Schneller Radweg für die Beesener Straße
Halle/MZ. - Anwohner dürften wenig begeistert sein, zumal die südliche Innenstadt schon jetzt unter Stellplatzmangel leidet. Die Verkehrsplaner wollen jedoch in der abschüssigen Straße (fünf Prozent Gefälle) mehr Platz für Radfahrer schaffen.
"Wir wollen eine zweite Kröllwitzer Straße vermeiden", sagte Abteilungsleiter Rainer Möbius im Planungsausschuss und wies auf viele Unfälle mit Radfahrern hin, die sich dort seit dem Umbau ereignet hätten. Auch in der Kröllwitzer Straße geht es stadteinwärts stark bergab, auf einem Teilstück fehlt der separate Radweg. Möbius: "Die Sicherheit für die Radfahrer ist höher einzustufen als das Parken."
Im nördlichen Abschnitt ist die Beesener Straße im Durchschnitt nur 14,80 Meter breit. Geparkt wird derzeit auf beiden Seiten, Radwege fehlen. Die Hallesche Verkehrs AG (Havag) sieht sich durch Radfahrer, die bergauf einige Zeit brauchen, behindert, sie radeln im Gleisbett. Die von den Planern favorisierte Umbauvariante sieht auf der Ostseite keine Parkplätze mehr vor, stattdessen einen separaten Radweg, auf dem bergab gefahren werden kann. Auf der Westseite - bergauf - sollen sich Radfahrer und Fußgänger einen kombinierten Weg teilen. Demnach würden insgesamt 6,70 Meter Straßenbreite auf Fußgänger und Radfahrer entfallen, derzeit sind es nur je zwei Meter Fußweg zu beiden Seiten.
Im Stadtrat ist man offenbar bereit, dieses Konzept mitzutragen, im Planungsausschuss stimmte niemand dagegen. Strittig war lediglich, ob der schnelle Radweg bergab eine Asphaltdecke bekommen soll oder Pflaster. "Wir schlagen aus gestalterischen Gründen Pflaster vor, es sieht schöner aus. Asphalt macht die Straße dunkel", sagte Planungsamtsleiter Jochem Lunebach, während sich Stadtrat Dietmar Weihrich (Bündnisgrüne) für eine Schwarzdecke aussprach, da man darauf bequemer fahre könne. Sein Antrag wurde vom Ausschuss mehrheitlich abgelehnt. Lunebach will nun Pflaster, das ganz schmale Fugen hat, aussuchen. "Da wird man beim Fahren kaum Stöße merken", sagte er.
Die Gesamtbaukosten werden mit 2,9 Millionen Euro beziffert. Anlieger müssen Ausbaubeiträge zahlen, insgesamt etwa 210 000 Euro. Begründet wird die Baumaßnahme mit verschlissenen Straßenbahngleisen, die dringend erneuert werden müssten, wie es hieß. Im Jahr 2010 soll der Umbau der Torstraße folgen, ein Jahr später ist voraussichtlich der Rannische Platz an der Reihe. Kommentar Seite 10
Im Kleinen Saal des Stadthauses wird heute ab 18.30 Uhr auf einer Bürgerversammlung über das Bauvorhaben Beesener Straße informiert.