Gezielter Brandanschlag?

Multivan in Köthen ausgebrannt - Besitzer lobt 500 Euro für Hinweise nach Tätern aus

Von Jakob Milzner 08.01.2022, 13:14
Der ausgebrannte Multivan kurz nach dem Vorfall
Der ausgebrannte Multivan kurz nach dem Vorfall Foto: FFW

Köthen/MZ - Eine Belohnung von 500 Euro verspricht Gunther Schön für sachdienliche Hinweise, die zur Klärung der Ursache eines Fahrzeugbrandes am 23. Dezember in Köthen führen. Am Morgen dieses Tages war Schönes an der Bärteichpromenade abgestellter Multivan ausgebrannt.

Wie die Polizei damals mitteilte, hatte ein Anwohner gegen 7.15 Uhr mehrere laute Knallgeräusche gehört und gesehen, wie Flammen aus dem Auto schlugen. Trotz eigener Löschversuche habe der Anwohner den Brand nicht unter Kontrolle bringen können, weshalb die Freiwillige Feuerwehr anrückte. Dennoch sei der Wagen fast vollständig ausgebrannt, informierte die Polizei, es sei ein wirtschaftlicher Totalschaden in Höhe von rund 5.000 Euro entstanden.

Mittlerweile ist sich Fahrzeugeigner Gunther Schön sicher, dass es sich bei dem Vorfall „um einen gezielten Brandanschlag“ handelte, wie er in dem Zeugenaufruf schreibt, der unter anderem auf Facebook kursiert. Ein technischer Defekt sei „ausgeschlossen“, konkretisiert Schön gegenüber der MZ. Es sei nicht möglich, so der Freiberufler, dass ein Diesel-Fahrzeug, das noch vor Kurzem in Gebrauch war, von allein Feuer fange. Auch habe es bereits „mehrere Attacken gegen das Auto und gegen mich“ gegeben, sagt Schön. Zwar wolle er „nichts in den Raum stellen, aber es gibt eine ganze Menge Verdacht“.

Von Seiten der Polizei möchte man Schönes Angaben nicht bestätigen. Man könne sich zu laufenden Ermittlungen grundsätzlich nicht äußern, heißt es aus dem Polizeirevier Anhalt-Bitterfeld. Eine Absprache mit Schön bezüglich des Zeugenaufrufs existiere jedoch nicht. Prinzipiell sehe man private Zeugenaufrufe kritisch, da sich diese oftmals negativ auf den Ermittlungserfolg auswirkten. „Es kann ja durchaus sein, dass es Tatverdächtige gibt. Wenn dann zu viel herausgegeben wird, kann das kontraproduktiv sein“, heißt es zu diesem Thema aus dem Polizeirevier.

Für Gunther Schön gehen die Konsequenzen des Fahrzeugbrands derweil über den rein finanziellen Schaden am Auto hinaus. „Ich bin Freiberufler und dabei viel unterwegs“, sagt er. Ohne den Wagen sei er in seiner Bewegungsfreiheit eingeschränkt. Wenn er derzeit dringende Außentermine habe, müsse er sich nun ein Auto leihen.

Prinzipiell können sich Personen, die meinen, eine Straftat beobachtet zu haben, unter der Telefonnummer 03496/42 60 an das Polizeirevier Anhalt-Bitterfeld wenden.