Frank Bannert

Frank Bannert: Landrat meldet sich nach langer Krankheit zurück

Merseburg - Der erste Termin nach langer Krankheit war für Frank Bannert die Begrüßung einer Delegation aus Limburg. Saalekreis-Chef: Es geht mir gut.

Von Undine Freyberg 10.04.2018, 07:00

Frank Bannert (CDU) war die Erleichterung deutlich anzusehen. Sein erster Arbeitstag nach elf Monaten Abwesenheit war auch für den Landrat etwas Besonderes. Und das sagte er am Montag auch bei der Begrüßung der Delegation aus der niederländischen Provinz Limburg, mit der sich der Saalekreis seit 2005 auf wirtschaftlicher Ebene austauscht.

Unter Leitung des Regionalministers für Wirtschaft und Wissensinfrastruktur, Twan Beurskens, war die siebenköpfige Gruppe unter anderem zu Gast im Merseburger Innovations- und Technologiezentrum (mitz), wo sie sich über die bisherige und künftige Entwicklung des mitz, der Hochschule Merseburg und der Chemie in der Region informierten und die Entwicklungen in ihrer Heimatregion präsentierten.

Krebserkrankung hat Landrat Bannert ein wenig demütig werden lassen

Landrat Bannert sieht zwar aus, als wäre er nie weg gewesen und gibt sich fröhlich, doch seine Krebserkrankung hat ihn ein wenig demütig werden lassen. Und sie ist ja auch noch nicht ganz überstanden. „Im vergangenen Frühjahr hatte ich eine 30-tägige Tabletten-Chemo. Das war allerdings geheim“, erzählte er der MZ.

In einer achtstündigen OP sei ihm später ein Karzinom entfernt worden. Angst habe er vor der OP nicht gehabt. „Ich wusste ja nicht, was mich erwartet. Das weiß man dann erst hinterher.“ Den Eingriff habe er in Magdeburg vornehmen lassen, weil die Mediziner dort auf solche Fälle spezialisiert seien. Was ihm besonders schmerzhaft klar geworden sei, sei die Tatsache, dass man selbst irgendwann nicht mehr derjenige ist, der die Entscheidungen fällt. „Aber jetzt geht es mir gut“, sagt der 61-Jährige mit einem Lächeln.

Als er zwischendurch unter niedrigem Blutdruck litt, hätte sein Frau Christine die „Therapie“ übernommen. „Sie hat mir im Krankenhaus einfach Dinge erzählt, die mich ein bisschen auf die Palme bringen. Und das hat funktioniert“, schmunzelt Bannert, dem nun nur noch zwei kleinere Operationen bevorstehen.

Die würde er lieber heute als morgen hinter sich bringen. „Und dann ist die Akte hoffentlich geschlossen.“ Mit einer Genesung wäre Bannert dem Tod dann schon zum zweiten Mal von der Schippe gesprungen. Im Sommer 2010 hatte er Herzprobleme. Sein damaliger Fahrer, Thomas Zwanzig, hatte ihn damals statt zum Termin ins Carl-von-Basedow-Klinikum gefahren, wo sofort ein Herzkatheter gemacht und ein Stent eingesetzt wurde. „Sonst wäre ich damals schon tot gewesen“, so Bannert.

Regionen müssen mit der Energiewende klarkommen

Doch zurück zu den Wirtschaftsfragen. „Unsere Regionen sind sich ja in vielem sehr ähnlich“, sagte Twan Beurskens zur MZ. In beiden Regionen seien große Unternehmen ansässig, deren Konzernzentralen ihren Sitz allerdings woanders haben. Beide Regionen müssten mit der Energiewende klarkommen.

In beiden Regionen wurde außerdem lange Zeit Kohle abgebaut - im Geiseltal bis 1993, in der Provinz Limburg bis in die 70er Jahre. Und noch eine Ähnlichkeit gibt es: In der Kreisstadt Merseburg ist das mitz entstanden, das nicht nur eine Heimat für Existenzgründer ist, sondern auch die Wirtschaftsförderung für die Stadt Merseburg und die Gemeinde Schkopau betreut, eng mit der Hochschule zusammenarbeitet und in der Wirtschaft bestens vernetzt ist.

In Limburg gibt es „Brightlands“, das an vier verschiedenen Standorten mit insgesamt 282 Unternehmen, 12.000 Mitarbeitern und gut 8.000 Studenten Forschung, Entwicklung und Produktion unter anderem in Bereichen wie Medizintechnik, nachhaltige Produktion und intelligente Materialien, Lebensmittel und gesunde Ernährung betreibt.

Nach einer Präsentationsrunde ging es im mitz zu einer kurzen Stippvisite ins Labor der international und auch in Limburg tätigen Mol Katalysatortechnik, wo die Gäste aus den Niederlanden mit einem ziemlich sauberen Gastgeschenk überrascht wurden - dem „Merseburger Zauberwürfel“, der künftig auch nun auch niederländische Geschirrspüler von lästigen Gerüchen und Kalkablagerungen befreien soll. (mz)