Autobahn A 16

Autobahn A 16: Nicht im vordringlichen Bedarf

Halle/MZ. - Im Fall des aus den Regionen Leipzig, Torgau, Jessen und Herzberg geforderten Baus der Weiterführung der Autobahn A16 bis zum Anschluss Duben war jede Zuversicht vergeblich. Am Mittwoch entschied die Bundesregierung, diesen Autobahnabschnitt nicht in den vordringlichen ...

Von Klaus Adam 04.07.2003, 15:58

Im Fall des aus den Regionen Leipzig, Torgau, Jessen und Herzberg geforderten Baus der Weiterführung der Autobahn A16 bis zum Anschluss Duben war jede Zuversicht vergeblich. Am Mittwoch entschied die Bundesregierung, diesen Autobahnabschnitt nicht in den vordringlichen Bedarf

aufzunehmen. Festgehalten ist er im Punkt "Weiterer Bedarf" und zwar dort als "neues Vorhaben mit festgestelltem hohem ökologischen Risiko".

"Das ist eine mittlere Katastrophe", bewertet Robert Schöpp, Landrat des Kreises Torgau-Oschatz, die jetzige Entscheidung. Und da sei er sich auch einig mit seinem Herzberger Amtskollegen Klaus Richter. Für Schöpp ist die Sache aber noch nicht erledigt. Er erinnert im Gespräch mit der MZ daran, dass Bundesverkehrsminister Manfred Stolpe noch vor wenigen Tagen auf einem Treffen bei der Industrie- und Handelskammer Leipzig zumindest den Teil A16 bis Torgau zugesagt habe. "Jetzt sind nur ein paar Umgehungsstraßen im Plan", bedauert der Landrat. Gerade im Hinblick auf die EU-Osterweiterung wäre die Tangente in Richtung Polen wichtig gewesen, stellt er klar.

Jetzt solle alle Kraft daran gesetzt werden, den Bundesplan nachzubessern. Zahlreiche sächsische Abgeordnete in Berlin, insbesondere der CDU, weiß er da auf seiner Seite. Auch sämtliche Fraktionen des Kreistages hätten sich dazu bekannt, mit den Entscheidungsträgern erneut zusammenkommen zu müssen, schildert Schöpp die Stimmungslage. Schon die Bundesstraße 87 wenigstens vierstreifig auszubauen, wäre ein Schritt in die richtige Richtung. Doch auch das sei nicht im Plan.

Das sieht eine Sprecherin des Bundes-Verkehrsministeriums gar nicht so. Sie weist die Zuständigkeit jedoch in die Länder zurück. "Das muss in gemeinsamer Abstimmung geklärt werden", so die Sprecherin. Die Initiative läge allerdings bei den Ländern, da sie den nötigen Planungsvorlauf für den Ausbau der Bundesstraßen schaffen müssten. Sie hätten sämtliche ökologischen und naturschützerischen Bedenken auszuräumen.

Bei den Gründen für die Entscheidung verweist sie auf den Aspekt des "festgestellten hohen ökologischen Risikos" beim Bau der A 16-Fortsetzung. Und darauf, dass das Land Brandenburg den Autobahnbau ohnehin nicht favorisierte, sondern den Ausbau der bestehenden Bundesstraßen, damit auch der B87. Es würden jedoch weiterhin Gespräche laufen, beteuert die Sprecherin aus dem Ministerium.