Familienbetrieb Stecher

Familienbetrieb Stecher: Gewaltige Investition in den Heidehof Mark Zwuschen

Mark Zwuschen - Wer in diesen Tagen von Hühnerhaltung spricht, noch dazu im großen Stil, kommt um das Schreckgespenst Vogelgrippe nicht herum. Im davon bereits betroffenen Mecklenburg-Vorpommern müssen Hühner, Puten und Enten wegen einer möglichen Ansteckung durch Wildtiere inzwischen in Ställen und überdachten Volieren untergebracht werden. In Sachsen-Anhalt ist die Lage noch nicht akut. Dennoch hat auch Doris Stecher, Inhaberin des Heidehofs Mark Zwuschen, ein besonders aufmerksames Auge auf ihre Hühnerbestände. Zudem fordert das Veterinäramt seit Neustem stichprobenartig Blutproben von den Tieren zur Untersuchung. „Das ist eine Vorsorgemaßnahme“, beruhigt die Mark ...

Von Detlef Mayer

Wer in diesen Tagen von Hühnerhaltung spricht, noch dazu im großen Stil, kommt um das Schreckgespenst Vogelgrippe nicht herum. Im davon bereits betroffenen Mecklenburg-Vorpommern müssen Hühner, Puten und Enten wegen einer möglichen Ansteckung durch Wildtiere inzwischen in Ställen und überdachten Volieren untergebracht werden. In Sachsen-Anhalt ist die Lage noch nicht akut. Dennoch hat auch Doris Stecher, Inhaberin des Heidehofs Mark Zwuschen, ein besonders aufmerksames Auge auf ihre Hühnerbestände. Zudem fordert das Veterinäramt seit Neustem stichprobenartig Blutproben von den Tieren zur Untersuchung. „Das ist eine Vorsorgemaßnahme“, beruhigt die Mark Zwuschenerin.

Umfängliche Investitionen

Thema dieses Beitrags sollen denn auch nicht die Gefahren durch das H5N8-Virus sein, sondern die jüngsten umfänglichen Investitionen, mit denen der Öko-Familienbetrieb auf Wachstum gesetzt hat. Die Bauaktivitäten am dritten Standort des Heidehofes in der Ringstraße 100 von Mark Zwuschen starteten im Dezember 2012. „Nach einem halben Jahr Bauzeit konnten schon die ersten Hühner kommen - die Belegung fürs erste Stallabteil, 2 957 Tiere, am 1. Juli 2013, die zweite Teilbelegung, noch einmal 2 957 Tiere, im November 2013“, sagt Michael Stecher, Sohn der Inhaberin.

Der 35-Jährige war mal Bankkaufmann, hat dann aber auf Landwirt umgeschult und auch gleich noch seinen Meister gemacht, alles ab 2009 als Abendschüler in Luckenwalde. Auf dem Heidehof arbeitet er aber schon seit 2004 mit. Er kennt sich daher bestens aus und die Zahlen für die MZ hat er alle im Kopf.

Verfügbare Ressourcen sollen effektiv genutzt werden

„Im Februar 2014 wurden auch die neue Eier-Packstelle und die Sozialräume an diesem Standort fertig“, ergänzt Michael Stecher. Die Verpackung befand sich vorher in der Ringstraße 2, einer früheren Korbflechterei. „Die Räume dort waren zu klein für die moderne Strecke.“ Insgesamt brachte es die beschriebene Investition auf ein Volumen von rund 750 000 Euro, 30 Prozent davon schoss die EU als Förderung zu.

Doch dies ist nicht das erste Mal, dass die Familie soviel Geld in die Hand nimmt. „Zwischen 2006 und 2008 haben wir in der Ringstraße 96 drei neue mobile Ställe und eine Rundbogenhalle geschaffen“, erinnert der Juniorchef. Kostenpunkt damals: an die 600 000 Euro. Außerdem kamen an diesem Standort 400 hochstämmige Obstbäume in die Erde. „Zum Schutz der Tiere, zum Beschatten des Bodens und natürlich zum Ernten der Früchte“, erklärt Michael Stecher. „Alte Sorten - Äpfel, Kirschen, Pflaumen, Quitten und Birnen. Gegessen haben wir schon davon, aber für eine richtige Ernte hat’s noch nicht gereicht.“ Deutlich zu erkennen ist jedoch das Bestreben, alle verfügbaren Ressourcen so effektiv wie möglich zu nutzen. Das gilt auch für andere Bereiche des Unternehmens. „Wir wollen mit dem Markt wachsen“, blickt der 35-Jährige in die Zukunft. Ein Problem dabei ist die begrenzte Fläche (34 Hektar, davon neun Hektar Hühnerauslauf, der Rest ist Acker und ein bisschen Grünland), die dem Heidehof zur Verfügung steht. „Zukäufe und Pachten sind schwierig.“ Dennoch streben Stechers an, sich in der Perspektive zumindest mit dem Gros des ökologisch angebauten Hühner-Futters selbst zu versorgen.

Weiterverarbeitung überschüssiger Eier und Althühner

Ein weiteres Zukunftsprojekt des direktvermarktenden Unternehmens, das zum Verbund Ökohöfe gehört, ist dies: Überschüssige Eier und Althühner sollen in eigener Regie weiterverarbeitet und so veredelt werden, zu Nudeln, Eierlikör, Frikassee und Hühnerbrühe. Die dafür erforderliche Produktionsstrecke will man 2015 zu schaffen beginnen, und zwar in der alten Korbflechterei. (mz)