geiseltalsee“. Was konkret geplant ist.

Von Diana Dünschel 20.01.2019, 08:02

Auf dem Geiseltalsee soll ab der neuen Saison ein zweites, viel größeres Fahrgastschiff seine Runden drehen. Dafür hat das Merseburger Unternehmen ARS Betriebsservice GmbH, das eigentlich Pipelines und Windräder betreut, in Österreich ein Schiff erworben. Es war als „Maria Theresia“ bisher auf dem Traunsee unterwegs. Per Schwerlasttransport wurde es inzwischen in die Kreisstadt gebracht.

„Die ARS war noch nicht in der Tourismusbranche tätig. Aber wir wollen neue Geschäftsfelder erschließen. Der Bedarf für ein großes Fahrgastschiff auf dem Geiseltalsee ist da. Da haben wir beschlossen: Wir probieren es“, sagte ARS-Geschäftsführer Roland Karge. Über einen Makler und das Internet sei man im Sommer 2018 auf dieses Schiff gestoßen, das ein kleines Raumwunder sei, und habe es gekauft. Bis etwa Weihnachten habe es dann gedauert, alle Genehmigungen für die Überführung zu bekommen.

Es handele sich um ein im Jahr 1986 gebautes und 20,50 Meter langes sowie 4,10 Meter breites Schiff mit zwei Antriebsmotoren. Es sei in einem guten Zustand, verfüge über eine Bordküche und Toiletten. Auf zwei Decks sei jeweils Platz für 65 Passagiere. Künftig werde es „MS Geiseltalsee“ heißen und seinen Heimathafen in Braunsbedra haben. Schiffsführer werde Detlef Lindner, der bis zum vergangenen Jahr in der Fahrgastschifffahrt auf der Unstrut tätig war.

Tourismus am Geiseltalsee ist ausbaufähig

Zu den Marketingplänen sagte Roland Karge weiter, ein Konzept als Ergänzung zur ebenfalls ab der Marina Braunsbedra startenden Kleinbahn „Geiseltal-Express“ sei in Arbeit. Zunächst seien regelmäßige Rundfahrten vorgesehen, denn ein Anlegen an den Stegen Mücheln oder Stöbnitz sei aufgrund baulicher Bestimmungen nicht möglich. Feiern und später auch Trauungen sollen auf dem Schiff stattfinden.

Ab 2020 sollen zudem neue Anlegestellen nahe der Braunsbedraer Pfännerhall, in Frankleben sowie im Nordteil des Geiseltalsees hinzukommen. Für die Kundschaft soll die Zusammenarbeit mit Reise- und Busunternehmen sorgen. Außerdem setze er da auf eine enge Zusammenarbeit mit den See-Anrainerkommunen Braunsbedra und Mücheln.

Momentan läuft ihm zufolge der Antrag auf den Betrieb des Schiffs auf dem Gewässer. Die „MS Geiseltalsee“ bekomme noch einen neuen Anstrich, und eine Schiffsbodenuntersuchung sei notwendig. Auch müsse das Unterdeck behindertengerecht umgebaut werden. Er denke, im März könne der Transport nach Braunsbedra erfolgen. Sei das Schiff dann dort im Wasser, müsse das Oberdeck noch aufgebaut werden. Er hoffe, dass die erste Fahrt Ostern oder spätestens zur offiziellen Saisoneröffnung am 1. Mai erfolgen könne.

„Wir möchten den Tourismus am Geiseltalsee mit dem großen Schiff attraktiver machen“, so der ARS-Geschäftsführer. Er sehe das Angebot nicht als Konkurrenz, sondern als Ergänzung zum jetzigen Fahrgastschiff „Felix“ des Interessen- und Fördervereins „Geiseltalsee“, das seinen Heimathafen in Mücheln hat und Platz für 30 Personen bietet. (mz)