Kommentar von Dirk Skrzypczak zur Niederlage vor Gericht

OB bleibt unter Druck

Oberbürgermeister Wiegand musste vor dem Verwaltungsgericht in Magdeburg eine Niederlage hinnehmen. (Foto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/)

Halle (Saale) - Jahrelang hatte das Land gegen Halles Oberbürgermeister ermittelt. Im März 2019 fällte die Kommunalaufsicht - verglichen mit dem Aufwand - ein eher mildes Urteil: Wiegand sollen die Dienstbezüge für sechs Monate gekürzt werden. Mit seiner Klage gegen die Bestrafung ist Wiegand nun gescheitert. Das Urteil des Verwaltungsgerichts kommt für den OB zur Unzeit, auch wenn es noch nicht rechtskräftig ist und Wiegand vor das OVG ziehen wird. Wiegand ist beurlaubt und versucht, sich in den Ratshof zurück zu klagen. Zwar haben die aktuellen Verfahren nichts mit den alten Fällen zu tun.

Dem OB dürfte es in der Öffentlichkeit aber immer schwerer fallen, sich als Opfer inszenieren zu wollen. Denn ein Opfer ist der 64-Jährige nicht. Seit 2012 pflegt Wiegand einen mitunter fragwürdigen Führungsstil - nach Innen in die Verwaltung wie auch nach Außen. Mit Paragrafen und Verordnungen argumentiert er, wenn sie ihm nutzen. Und noch etwas wurde im aktuellen Gerichtsprozess deutlich: Wird die Luft für ihn eng, schiebt er die Verantwortung von sich. Schuld haben dann Mitarbeiter, aber nicht er. Zumindest vor dem Verwaltungsgericht ist er damit gescheitert.

Den Autor erreichen Sie unter: dirk.skrzypczak@mz.de