Pokal als letzte Probe

Pokal als letzte Probe: Wie die Gisa Lions für das erste Pflichtspiel gerüstet sind

Halle (Saale) - Ein Mix aus Pop und Hip-Hop schallt durch die kleine Sporthalle in Lettin. Dazu das Quietschen von Sportschuhen. Und ein „Klonk“ oder ein „Swish“, je nachdem ob ein Basketball auf den Ring oder wie angepeilt durch das Netz des Korbs geflogen ist. Sonst ist es still. Keine Ansagen, keine Pfiffe. Trainer Peter Kortmann ist ausnahmsweise nur ...

Von Fabian Wölfling
Trainer-Rückkehrer Peter Kortmann (r.) soll die Gisa Lions zum Klassenerhalt führen. www.imago-images.de

Ein Mix aus Pop und Hip-Hop schallt durch die kleine Sporthalle in Lettin. Dazu das Quietschen von Sportschuhen. Und ein „Klonk“ oder ein „Swish“, je nachdem ob ein Basketball auf den Ring oder wie angepeilt durch das Netz des Korbs geflogen ist. Sonst ist es still. Keine Ansagen, keine Pfiffe. Trainer Peter Kortmann ist ausnahmsweise nur Beobachter.

Es ist Freitagmorgen, ein Tag vor dem Pflichtspielauftakt der neu formierten Gisa Lions. Im Pokal geht es an diesem Samstag nach Braunschweig (18 Uhr). Der, weil im Basketball ja alles englische Namen trägt, „Shootaround“ vor dem Spiel steht an. Heißt: Eine Stunde Warmwerfen, um sich des Vertrauens in den eigenen Abschluss zu vergewissern. Positiv: Die „Swishs“ überwiegen die „Klonks“ bei weitem.

Gisa Lions starten optimistisch in neue Saison

Mit einer dazu passenden vorsichtig optimistischen Grundhaltung gehen die Lions in die neue Saison. „Wir brauchen zwar Zeit, am Anfang wird nicht alles funktionieren“, sagt Kortmann. „Aber das Team ist gut, es arbeitet gut und versteht langsam die Idee, wie wir spielen wollen.“ Nämlich aggressiv in der Verteidigung, mit Tempo nach vorn und dann den schnellen Abschluss suchen.

Vieles ist ja neu bei den Lions. Nicht nur das Trainergespann. Auch der Großteil des Kaders. Neun Zugänge stehen im zwölf Spielerinnen umfassenden Aufgebot. Ausgewählt hat sie Kortmann, der nach neun Jahren als Coach nach Halle zurückgekehrt ist.

Auf dem 59-Jährigen ruhen die Hoffnungen, dass es im halleschen Basketball nach Jahren des Niedergangs wieder Erfolge zu feiern gibt. Erstes, erstmal bescheidenes Ziel: „Klassenerhalt“, betont Kortmann. „Wir wollen in der Liga bleiben.“

Kortmann will im Pokal nochmal testen

Da spielt auch der Pokal nur eine Nebenrolle. „Das ist für uns ein letztes Vorbereitungsspiel“, sagt Kortmann sogar. Beim Zweitligisten will er unter Wettkampfbedingungen noch einmal testen, verschiedene Aufstellungen etwa. „Es geht darum, noch einmal allen Spielzeit zu geben“, sagt der Coach. „Aber wir sind der Erstligist und wollen natürlich gewinnen.“ So viel Ehrgeiz muss schon sein.

Zumal ein Erfolg eine Woche vor dem schweren Auftakt in Herne, Meister und Pokalsieger von 2019, psychologisch sicher hilfreich wäre. In der Vorbereitung gelang in drei Spielen nur ein Sieg, auch gegen Braunschweig wurde Ende September verloren (81:87). Dazu schmiss mit Inken Henningsen eines der Gesichter des Teams hin, sie kam mit Kortmann nicht zurecht.

Centerspielerin Kasparkova sieht noch Raum für Verbesserungen

Die Vorbereitung verlief also nicht störungsfrei. Trotzdem sagt auch Barbora Kasparkova, eine der drei verbliebenen Profis aus dem Kader der Vorsaison, nach dem Warmwerfen, „dass es Spaß macht mit dem Team zu spielen. Wir wollen in Braunschweig zeigen, dass wir der Erstligist sind.“

Spielerin wie Trainer schätzen den aktuellen Leistungsstand, unabhängig voneinander, beide bei 80 Prozent ein. „Beim Zusammenspiel können wir uns noch verbessern“, sagt Centerspielerin Kasparkova. Sieht auch Kortmann so. „Bei der Fitness haben wir aber in den letzten zwei Wochen einen Riesensatz gemacht, gerade die US-Amerikanerinnen“, sagt der Coach. Deshalb: „Es wird Zeit, dass es losgeht.“

(mz)