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Schreibwettbewerb

Schreibwettbewerb: Viel Faust, viel Applaus

köthen/MZ. - Geschrieben hat den Text Robyn Nathalie Magoss, Drittklässlerin an der Grundschule Albig (Rheinland-Pfalz), und für ihre Geschichte von den Geburtstagsvorbereitungen für einen alten, einen sehr alten Stein belegte sie beim Köthener Sprachwettbewerb "Schöne deutsche Sprache" den 2. Platz. Hätte es eine besondere Würdigung für den Text mit den witzigsten Einfällen gegeben, wäre ihr der 1. Platz kaum zu nehmen ...

Von Matthias bartl 17.09.2012, 18:39

Geschrieben hat den Text Robyn Nathalie Magoss, Drittklässlerin an der Grundschule Albig (Rheinland-Pfalz), und für ihre Geschichte von den Geburtstagsvorbereitungen für einen alten, einen sehr alten Stein belegte sie beim Köthener Sprachwettbewerb "Schöne deutsche Sprache" den 2. Platz. Hätte es eine besondere Würdigung für den Text mit den witzigsten Einfällen gegeben, wäre ihr der 1. Platz kaum zu nehmen gewesen.

Denn ein klein wenig konnte man bei der Lesung der Texte, die von der Jury als Siegerbeiträge ausgewählt worden waren, Scherz, Ironie, Humor und Satire schon vermissen. Dafür fand sich viel Ernsthaftigkeit, gelegentlich geradezu philosophischer Art. Es fand sich viel Erdenschwere. Viel Faust, kein Mephisto.

Und es fanden sich viel Sprachgefühl und Stilsicherheit, manchmal in einem Maße dass man schon verblüfft war, dies in der Qualität in Texten von Schülern der 3., 4. oder 5. Klasse zu finden. Insofern hat die Jury eine gute Arbeit gemacht und tatsächlich das gewürdigt, was in besonderem Maße dem Doppelmotto entsprach - einmal war es in schöner deutscher Sprache verfasst, zum anderen wurde das Motto des diesjährigen Wettbewerbs, "...auch Steine können reden" in vielfältiger Weise ideenreich aufgegriffen.

In der Regel waren die Beiträge in Prosa-Form verfasst. Unter den insgesamt 13 Siegerbeiträgen fand sich lediglich ein Gedicht. Das aber, aus der Feder von Larissa Rosenthal aus Bonn hatte durchaus poetisch einprägsame Passagen und bekam dafür den berechtigten Beifall des Publikums.

Das ohnehin nie mit Applaus sparte, wenn die jungen bis sehr jungen Autorinnen (der einzige Junge unter den Siegern hatte der Veranstaltung absagen müssen) ans Mikrofon traten und ihre Beiträge vortrugen. Denn das ist auch ein besonderer Aspekt dieses Wettbewerbs: Hier treten die Verfasser als Vorleser auf, nachdem sie am Vormittag des Sprachfestes quasi eine Sprechschule bei Sprecherzieher Lienhard Hinz durchlaufen haben. Auch der Mut, vor einem großen Auditorium zu lesen, verdient öffentliche Würdigung. Und nicht zuletzt muss man sich vor dem Preisgericht verbeugen, das wieder von Deutschlehrerin Sabine Brzezek geleitet wurde. Die 19 Männer und Frauen mussten in diesem Jahr in relativ kurzer Zeit 658 Beiträge von insgesamt 751 Kindern und Jugendlichen lesen und bewerten - die unterschiedlichen Zahlen resultieren daraus, dass an manchem Beitrag zwei Verfasser gearbeitet haben.