Fremdenverkehr

Museum Synagoge Gröbzig will mehr Touristen anlocken und besseren Kontakt zu Schulen bekommen

Leiterin Anett Gottschalk sprach im Ortschaftsrat über die Finanzierung. Bürgermeister informierte über Stand der Bauarbeiten.

Von Sylke Hermann und Wolfram Schlaikier 22.01.2022, 12:00
Über das Torhaus können Besucher später barrierearm in den Hof des Kulturdenkmals gelangen. Hier entsteht eine Rampe.
Über das Torhaus können Besucher später barrierearm in den Hof des Kulturdenkmals gelangen. Hier entsteht eine Rampe. (Foto: Ute Nicklisch)

Gröbzig/MZ - Das Museum Synagoge Gröbzig will einen Pädagogen bzw. eine Pädagogin einstellen, um künftig mehr Veranstaltungen anzubieten und den Kontakt zu Schulen und Kindergärten zu intensivieren. „Wir wollen keine Heimatstube sein, sondern ein Museum, ein touristischer Anlaufpunkt“, sagte Anett Gottschalk, die Leiterin des Museums, am Donnerstagabend im Ortschaftsrat.

Das Land Sachsen-Anhalt habe die Finanzierung für das Museum angepasst, so Gottschalk weiter. Dadurch sei es möglich, den Pädagogen in Vollzeit zu beschäftigen, wodurch auch eine qualifizierte Vertretung auch für sie als Leiterin geschaffen werde. Land, Kreis und Stadt teilen sich die Kosten.

Bürgermeister Dirk Honsa berichtete, dass der 2021 begonnene Umbau des Museums weitergehe. Im Januar sei geplant, den Boden im Torhaus, den ursprünglichen Eingang zur Synagoge, zu pflastern. Auch die Malerarbeiten gingen weiter. Der Museumsverein hatte im November 2021 Zuschüsse von insgesamt 780.000 Euro erhalten (die MZ berichtete).

Umbau des Museums Synagoge Gröbzig wird im Jahr 2022 fortgesetzt

Die umfangreichen Bauarbeiten sollen in erster Linie dazu beitragen, die Zugänglichkeit zum Objekt zu erleichtern, die Energieeffizienz zu verbessern und die Sicherheit zu erhöhen. „Wir wollen die Synagoge, unser Museum, zukunftssicher machen – und damit für nächste Generationen dauerhaft nutzbar“, berichtet Honsa, der zugleich stellvertretender Vorsitzender des Fördervereins Museum Synagoge Gröbzig ist, gegenüber der MZ.

Bereits seit 2017 etwa sei am Konzept für die Umgestaltung der Synagoge gearbeitet worden, erinnert er. Nun sind die meisten Vorhaben tatsächlich realisiert. Zur barrierefreien Erschließung des Objektes ist an der Hofseite des Kantorhauses ein Fahrstuhl angebaut worden.

Und der funktioniere bereits, versichert Honsa, der schon eine Probefahrt absolviert habe. „Die oberen Räume der Dauerausstellung“, erläutert er, „wären ansonsten für Menschen mit eingeschränkter Mobilität schwer oder gar nicht zu erreichen.“ Insbesondere ältere Personen ließen sich von der steilen Treppe in der Vergangenheit durchaus abschrecken.

In Sachen Barrierefreiheit ist noch einiges mehr passiert: Die Stufen zum Torhaus sind entfernt worden. Damit ist der Innenhof des Kulturdenkmals über eine Rampe mit achtprozentiger Neigung zu erreichen. Deshalb, betont Honsa, könne man streng genommen auch nicht von Barrierefreiheit sprechen. Dafür dürfte die Neigung nicht größer als sechs Prozent sein, „aber barrierearm sind wir damit“, freut er sich.

Nachtspeicheröfen aus 1980er Jahren wurden durch Infrarotwärmeplatten ersetzt

Aus der Dauerausstellung, die bis zur Wiedereröffnung des Museums im Jahr 2023 neu konzipiert wird, sind inzwischen auch die alten Nachtspeicheröfen aus den 1980er-Jahren verschwunden. Die Infrarotwärmeplatten sind nicht nur sparsamer, „wir haben auch deutlich mehr Platz“, ergänzt Honsa.

Neue Fenster hat die Synagoge ebenfalls bekommen. Damit könne man die Heiz- und Energiekosten weiter senken und ein gleichmäßiges Raumklima erzielen. Die einfach verglasten Holzfenster sind durch neue Zweischeibenverglasungen ersetzt worden. Die zusätzlich aufgetragene Folie schützt die Räume zudem gegen eindringendes UV-Licht.

Nach der Wiedereröffnung des Museums Synagoge Gröbzig sind auch wieder Veranstaltungen geplant.
Nach der Wiedereröffnung des Museums Synagoge Gröbzig sind auch wieder Veranstaltungen geplant.
(Foto: Ute Nicklisch)

Der Bürgermeister verwies in der Sitzung des Ortschaftsrates auf die im Entwurf des Haushalts geplanten Ausgaben für das Museum und lobte in dem Zusammenhang Arbeit und Engagement von Anett Gottschalk und ihrem Team. Noch bis Ende Mai ist ein Wissenschaftler im Museum beschäftigt, dessen Stelle befristet war. Danach gibt es dann bis auf Weiteres nur die Leiterin und eine Angestellte.