Mehr Müll, Lkw und Züge

Mehr Müll, Lkw und Züge: Gewerbegebiet Krumpa wird durch neue Anlagen erweitert

Krumpa - Im Gewerbegebiet Krumpa wird in Zukunft viel mehr Müll als bisher gelagert, umgeschlagen und verarbeitet. Es entstehen neue Aufbereitungs- und Verwertungsanlagen. Im Moment brachliegende Flächen werden perspektivisch mitgenutzt. Lkw- und Bahnverkehr werden ...

Von Diana Dünschel 26.08.2019, 07:00

Im Gewerbegebiet Krumpa wird in Zukunft viel mehr Müll als bisher gelagert, umgeschlagen und verarbeitet. Es entstehen neue Aufbereitungs- und Verwertungsanlagen. Im Moment brachliegende Flächen werden perspektivisch mitgenutzt. Lkw- und Bahnverkehr werden zunehmen.

Viele Fragen zur Erweiterung des Gewerbegebietes bleiben offen

Das bestätigte die Geschäftsführung der Logex System GmbH & Co. KG aus Ingolstadt Mittwoch bei einer Pressekonferenz. Die Kooperation von fast 40 mittelständischen Entsorgungsunternehmen aus Süddeutschland hatte zum 1. August die Krumpaer Logistik Beratung Recycling GmbH (LBR) als 100-prozentige Tochter in die Gruppe eingegliedert. Nun sollte über die weitere Entwicklung des Standortes unmittelbar am Geiseltalsee informiert werden. Mit am Tisch saßen der Braunsbedraer Bürgermeister Steffen Schmitz (CDU),  Ordnungsamts- und Bauamtsleiter, Stadtwehrleiter und Stadtrat Thomas Schulze sowie der Krumpaer Ortsbürgermeister Sven Czekalla (CDU).

Um welche Arten von Müll es sich im künftigen Betriebsablauf handeln wird, was für Anlagen gebaut werden und mit wie viel Müll gearbeitet wird, wurde nicht konkret mitgeteilt, auch auf hartnäckige Nachfragen nicht. Zur Begründung hieß es, man stehe noch am Anfang der Planung und müsse erst mit den Genehmigungsbehörden ins Gespräch kommen. Logex-Geschäftsführer Michael Hörtkorn schloss lediglich aus, dass eine Müllverbrennungsanlage errichtet wird. Er teilte auch mit, dass umfangreiche Genehmigungen zu verschiedenen Müllsorten vorliegen. „Die wollen und werden wir nutzen.“ So sei der Umschlag von 500.000 Tonnen Abfall jährlich genehmigt. Davon könnten 170.000 Tonnen gefährliche Abfälle sein.

Wiederaufbau nach verheerendem Brand

Der neue LBR-Geschäftsführer Stefan Dietl teilte mit, die Art des Betriebs bleibe bestehen. „Das, was vorhanden ist, wollen wir nutzen.“ Man wolle mit bisherigen Kunden und Lieferanten weiter zusammen arbeiten und habe  alle Mitarbeiter übernommen.  Langfristig sei mit Anlageninvestitionen ein deutlicher Mitarbeiteraufbau verbunden. Zunächst gelte es, die beim letzten Großbrand im November entstandenen Schäden zu beseitigen, denn der Anlagenbetrieb sei erheblich gestört. Die Wände der vom Feuer zerstörten Halle werden ihm zufolge saniert und neu verputzt und ein neues Dach folge. Parallel dazu seien Arbeiten an einer zweiten Halle im Gange. Erste Einstellungsgespräche würden geführt. Auch habe man demnächst vor, den Firmennamen zu ändern. „Aber eine Umetikettierung ist das nicht.“

Auf Nachfrage von Thomas Schulze zum Brandschutz hieß es, darauf lege man ebenso großen Wert wie auf Umweltschutz. Stefan Dietl bot ihm Gespräche und Feuerwehrübungen auf dem Betriebsgelände an. „Wie wollen Sie künftig verhindern, dass Plastikteile in der Gegend herumfliegen?“, wollte Thomas Schulze weiter wissen. Darauf hieß es, die jetzige Sortieranlage für Kunststoffverpackungen aus dem Gelben Sack stamme von 2007. Sie werde im Zusammenhang mit auslaufenden Verträgen 2020 abgeschaltet. Möglicherweise werde mit diesen Leichtverpackungen dann nicht mehr gearbeitet. Michael Hörtkorn wollte aber gleichzeitig auf MZ-Nachfrage auch nicht ausschließen, dass dafür eine neue Anlage entstehen könnte. Beide betonten, dass Bearbeitungsprozesse aber in Hallen stattfinden würden.

Bürgerveranstaltung geplant, um sich ebenfalls vorzustellen

Thomas Schulze fragte auch zur Sicherheit am Bahnübergang nach, der ja direkt an der Zufahrt zum Geiseltalsee-Hafen liegt und derzeit unbeschrankt ist. „Da sollte man doch über Verbesserungen nachdenken“, fand er. „Wir sind noch dabei, das aufzuarbeiten. Dafür ist es noch zu früh“, antwortete Michael Hörtkorn. Steffen Schmitz bot da eine Zusammenarbeit an: „Wir planen, die Straße auszubauen. Vielleicht können wir in dem Zuge gleich eine Lösung schaffen?“

Außerdem fragte der Bürgermeister: „Es gibt Probleme mit Geruch und Fliegen. Wie sind da Ihre Konzepte?“ Stefan Dietl sagte: „Das ist ein bisschen Mache. Es gibt Leute, die das schüren“. Bei einer Betriebsbesichtigung gleich im Anschluss könne man den Braunsbedraer Vertretern ja zeigen, wie weit vom Gelände entfernt es Belästigung noch gebe. Laut Michael Hörtkorn ist in zwei, drei Wochen eine Bürgerveranstaltung geplant, um sich ebenfalls vorzustellen. Auch sei er bereit, vor dem Stadtrat Rede und Antwort zu stehen. (mz)