Mansfeld-Museum

Mansfeld-Museum : Stadt setzt auf Neuanfang nach Querelen um vergangene Kunstschau

Hettstedt - Junge Künstler starten ein vielversprechendes Projekt mit einer Einladung an die Bevölkerung.

Von Fabian Wagener

Hettstedts Bürgermeister Danny Kavalier (CDU) war die gute Laune anzusehen. Es war ja auch in gewisser Weise ein Moment des Aufbruchs da am Mittwochmorgen im Mansfeld-Museum in Hettstedt, wo die Künstler Marie-Luise Meyer und Oliver Scharfbier ein neues Kunstprojekt vorstellten. „Ich freue mich darauf, und es wird uns helfen, dass Haus weiterzuentwickeln“, sagte Kavalier.

Die Zeichen stehen auf Neuanfang im schmucken Humboldtschloss. Nach den Querelen um die Ausstellungen des Münchner Filmemachers und Kurators Ralf Würth, der aus Sicht der Stadt nicht recht halten konnte, was er versprach, soll nun vieles anders werden. Und das wissen auch die Künstler: „Wir drücken auf Reset“, sagte Oliver Scharfbier.

Neuanfang im Mansfeld-Museum soll gemeinsam mit der Bevölkerung gelingen

Dass der Neuanfang im Mansfeld-Museum durchaus gelingen kann, war am Mittwoch offenkundig. Nicht nur, dass die beiden Künstler ihre Vorhaben skizzierten, sie machten auch von Anbeginn deutlich, worauf sie großen Wert legen: auf die Einbindung der lokalen Bevölkerung.

Die Künstler Marie-Luise Meyer aus Halle und Oliver Scharfbier aus Magdeburg werden für ein Jahr im Mansfeld-Museum an einer Konzeptidee arbeiten und sich künstlerisch mit der Geschichte der Region und dem Humboldtschloss auseinandersetzen.

Finanziert wird das Kunstprojekt über ein sogenanntes Heimatstipendium, einem Förderprogramm der Kunststiftung des Landes Sachsen-Anhalt. Wie Kurator Björn Hermann sagte, geht es bei dem Förderprogramm darum, mehr Aufmerksamkeit für kleinere Museen im ländlichen Raum zu erzeugen.

Sowohl die beiden Künstler Meyer und Scharfbier als auch das Mansfeld-Museum in Hettstedt haben sich unter zahlreichen Bewerbern durchsetzen können. Insgesamt wurden acht Museen in Sachsen-Anhalt und neun Künstler im Rahmen des Projekts ausgewählt.  (mz)

So laden sie gleich in der kommenden Woche noch einmal ins Schloss. Am Donnerstag, 23. November, um 18 Uhr können alle, die wollen, kommen. Es werde ein Buffet geben, so Scharfbier, dazu eine kleine Präsentation.

Und die Gäste haben die Möglichkeit, Fragen zu stellen. „Es geht darum, sich kennenzulernen“, sagte Marie-Luise Meyer, die Keramikerin ist und in ihrem Projekt auch Schulklassen und andere Interessierte einbinden will. „Wir sind offen für Anregungen der Bevölkerung.“

Worum aber genau geht es in dem neuen Kunstprojekt? Und wie ist die Zusammenarbeit zwischen dem Museum und den Künstlern, die aus Halle und Magdeburg kommen, zustandegekommen?

Meyer, Scharfbier und das Mansfeld-Museum haben im Rahmen eines Förderprogramms der Kunststiftung des Landes Sachsen-Anhalt zusammengefunden, dem sogenannten „Heimatstipendium“.

Förderprogramm der Kunststiftung des Landes Sachsen-Anhalt finanziert das Projekt im Mansfeld-Museum Hettstedt

Die Künstler haben sich dafür beworben, genau wie das Museum. Mit Erfolg. Ein Jahr lang werden Meyer und Scharfbier finanziell unterstützt, um sich künstlerisch mit der Region auseinanderzusetzen, einen Schwerpunkt wird der Bergbau bilden. „Wir wollen uns der Geschichte der Region und des Hauses hier annähern“, erläuterte Scharfbier. Die Künstler können das Archiv im Schloss verwenden, zwei Räume dienen ihnen als Atelier.

Wie Stadtsprecherin Christin Saalbach sagte, erhoffe man sich von dem Projekt eine Stärkung des regionalen Bezugs im Museum. Wenn das Mansfeld-Museum im März wieder seine Tore öffne, werde es dort zunächst eine Fotoausstellung zur Stadtgeschichte geben. Später sollen dann auch Arbeiten von Meyer und Scharfbier in den Räumlichkeiten zu sehen sein.

Die Künstler laden alle Interessierten zu einem Vorstellungsabend mit Buffet am Donnerstag, 23.November, 18 Uhr ins Humboldtschloss ein. (mz)