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Toter Hausmeister im Ex-Maritim-Hotel in Halle ist ein Gerücht

Toter Hausmeister im Ex-Maritim-Hotel in Halle ist ein Gerücht: Mediziner reagiert auf "medial verbreitete Schauergeschichten"

Halle (Saale) - Die Geschichte eines Gerüchtes - sie ist auch die Geschichte von einem riesigen Leserinteresse. Das hat der am Freitag erschienene MZ-Beitrag über einen angeblich von Flüchtlingen verprügelten und später gestorbenen Hausmeister der Erstaufnahmeeinrichtung im ehemaligen Maritim-Hotel in Halle hervorgerufen. Tausendfach wurde der Text auf der Webseite der MZ angeklickt, mehrere zehntausend Male über Facebook wahrgenommen und weit mehr als 100 Mal auf verschiedenen Kanälen ...

28.11.2015, 09:25

Die Geschichte eines Gerüchtes - sie ist auch die Geschichte von einem riesigen Leserinteresse. Das hat der am Freitag erschienene MZ-Beitrag über einen angeblich von Flüchtlingen verprügelten und später gestorbenen Hausmeister der Erstaufnahmeeinrichtung im ehemaligen Maritim-Hotel in Halle hervorgerufen. Tausendfach wurde der Text auf der Webseite der MZ angeklickt, mehrere zehntausend Male über Facebook wahrgenommen und weit mehr als 100 Mal auf verschiedenen Kanälen kommentiert.

Innenministerium und Polizei hatten die vor allem über soziale Netzwerke verbreitete Prügelgeschichte und auch den angeblichen Tod des Hausmeisters deutlich dementiert. Unter den Kommentaren zu dem Beitrag findet sich nun auch die Frage, warum nicht er selbst befragt wird. Die vorläufige Antwort: Die MZ hat am Freitag versucht, offiziell einen Kontakt herzustellen - noch allerdings erfolglos. Das für das ehemalige Maritim zuständige Innenministerium in Magdeburg verwies darauf, dass der Mann kein Landesangestellter, sondern Mitarbeiter der Malteser sei. Dort wiederum hieß es, die Öffentlichkeitsarbeit müsse zunächst intern beraten werden - dies solle am Montag geschehen.

Chefarzt meldet sich zu Wort

Zu Wort gemeldet hat sich unterdessen ein ganz anderer: Hendrik Liedtke, Chefarzt im Elisabeth-Krankenhaus und verantwortlicher ärztlicher Koordinator der Landesaufnahmeeinrichtung (LAE) Halle, also für das ehemalige Maritim-Hotel. Als Arzt habe er Schweigepflicht, schrieb er. Als ärztlicher Koordinator breche er aber keine Schweigepflicht, „wenn ich für einen Patienten, den es nie gegeben hat, hiermit nochmals bestätige, dass es weder einen verletzten Hausmeister noch einen verstorbenen Hausmeister der LAE Halle gab und einen verletzten Johanniter übrigens auch nicht, genauso wenig wie einen enthaupteten Iraker oder andere medial verbreitete Schauergeschichten.“

Dass er zu „solch einem absurden Statement“ greifen müsse, so Liedtke, liege daran, „dass unser gesamtes Team es Leid ist, ständig auf diese Haltlosigkeiten in einem Maße angesprochen zu werden, dass es bereits unsere tägliche Arbeit behindert. Diese ist jedoch schon schwer genug!“ (mz)