„Signal für Halles Stadtentwicklung"

„Signal für Halles Stadtentwicklung": Was das neue Gebäude am Riebeckplatz bieten wird

Halle (Saale) - So richtig vorstellen konnte es sich bislang keiner. Auf dem so genannten grünen Hügel am Hauptbahnhof, südöstlich des Rondells, will die Firma Papenburg das markanteste Gebäude am Riebeckplatz bauen: eine Immobilie wie ein großes L, mit einem Fahrradparkhaus, Büros, Konferenzzone und einem Vier-Sterne-Hotel. Reicht die Größe des Grundstücks dafür überhaupt ...

Von Dirk Skrzypczak 08.10.2019, 06:00

So richtig vorstellen konnte es sich bislang keiner. Auf dem so genannten grünen Hügel am Hauptbahnhof, südöstlich des Rondells, will die Firma Papenburg das markanteste Gebäude am Riebeckplatz bauen: eine Immobilie wie ein großes L, mit einem Fahrradparkhaus, Büros, Konferenzzone und einem Vier-Sterne-Hotel. Reicht die Größe des Grundstücks dafür überhaupt aus?

75 Meter wird sich der Bau mit seinen 18 Etagen Richtung Himmel strecken

Die Visualisierung der HPP Architekten GmbH gibt darauf die Antwort. Ja, sie reicht. Und Papenburg will keine Zeit vertrödeln. Am 14. Oktober soll der Gestaltungswettbewerb starten. Dann können Planungsbüros Vorschläge für die Außenansicht, die Dachbegrünung und die Außenanlagen einreichen. Ein Gremium wird Ende Januar 2020 die Entscheidung über die finale Gestaltung treffen. An der Kubatur des Hochhauses wird sich nichts mehr ändern.

Und Höhe ist das richtige Stichwort. 75 Meter wird sich der Bau mit seinen 18 Etagen Richtung Himmel strecken und für alle Investitionen, die später am Riebeckplatz folgen, den Hochpunkt setzen. Zum Vergleich: die abgerissenen Punkthochhäuser am westlichen Riebeckplatz waren knapp über 60 Meter hoch. Das neue The-Niu-Hotel, ebenfalls von Papenburg gebaut, bringt es auf 34 Meter. Die blauen Türme der Marktkirche messen 83 Meter.

Standort am Riebeckplatzes ideal

Der Baukonzern Papenburg sieht in dem Projekt ein „Signal für die Stadtentwicklung an diesem wichtigen Platz“, wie Frank Heinze, Geschäftsführer der GP Papenburg Hochbau GmbH, gegenüber der MZ erklärt: „Wir freuen uns, dass wir nur ein Jahr nach dem Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan und drei Monate nach der Verabschiedung des Strukturkonzepts für den Riebeckplatz durch den Stadtrat der Umsetzung der ersten Bebauung mit großen Schritten näher kommen.“ Für die Mischung aus Büros, Vier-Sterne-Hotel und Fahrradparkhaus sei der zentrale Standort am Eingang des Riebeckplatzes ideal. „Zusammen mit der schon in diesem Monat abgeschlossenen Niu-Hotelinvestition wird die Chance der neuen ICE-Sprinterverbindung für Halle genutzt“, sagt Heinze.

Fahrradparkhaus und Vier-Sterne-Hotel mit Sky-Bar mit Blick über Halle

2022/23 soll der neue Komplex fertig sein - auf die Eröffnung warten auch Hunderte Pendler, die derzeit ihre Fahrräder noch kreuz und quer am und rund um den Hans-Dieter-Genscher-Platz abstellen. Das neue Fahrradparkhaus wird auf der Ebene des Rondells errichtet, dort, wo auch die Straßenbahnen fahren, und 350 überdachte Stellplätze bieten. Direkt über dem Fahrradparkhaus befindet sich der Block mit Restaurant, Hotellobby, Büroebenen und einer Konferenzzone. Zehn Etagen gehören dem Hotel mit seinen 200 Betten.

Neben dem Dorint und dem Dormero bekommt Halle damit eine weitere Vier-Sterne-Herberge. Der Höhepunkt des Gebäudes passt sowohl architektonisch wie auch im Wortsinn. Ganz oben, im 18. Stock, wird eine Sky-Bar eingerichtet, die einen traumhaften Blick über Halle verspricht. Für die Autos der Hotelgäste steht außerdem eine Tiefgarage zur Verfügung. Zu den Investitionskosten schweigt Papenburg. Sie dürften sich aber zwischen 60 und 70 Millionen Euro bewegen.

Gebäude am Riebeckplatz bilden sichtbare Eingangstor zur Innenstadt 

Und damit hat das hallesche Unternehmen sein Pulver am Riebeckplatz noch nicht verschossen. Dem Bauriesen gehört auch die Fläche nordöstlich des Platzes. Auf dem 4600 Quadratmeter großen Grundstück befindet sich derzeit ein öffentlicher Parkplatz. Papenburg will dort einen 55 bis 58 Meter hohen Bürotower bauen - die Deutsche Bahn soll bereits ihr Interesse an einer Nutzung signalisiert haben.

Außerdem errichtet Papenburg ein Parkhaus als Ersatz für die jetzigen Stellplätze, die der Investition zum Opfer fallen. Wann die Baufahrzeuge in diesem nordöstlichen Quadranten anrücken, steht noch nicht fest. Klar ist aber, dass die beiden geplanten Hochhäuser im Osten des Riebeckplatzes das neue, weithin sichtbare Eingangstor zur Innenstadt bilden und damit den Charakter des gesamten Platzes bestimmen werden. (mz)