Chemiestandort Leuna Merseburg entscheidet über 200 Hektar neues Industriegebiet – mitten in der Chemiekrise
Der Merseburger Stadtrat stimmt über den Bebauungsplan für Leuna III ab. Das 184-Millionen-Euro-Projekt soll die Zukunft der Chemieindustrie sichern. Doch Insolvenzen und Jobabbau werfen eine heikle Frage auf.

Merseburg/Leuna/MZ. - Merseburgs Stadtrat fällt zumindest aus formaler Sicht in seiner Sitzung am Donnerstag, 5. März, eine wichtige Entscheidung für die industrielle Zukunft der Region. Auf der Tagesordnung steht der Vorentwurf für den Bebauungsplan „Leuna III“. Stimmen die Räte zu, beginnt eine Phase der Öffentlichkeitsbeteiligung für das 200 Hektar große geplante neue Industrieareal im Südwesten der Stadt. Sie würde jedoch in eine Zeit fallen, in der die Chemie, die Hauptnutzerin von Leuna III sein soll, in einer tiefen Krise steckt. Die insolvente Domo, die geplante Streichung von Hunderten Jobs bei Dow, die bevorstehende Schließung des Merseburger Recyclingwerks von LyondellBasell sind nur die regional sichtbare Spitze des Eisbergs. Dessen Ausmaß wirft die Frage auf: Braucht es Leuna III überhaupt noch?
