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Chemiestandort Leuna Merseburg entscheidet über 200 Hektar neues Industriegebiet – mitten in der Chemiekrise

Der Merseburger Stadtrat stimmt über den Bebauungsplan für Leuna III ab. Das 184-Millionen-Euro-Projekt soll die Zukunft der Chemieindustrie sichern. Doch Insolvenzen und Jobabbau werfen eine heikle Frage auf.

Von Robert Briest 05.03.2026, 06:00
Hier soll zwischen B91 und A38 zukünftig Leuna III entstehen. Für das geplante Industriegebiet bei Merseburg sind bereits zweistellige Millionenbeträge geflossen, 90 Prozent der Flächen gesichert. Ein Ausstieg wäre wohl nur mit Verlusten möglich – doch die Chemieindustrie schwächelt massiv.
Hier soll zwischen B91 und A38 zukünftig Leuna III entstehen. Für das geplante Industriegebiet bei Merseburg sind bereits zweistellige Millionenbeträge geflossen, 90 Prozent der Flächen gesichert. Ein Ausstieg wäre wohl nur mit Verlusten möglich – doch die Chemieindustrie schwächelt massiv. (Foto: Katrin Sieler)

Merseburg/Leuna/MZ. - Merseburgs Stadtrat fällt zumindest aus formaler Sicht in seiner Sitzung am Donnerstag, 5. März, eine wichtige Entscheidung für die industrielle Zukunft der Region. Auf der Tagesordnung steht der Vorentwurf für den Bebauungsplan „Leuna III“. Stimmen die Räte zu, beginnt eine Phase der Öffentlichkeitsbeteiligung für das 200 Hektar große geplante neue Industrieareal im Südwesten der Stadt. Sie würde jedoch in eine Zeit fallen, in der die Chemie, die Hauptnutzerin von Leuna III sein soll, in einer tiefen Krise steckt. Die insolvente Domo, die geplante Streichung von Hunderten Jobs bei Dow, die bevorstehende Schließung des Merseburger Recyclingwerks von LyondellBasell sind nur die regional sichtbare Spitze des Eisbergs. Dessen Ausmaß wirft die Frage auf: Braucht es Leuna III überhaupt noch?