Schnelltest für Zuhause

Schnelltest für Zuhause: Wo Hallenser die Corona-Kontrollen kaufen können

Halle (Saale) - Sie ist eine Säule in der aktuellen Pandemiebekämpfung: Die große Testoffensive. So hatten Bund und Länder vereinbart,  dass Bürger in Deutschland ab dieser Woche mindestens einen kostenlosen Schnelltest pro Woche machen können. Zudem kündigten Handelsketten an, sogenannte Laien-Schnelltests, die jeder Bürger selbst vornehmen kann, ins Sortiment aufzunehmen. In Halle waren die am Montagvormittag aber nur schwer zu ...

Von Denny Kleindienst

Sie ist eine Säule in der aktuellen Pandemiebekämpfung: Die große Testoffensive. So hatten Bund und Länder vereinbart,  dass Bürger in Deutschland ab dieser Woche mindestens einen kostenlosen Schnelltest pro Woche machen können. Zudem kündigten Handelsketten an, sogenannte Laien-Schnelltests, die jeder Bürger selbst vornehmen kann, ins Sortiment aufzunehmen. In Halle waren die am Montagvormittag aber nur schwer zu bekommen.

Corona-Schnelltests ab Mitte der Woche bei Drogeriemarkt

Bei Lidl gab es zwar FFP2- und medizinische Masken  im Angebot, aber keine Schnelltests. Bei Aldi gab es die Tests bereits am Samstag, doch am Montag waren keine mehr übrig. Ob und wann neue geliefert werden, konnte eine Mitarbeiterin nicht sagen. Bei Rewe wurde bei der Frage nach Schnelltests auf die nächsten Wochen verwiesen, bei Rossmann auf die nächsten Tage.

Die Pressestelle der Drogerie-Kette teilte mit, Rossmann „bietet voraussichtlich Mitte der Woche in seinen Verkaufsstellen einen Corona-Schnelltest an“, sofern der Lieferant den Liefertermin einhalte. Man arbeite zudem mit Hochdruck daran, zugelassene Tests anderer Hersteller ins Sortiment aufzunehmen.
Aldi erklärte auf MZ-Nachfrage: „Wir sind stolz darauf, als erste Händler Corona-Selbsttests anbieten zu können, gleichzeitig hat uns das Interesse in dieser Intensität doch überrascht.“

 In der Vergangenheit  gab es schon Corona-Schnelltests, die  in der praktischen Anwendung gescheitert sind, sagt der Mediziner Hendrik Liedtke. Wie zuverlässig die neuen Laien-Tests sind,  müsse man nun abwarten.

Zukünftig könnten diese Tests aber helfen, die Pandemie einzudämmen, ist Liedtke überzeugt. Und das, obwohl sie nicht so genau sind wie ein PCR-Test, der denn auch als Bestätigung eines positiven Testergebnisses folgen muss. Einen großen Effekt haben die Schnelltests seiner Ansicht nach vor allem dann, wenn sie mehrmals die Woche eingesetzt werden. Die immer wieder aktualisierten Testergebnisse könnten dann dabei helfen, zu verfolgen, wie das Virus sich entwickelt und die Neuinfektionen verlaufen.

„Das ist sehr hilfreich“, sagt Liedtke. Nach einem Jahr Erfahrung mit dem Coronavirus in Halle habe man es in der Stadt nun mit der britischen Mutation des Virus zu tun, die wieder neue Fragen aufwerfe. „Wir können derzeit nicht einschätzen, wie sich die Lage entwickelt.“  Und so gelte es, weiterhin zu überprüfen, ob die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie auch die erhoffte Wirkung zeigten. Der Ärztliche Direktor des Elisabeth-Krankenhauses ist allerdings überzeugt: „Massentest und Massenimpfungen sind garantiert der richtige Weg.“

Apothekerin: Tests sollten einen nachvollziehbaren Standard haben

Die Beschaffung zugelassener Selbsttests sei herausfordernd, daher habe Aldi am Samstag nur eine sehr begrenzte Menge anbieten können.  Schon in dieser Woche werde aber Nachschub ankommen. „Das gilt selbstverständlich auch für unsere Filialen in Halle“, heißt es von Aldi. Die Abgabemenge werde dabei auf einen Selbsttest pro Käufer begrenzt. „Wir leben in Erwartung“, sagt indes Annette Pallas, die Chefin der Apotheke am Rathenauplatz, am Montagvormittag.

Noch wurden die Laien-Schnelltests nicht geliefert, die sie  Anfang März bestellt hat, nachdem das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) eine Liste mit zertifizierten  Antigen-Tests herausgegeben hatte. Dass die Tests auf dieser Liste stehen, war ihr wichtig.  Denn sie sollten „einen nachvollziehbaren Standard haben“ und eine Genauigkeit „nahe 100 Prozent“, so die Apothekerin. Bestellt habe sie Nasaltests.

Nachfrage nach Schnelltest ist da

Einen Antigen-Schnelltest, bei dem eine Speichelprobe abgegeben wird, bietet dagegen die  Richard-Wagner-Apotheke  nahe dem Landesmuseum an. Dieser Test  steht allerdings nicht  auf der besagten Liste des BfArM. Das bedeutet konkret: Dem Paul-Ehrlich-Institut liegen noch keine Testergebnisse zur Sensitivität dieses Schnelltests vor. 

Darauf wird beim Verkauf in der Richard-Wagner-Apotheke aber auch hingewiesen. Der chinesische Hersteller gibt eine relative Sensitivität von 90 Prozent an. Seit zwei Wochen habe man die Schnelltests im Angebot, sagt Apothekerin Beatrice Raith. Sie sagt auch: „Das wird schon nachgefragt.“

Schnelltest sei Leien-Kiste: Ergebnisse mit Vorsicht zu genießen

Hendrik Liedtke, der Ärztliche Direktor des Elisabeth-Krankenhauses  in Halle und zudem Teil des städtischen Pandemiestabs,  findet es „grundsätzlich gut“, dass mit den Laien-Tests die Testungen nun in die Breite gelegt werden, wie er sagt (siehe „Chefarzt hält Einsatz ...“).

Man müsse allerdings abwarten, wie zuverlässig diese Tests seien. Wie viele solcher Laientests in Sachsen-Anhalt verfügbar sind, „wissen wir nicht“, sagt hingegen Ute Albersmann, Sprecherin des Sozialministeriums.  Sie betont aber: „Das ist eine reine Laien-Kiste.“ Das Ergebnis sei also mit Vorsicht zu genießen und wohl nur für den gedacht, der den Test mache. (mz)