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Tiervermittlung in Halle Pluto und Pontus: Zwei Kater mit Ataxie suchen dringend ein Zuhause

Sie stolpern, sie wackeln und sind dabei doch voller Lebensfreude: Die Brüder Pluto und Pontus haben eine angeborene Bewegungsstörung. Ihre Pflegestelle in Halle kann sie nicht behalten, nun wird dringend ein neues Zuhause gesucht.

Von Hanna Schabacker 29.08.2025, 17:14
Die Brüder Pluto und Pontus  leben mit Ataxie. Trotzdem spielen und kuscheln sie gern.  Jetzt brauchen  sie dringend eine neue Pflegestelle.
Die Brüder Pluto und Pontus leben mit Ataxie. Trotzdem spielen und kuscheln sie gern. Jetzt brauchen sie dringend eine neue Pflegestelle. Foto: Tierschutzverein Halle

Halle (Saale)/MZ. - Pluto und Pontus sind anders und doch ganz normal. Die beiden dreijährigen Katzenbrüder leben derzeit noch in einer Pflegestelle in Halle, müssen diese aber bald verlassen. Für sie wird dringend ein neues Zuhause gesucht.

Kater ohne Mutter aufgefunden

Die Kater wurden ohne Mutter gefunden und wachsen seitdem mit einer Besonderheit auf: Beide leiden an Ataxie, einer angeborenen Bewegungsstörung durch eine Schädigung des Kleinhirns. Das bedeutet: Sie stolpern, fallen öfter hin und können nicht wie andere Katzen springen. Doch für sie selbst ist das Alltag. Sie kennen es nicht anders. Schmerzen haben sie keine. „Sie bewegen sich wie zwei normale Kater, die einfach Lust haben zu spielen“, beschreibt Doreen Schober, die die Tiere derzeit pflegt.

Trotz Krankheit zufrieden und schmerzfrei

Pontus ist der neugierigere der beiden, voller Entdeckerdrang, verspielt und angstfrei. Pluto ist ruhiger, verschmuster und braucht zwischendurch mehr Pausen. Trotz seiner zusätzlichen Erkrankung – einer Autoimmunstörung, die Medikamente erfordert – ist auch er lebensfroh, liebt Streicheleinheiten und den Kontakt zu anderen Katzen.

Verträglich mit anderen Katzen

Beide sind sehr sozial, verträglich mit Artgenossen und haben in den vergangenen Monaten enorme Fortschritte gemacht: Anfangs konnten sie keine Treppen steigen, inzwischen bewältigen sie kleine Stufen ohne Probleme. Natürlich brauchen die beiden Fellnasen etwas mehr Aufmerksamkeit als gesunde Tiere. Die Wohnung sollte ebenerdig und sicher eingerichtet sein, ohne hohe Kratzbäume oder spitze Gegenstände. Mehrere flache Katzentoiletten sind notwendig, da die beiden sich zum „Geschäft machen“ hinlegen müssen.

Missgeschicke gehören dazu

Gelegentliche Missgeschicke gehören dazu, lassen sich mit Routine aber gut handhaben. Wichtig: Der Tierschutzverein übernimmt auch künftig sämtliche Tierarzt-, Medikamenten- und Behandlungskosten. Allerdings ausschließlich über den Vereinstierarzt in Halle. Auch bei Futterkosten können Absprachen getroffen werden.

Schwerer Abschied für Tierschutzverein Halle

Trotz allem sind Pluto und Pontus keine „armen Tiere“, wie viele zunächst vermuten. Wer sie kennenlernt, sieht schnell: Sie genießen ihr Leben, lieben es, zu kuscheln, zu spielen und Katzengras zu knabbern: wie jede andere Katze auch. Wie schwer die Abgabe der beiden fällt, zeigte sich beim Besuch der MZ in der aktuellen Pflegestelle: Doreen, die sich seit mehr als einem Jahr liebevoll um die Kater kümmert, war den Tränen nahe. „Es ist eine Entscheidung, die mir wehtut“, sagt sie und macht klar, dass sie die Brüder nur aus privaten Umständen heraus abgeben muss, nicht aus Mangel an Zuneigung.

Neue Pflegestelle gesucht

Damit die beiden weiter in einem Zuhause leben können, sucht der Tierschutzverein nun dringend eine neue Pflegestelle oder, im besten Fall, ein Für-immer-Zuhause. Interessierte können Pluto und Pontus in ihrer jetzigen Pflegestelle kennenlernen. Der Verein unterstützt auch bei Fragen und allen weiteren Schritten.

Kontakt: Tel.: 015122364187[email protected]