Ausstellung in Köthen

Ausstellung in Köthen: Türkis auf schwarz

Köthen/MZ - Hilde Rund lebt ihre Kunst. Das merkt man. An den Geschichten, die sie zu jedem ihrer Bilder zu erzählen vermag. Etwa jene von dem Porträt der drei Geschwister, das 2009 die Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen bei einem Besuch in Dessau-Roßlau so beeindruckt haben soll. Oder bei der Schilderung ihres Weges zur Malerei: „Ich wusste, wenn du in den Ruhestand gehst, willst du malen“, erzählt sie wie selbstverständlich. Und auch bei der Ausstellung „Spiegelbild“ ist es spürbar, die nun in der Galerie am Quadrat in der Landkreisverwaltung von Anhalt-Bitterfeld am Flugplatz in Köthen zu sehen ist. Am Dienstag wurde die Schau der Hobbymalerin aus Roßlau ...

Von Katrin Noack

Hilde Rund lebt ihre Kunst. Das merkt man. An den Geschichten, die sie zu jedem ihrer Bilder zu erzählen vermag. Etwa jene von dem Porträt der drei Geschwister, das 2009 die Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen bei einem Besuch in Dessau-Roßlau so beeindruckt haben soll. Oder bei der Schilderung ihres Weges zur Malerei: „Ich wusste, wenn du in den Ruhestand gehst, willst du malen“, erzählt sie wie selbstverständlich. Und auch bei der Ausstellung „Spiegelbild“ ist es spürbar, die nun in der Galerie am Quadrat in der Landkreisverwaltung von Anhalt-Bitterfeld am Flugplatz in Köthen zu sehen ist. Am Dienstag wurde die Schau der Hobbymalerin aus Roßlau eröffnet.

„Die Bilder sind ein Spiegelbild meines Schaffens“, erklärte Rund den Gästen. Und die Vielfalt ihres Schaffens präsentierte sie nach einem genauen Konzept. Studien in Karminrot des Dessauer Gartenreichs von 2012 und Negative von frühen Aktzeichnungen aus den 60er Jahren hängen auf der einen Seite des Raumes. Dazwischen Spiegel. Sie sollen die Weite des Raumes noch vergrößern, erklärt die Malerin. Zugleich wird der Besucher, der im ersten Obergeschoss aus dem Fahrstuhl steigt, Teil der Ausstellung. Er sieht sich selbst und auch die Kunst im Spiegel.

Gegenüber der Bilder in Rot hängen ebenfalls Dessauer Ansichten, das Bauhaus, das Luisium und andere Orte, festgehalten in Ölfarben. Im Stockwerk darüber wird es persönlicher. Porträts von Studenten und jenem Geschwistertrio, das die Bundesfamilienministerin so in seinen Bann zog. Es sind allesamt Verwandte der Künstlerin. Sie könne ein Porträt besser zeichnen, wenn sie die Person kenne. „Der Charakter ist überall drin“, versichert sie.

Gegenüber strahlen dem Betrachter in kräftigen Farben des Südens ein Sonnenblumenstrauß, schlafende Bauern und ein van Gogh entgegen. Ölbilder im Stile des Meisters, interpretiert von der Hobbymalerin auf eigene, aber doch unverkennbare Weise.

„Die Malerei ist etwas, das mein Leben erfüllt“, sagt die 70-Jährige. In der Schulzeit habe sie immer gemalt, der Beruf ließ ihr dafür jedoch keine Zeit mehr. Als sie vor neun Jahren in den Ruhestand ging, zog es sie von Mecklenburg-Vorpommern nach Dessau-Roßlau und zu den Hobbymalern der Ölmühle Roßlau. Dort ist Hilde Rund nicht nur Mitglied, sondern organisiert auch die Ausstellungen. „Ich habe viel gelernt. Es war eine schöne Zeit“, beschreibt sie die vergangenen neun Jahre beim Zirkel.

Der führte sie auch nach Köthen, wo sie in der Landkreisverwaltung schon einmal mit ihren Mitstreitern ausgestellt hat. Nun wagt sie es allein und das ganz im Sinne der Kunst: Sogar die Garderobe am Dienstag war perfekt auf den Anlass abgestimmt. Türkis und schwarz, sommerlich-modern. Farblich gestaltet wie der spiegelbildliche Apfel, das Titelbild der Schau. Die Umkehr des roten Obstes auf Weiß: Türkis auf schwarz.