Gymnasium mit 1250 Schülern
Köthen/MZ. - Eine ausführliche Konzeption für die Zusammenlegung besteht bereits, Gespräche zwischen den Schulleitern beider Schulen, Hans-Joachim Knebel (Ludwigsgymnasium) und Dieter Bartuszat (Gymnasium Rüsternbreite), sowie den Oberstufenkoordinatoren haben stattgefunden.
Im Dezember trafen die Fachschaften der Gymnasien in der Wallstraße und der Friedrich-Ludwig-Jahn-Straße erstmals zusammen. Ein zweites Treffen wird bis März erfolgen. Inhalte dieser Zusammenkünfte sind fachbezogene Abstimmungen, unter anderem über Unterrichtsinhalte und Unterrichtsmittel. Integriert in den Fusionsprozess sind außerdem Konzeptionsteams, denen die Schulleitungen, Fachkonferenzleiter, Fachbetreuer und Fachseminarleiter sowie Schüler- und Elternvertreter angehören. Das Schulgebäude in der Rüsternbreite soll nach der Fusion vorerst weiter genutzt werden, dann als "Haus 3" des Ludwigsgymnasiums in Ergänzung zu den Häusern 1 und 2 in der Wallstraße. In Haus 3 sollen die Schüler der Klassenstufen 5 bis 8 (22 Klassen) unterrichtet werden, in Haus 1 und 2 die Schüler der Klassenstufen 9 bis 12 (27 Klassen). Während bereits feststeht, dass die Zusammensetzung der elften und zwölften Klassen der Kursstufe erhalten bleiben soll, werden zur Zeit noch verschiedene Varianten diskutiert, wie für die übrigen Schüler neue Klassen gebildet werden können. "Ich halte es für pädagogisch sinnvoll, Klassen zusammenzulegen", so Hans-Joachim Knebel. Eine fortwährende Trennung der Schüler des Ludwigsgymnasiums von den Schülern der Rüsternbreite sei nicht klug. Auch bei der Integration der Schüler des Akener Burggymnasium hätte sich die Bildung gemischter Klassen bewährt. Knebel: "Wir müssen von Anfang an in den Vordergrund stellen: Es ist ein Gymnasium. Wir sitzen alle in einem Boot."
Der Schulleiter möchte sogar noch einen Schritt weiter. Sich wohl bewusst darüber, dass er für dieses Vorhaben auch Kritik ernten werde, wie er zugibt, will Knebel "innerhalb kürzester Zeit" den vollständigen Übergang von der Rüsternbreite in die Wallstraße vollziehen. Der Umstand, dass die Fünft- bis Achtklässler ab dem nächsten Schuljahr von den Neunt- bis Zwölftklässlern abgekoppelt seien, dürfe nur eine Zwischenlösung sein. Bewährte Programme wie Schüleraustausche, Studienreisen und Exkursionen sollen auch nach der Zusammenlegung beider Schulen erhalten bleiben. Ausdrücklich sprach sich der Schulleiter ebenso für einen Fortbestand der Tanzgruppe des Gymnasiums An der Rüsternbreite aus. Knebels Position: "Die Traditionen beider Schulen sollen erhalten bleiben und in ein gemeinsames Schulprogramm einfließen."