Projekt „Luther war hier“

Projekt „Luther war hier“ : Prägende Jahre in Mansfeld

Mansfeld - „Luther war hier“ - so heißt das Tourismus-Projekt, das mehr als 60 Luther-Orte in Sachsen-Anhalt in den Blickpunkt rückt. Orte, an denen sich Luther aufgehalten hat oder aufgehalten haben soll, sowie Orte, mit denen Luther-Legenden verbunden sind. Mansfeld gehört natürlich ganz klar zur ersten Kategorie: Luther ist hier aufgewachsen. 1484, kurz nach seiner Geburt, ist die Familie von Eisleben nach Mansfeld gezogen, wo Luther bis 1497 seine Kindheit verbracht hat. Und auch später sei er dem Mansfelder Land immer „sehr innig“ verbunden geblieben, so Daniel Leis von der Stiftung Luthergedenkstätten. Leis hat am Freitag eine von drei Edelstahl-Plaketten „Luther war hier“ in Mansfeld angebracht: an Luthers Elternhaus gegenüber dem Museumsneubau der ...

Von Jörg Müller 03.04.2016, 11:38

„Luther war hier“ - so heißt das Tourismus-Projekt, das mehr als 60 Luther-Orte in Sachsen-Anhalt in den Blickpunkt rückt. Orte, an denen sich Luther aufgehalten hat oder aufgehalten haben soll, sowie Orte, mit denen Luther-Legenden verbunden sind. Mansfeld gehört natürlich ganz klar zur ersten Kategorie: Luther ist hier aufgewachsen. 1484, kurz nach seiner Geburt, ist die Familie von Eisleben nach Mansfeld gezogen, wo Luther bis 1497 seine Kindheit verbracht hat. Und auch später sei er dem Mansfelder Land immer „sehr innig“ verbunden geblieben, so Daniel Leis von der Stiftung Luthergedenkstätten. Leis hat am Freitag eine von drei Edelstahl-Plaketten „Luther war hier“ in Mansfeld angebracht: an Luthers Elternhaus gegenüber dem Museumsneubau der Stiftung.

Die Plaketten, die bei der Mansfeld Anlagenbau und Umwelttechnik AG in Hübitz gefertigt werden, tragen jeweils einen QR-Code. Per Smartphone lässt sich eine Internet-Seite öffnen, auf der sich Informationen über das betreffende Gebäude sowie Ereignisse in Luthers Leben finden. Im Februar sind in Eisleben vier Plaketten angebracht worden (die MZ berichtete); insgesamt sind es mit den Mansfeldern nun zwölf. „Wir versuchen immer, einen Termin zu finden, der eine Beziehung zu dem Ort hat“, sagte Alfred Reichenberger vom Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie. In Mansfeld lag der 1. April als Datum von Luthers Einschulung nahe. Während man bislang allerdings vom 1. April 1488 ausgegangen sei, so Reichenberger, würden neuere Forschungen eher auf 1491 hindeuten. „Das wäre auch wahrscheinlicher, weil Luther sonst ja schon mit viereinhalb Jahren eingeschult worden wäre.“

„Die Jahre in Mansfeld sind sehr prägend für Luther gewesen“, sagte Leis. „Länger als hier hat er nur in Wittenberg gelebt.“ Dort habe er sich aber offenbar längst nicht immer so wohl gefühlt wie in Mansfeld, so Leis. Prägend für Luther war in jedem Fall der Besuch der Lateinschule, die sich an der St. Georgskirche befand. An der Stelle des bereits im 16. Jahrhundert abgebrannten Originalgebäudes steht heute der im Jahr 2000 errichtete Neubau mit der Stadtinformation. Hier brachte Bürgermeister Gustav Voigt die zweite Plakette an. Voigt dankte den Initiatoren des Projekts „Luther war hier“, dem Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie und der Investitions- und Marketinggesellschaft Sachsen-Anhalt. Ziel ist, die Luther-Orte im Land zu vernetzen und so den Tourismus weiter zu beleben. Darauf hofft auch Bürgermeister Voigt.

Mit der dritten Plakette wurde das Schloss als Luther-Ort gekennzeichnet. Hier ist Luther nachweislich im Oktober und Dezember 1545 zu Gast gewesen; zu Weihnachten predigte er in der Schlosskirche. Weitere Aufenthalte auf dem Schloss seien zu vermuten, so Volker Schmidt vom Förderverein. Eine weitere Plakette soll zum Kreiskirchentag im Juni ihren Platz an der Georgskirche finden. (mz)