Umbau Bahnhof Köthen

Umbau Bahnhof Köthen: Bisherige Bahnsteige sollen erhalten bleiben

Köthen - Vom geschichtsträchtigen Ensemble soll ein großer Teil erhalten bleiben.

Von Karl Ebert

Überall in Mitteldeutschland ist die Deutsche Bahn am Bauen. Gerade ist der Hauptbahnhof in Halle für acht Tage komplett gesperrt, um die ersten Bahnsteige für die neue ICE-Trasse Berlin - München fit zu machen und anzuschließen. Die Auswirkungen sind bis nach Köthen zu spüren, denn auch hierher verkehrt Schienenersatzverkehr.

Bahnhof Köthen wird in naher Zukunft umgebaut

Auch der Bahnhof Köthen wird in naher Zukunft in Angriff genommen. Viele Freunde der Eisenbahn befürchten, dass dem geschichtsträchtigen Gesamtensemble ein Kahlschlag droht.

Der Verein zur Pflege des Eisenbahnkulturgutes Köthen hat sogar den Petitionsausschuss des Landtages angerufen, um genau das zu verhindern. Und offensichtlich damit auch einen Teilerfolg gelandet. Der jüngste „Bahnreport“ lässt zumindest darauf schließen.

Alle fünf Bahnsteige sollen erhalten bleiben

Jedenfalls ist die ursprünglich geplante Variante des Umbaus mit nur noch einem Inselbahnsteig für sämtliche Züge der Strecken Magdeburg - Halle und Dessau - Aschersleben vom Tisch.

Nun ist vorgesehen, alle fünf Bahnsteige zu erhalten, wobei die Bahnsteige 1 bis 3 samt Bahnsteigmobiliar und Empfangsgebäude denkmalgerecht saniert werden sollen. Dazu zählt auch die Bahnsteigüberdachung. Von den Bahnsteigen 1 und 2 fahren dann künftig die Züge Richtung Dessau und Aschersleben ab. Auch die Bahnsteige 4 und 5 sollen erhalten bleiben und denkmalgerecht saniert werden. Von der halbjährigen Sperrung 2019 bleibt mit Ausnahme von vier Wochen wohl nur die Strecke Köthen - Dessau verschont.

Verein sieht Chance den Bahnhof für den Tourismus zu erschließen

Steffen Dörre, der Vorsitzende des Vereins zur Pflege des Eisenbahnkulturgutes Köthen, sieht sogar eine Chance, bei dem Umbau neue Reserven für den Tourismus zu erschließen. „Hinter dem erneuerten Gleis 1 liegt noch eine Weiche in Richtung der ehemaligen Postgleise.

Wenn man dort noch 100 Meter Gleis mehr verlegen würde, bestünde die Möglichkeit, auch Sonderzüge für Ausstellungen und ähnliche Aktivitäten abzustellen und mit dem gesamten Bahnhofsensemble touristisch zu werben“, sagt Dörre. „Aber für so ein Projekt müsste sich die Stadt verwenden, denn die Bahn denkt nur größer.“ (mz)