Evangelische Kirche in Quellendorf

Evangelische Kirche in Quellendorf: Anwärter auf Pfarramt stellt sich vor

Quellendorf/MZ - Nach fast 16 Dienstjahren in der Evangelischen Landgemeinde St. Christophorus Quellendorf wurde Pfarrer Lutz-Michael Sylvester am 20. Juli in einem Gottesdienst verabschiedet. Seither ist die Pfarrstelle, zu der neun Dorfkirchengemeinden gehören, unbesetzt. Wie diese Zeit überbrückt wird, wollte MZ-Redakteur Claus Blumstengel vom Vorsitzenden des Gemeindekirchenrates, Reinhart Bollmann, ...

05.09.2014, 09:53

Nach fast 16 Dienstjahren in der Evangelischen Landgemeinde St. Christophorus Quellendorf wurde Pfarrer Lutz-Michael Sylvester am 20. Juli in einem Gottesdienst verabschiedet. Seither ist die Pfarrstelle, zu der neun Dorfkirchengemeinden gehören, unbesetzt. Wie diese Zeit überbrückt wird, wollte MZ-Redakteur Claus Blumstengel vom Vorsitzenden des Gemeindekirchenrates, Reinhart Bollmann, wissen.

Haben sie in der „pfarrerlosen Zeit“ zusätzliche Aufgaben übernommen?

Bollmann: Ja, es ist vor allem die Baumaßnahme am Kirchturm in Rosefeld, weiter zu begleiten, worüber die Mitteldeutsche Zeitung ja schon berichtet hat; Rechnungen müssen beim Landeskirchenamt Dessau eingereicht werden und alle Finanzgeschäfte sind zu tätigen; monatlich sind die Arbeitszeitnachweise der Ein-Euro-Jobber und unserer Kantorin einzureichen; Spendenbescheinigungen sind auszufüllen; der gesamte Post- und E-Mailverkehr läuft über meinen Tisch. Es sind verschieden Absprachen zu treffen für anstehende Veranstaltungen - also alles, was mit der Verwaltung eines Pfarramtes zu tun hat.

Ohne die tatkräftige Unterstützung aller 14 Mitglieder des Gemeindekirchenrates könnte ich diese Aufgaben natürlich nicht bewältigen! Sie denken mit und erledigen viele Aufgaben in den neun Kirchorten, je nachdem, wo sie zu Hause sind, damit die Arbeit weitergeht.

Und wer übernimmt die Gottesdienste?

Bollmann: Die Gottesdienste und Amtshandlungen, wie Beerdigungen, Taufen, Trauungen, Goldene Hochzeiten und ähnliches übernimmt Pfarrerin Christine Reizig, oder ihre Kollegen und Kolleginnen springen ein.

Hat sich inzwischen jemand um die Pfarrstelle beworben?

Bollmann: Ja, aus Mühlberg im Elbe-Elsterkreis hat sich der 48-jährige Pfarrer Ronald Höpner auf die Ausschreibung beworben. Er ist der einzige Bewerber.

Wie ist nun der weitere Ablauf?

Bollmann: Am Sonntag, dem 7. September, um 10 Uhr wird sich Ronald Höpner in einem Gottesdienst in Quellendorf der Gemeinde vorstellen, indem er die Predigt hält. Die Gemeinde hat anschließend die Gelegenheit, ihm Fragen zu stellen. In dem Gottesdienst werden auch alle Kinder, die mit ihren Eltern ganz herzlich aus allen Orten unserer Landgemeinde eingeladen sind, zum Schulanfang gesegnet.

Wer entscheidet dann, ob der Bewerber eingestellt wird?

Bollmann: Nach dem Gottesdienst am Sonntag zieht sich der Gemeindekirchenrat zurück und wird unter Leitung unserer Kreisoberpfarrerin Annegret Friedrich-Berenbruch Pfarrer Höpner nochmals befragen. In geheimer Wahl entscheidet der Gemeindekirchenrat dann, ob wir Pfarrer Ronald Höpner in unserer Evangelischen Landgemeinde Quellendorf anstellen möchten oder nicht.

Wie kommt es, dass diesmal der Gemeindekirchenrat und nicht die Evangelische Landeskirche Anhalts über die Einstellung des Pfarrers entscheidet?

Bollmann: Pfarrer Lutz-Michael Sylvester wurde 1998 durch die Landeskirche Anhalts eingestellt und deshalb haben wir jetzt als Gemeindekirchenrat das Vorschlags- bzw. Entscheidungsrecht. Das nächste Mal wäre wieder die Landeskirche am Zuge.

Was würde passieren, wenn der Bewerber nicht gewählt wird?

Bollmann: Dann beginnt das Procedere erneut, das heißt, erneute Stellenausschreibung, auf Bewerber warten, dann Vorstellung und Wahl.