Nach Beschluss im Stadtrat

Verwaltung geht in Widerspruch - Wird am Saaleufer in Halle bald weiter geschottert?

Die Verwaltung geht gegen einen Ratsbeschluss vor, der die Schotterungen eigentlich minimieren sollte. Begründet wird das mit negativen Folgen für die Stadtfinanzen.

Von Jonas Nayda Aktualisiert: 13.05.2022, 09:52 • 12.05.2022, 18:11
Die großflächigen Steinschüttungen am Saaleufer (hier im Bereich der Peißnitz) hatten im Herbst 2021 für viele Diskussionen gesorgt.
Die großflächigen Steinschüttungen am Saaleufer (hier im Bereich der Peißnitz) hatten im Herbst 2021 für viele Diskussionen gesorgt. Foto: Silvio Kison

Halle (Saale)/MZ - Die Stadtverwaltung hat offiziell Widerspruch gegen den Stadtratsbeschluss eingelegt, mit dem die noch ausstehenden Steinschüttungen am Saaleufer auf ein Minimum beschränkt werden sollten. Der Beschluss war erst vor wenigen Wochen mehrheitlich verabschiedet worden. Wie René Rebenstorf, Beigeordneter für Stadtentwicklung, erklärte, habe das allerdings eine negative Auswirkung auf die Stadtfinanzen und könne deshalb nicht akzeptiert werden.

Seit dem von Umweltschützern erwirkten Baustopp zahlt die Stadt täglich 1.500 Euro „Stillstandskosten“ an die Baufirma. Man dürfe jetzt keine weitere Zeit mehr verlieren, hieß es am Dienstagabend aus der Stadtverwaltung. Deshalb sollen bald die Arbeiten wieder aufgenommen werden. Die Schotterungen sollen nun „punktuell“ dort ausgeführt werden, wo Verkehrssicherungspflichten bestehen und nur noch maximal zehn Zentimeter über die mittlere Wasserlinie hinaus ragen. Bäume und Sträucher sollen dafür nicht mehr gefällt werden.

Kritik kam am Mittwoch von der Fraktion Hauptsache Halle & Freie Wähler, die den Beschluss initiiert hatten, gegen den die Stadt Widerspruch erhoben hat. Die Verwaltung habe „leider nichts dazugelernt“, heißt es in einer Pressemitteilung. Man brauche naturnahe Uferzonen.