Überraschung bei Gisa Lions

Überraschung bei Gisa Lions: Charlotte Kreuter schafft den Sprung in die Bundesliga

Halle (Saale) - Ärmel hochkrempeln. Und Spaß haben. Charlotte Kreuter weiß jetzt, dass das eine das andere nicht ausschließt. Die Basketballerin hatte sich vor Saisonbeginn dazu durchgerungen, sich der großen Herausforderung Bundesliga zu stellen. „Es war die richtige Entscheidung“, sagt die 20-Jährige nach elf Bewährungsproben mit durchschnittlich 20 Minuten Einsatzzeit und 7,4 Punkten je ...

Von Petra Szag
Charlotte Kreuter spielt sich bei den Gisa Lions in den Vordergrund. Holger John

Ärmel hochkrempeln. Und Spaß haben. Charlotte Kreuter weiß jetzt, dass das eine das andere nicht ausschließt. Die Basketballerin hatte sich vor Saisonbeginn dazu durchgerungen, sich der großen Herausforderung Bundesliga zu stellen. „Es war die richtige Entscheidung“, sagt die 20-Jährige nach elf Bewährungsproben mit durchschnittlich 20 Minuten Einsatzzeit und 7,4 Punkten je Spiel.

„Charlotte hat eine überraschend erfreuliche Entwicklung genommen“, sagt Trainer Peter Kortmann über die Debütantin in seinem Team, „sie hilft uns, ganz klar“. Auch am Sonntag (16 Uhr), wenn es in der heimischen Erdgas-Arena gegen Spitzenreiter Keltern geht, hofft er auf seine Nummer 13. „Sie spielt frei auf und macht ihr Ding.“

Charlotte Kreuter zweifelte an ihre Qualität

Dabei hatte die Hallenserin Vorbehalte, „ob ich das schaffe“. Denn auch wenn sie aus einer sportbegeisterten Familie stammt - ihr Vater Martin Kreuter gehört zu Halles Basketball-Urgesteinen und auch ihr Bruder und die kleine Schwester spielen - hat Charlotte Kreuter nicht den typischen Weg über die Sportschule genommen.

Anders also als etwa die Schinkel-Schwestern, die auch schon mit 16 Jahren in der Bundesliga debütierten. „Ich habe das mehr als Hobby angesehen mit zweimal Training in der Woche beim USV.“

Ein Jahr als Austauschschülerin im US-amerikanischen Edmond hat die Leidenschaft weiter angefacht. „Wir haben dort erstmal zwei Monate nur Ausdauer trainiert, bevor es überhaupt aufs Spielfeld ging“, nennt sie den größten Unterschied zum hiesigen Training. Athletik und Schnelligkeit zum Korb sind heute ihre größte Stärke. Und das Selbstbewusstsein ist gewachsen.

Charlotte Kreuter studiert auf Lehramt

Inzwischen ist sie froh, dass sie sich doch noch für das Abenteuer Bundesliga entschieden hat. „Wäre ich in der zweiten Mannschaft und damit in der Regionalliga geblieben, hätte ich durch den Lockdown jetzt gar nicht spielen können“, sagt Charlotte Kreuter.

Das Training ist zudem eine gute Ergänzung zu ihrem Grundschul-Lehramtstudium, das aktuell vor allem online vorangetrieben wird. Die Zusammenarbeit mit ihren Mitspielerinnen aus Großbritannien, den USA oder Tschechien sieht Charlotte Kreuter auch als Gewinn an. „Wir sind als Team wirklich gut zusammengewachsen“, findet sie.

Der enge Liga-Rhythmus - allein im Januar warten sechs Spiele - „ist schon eine große Belastung, aber schaffbar“, sagt die Debütantin. Der Spaß bleibt trotzdem nicht auf der Strecke. Erst recht nicht, wenn Charotte Kreuter mit den Lions am Ende den Klassenerhalt schaffen würde. (mz)