Cultoursommer

Nach 15 Jahren endet die Kulturreihe im Neuen Theater in Halle

Halles Kulturszene hat sich gewandelt - Veranstalter will sich auf andere Projekte konzentrieren.

Von Katja Pausch 21.01.2022, 22:00
Ulf Herden im NT-Hof
Ulf Herden im NT-Hof Foto: Schlüter

Halle (Saale)/MZ - Halles Kultursommer war bisher ohne den Cultoursommer nicht zu denken: Vor 15 Jahren hat Cultourbüro-Chef Ulf Herden diese Reihe aus der Taufe gehoben, um die damals noch kulturarmen Sommermonate in der Saalestadt mit attraktiven Veranstaltungen im Hof des Neuen Theaters nicht nur zu füllen, sondern auch aufzuwerten. Nun aber zieht Herden die Reißleine: Die beliebte Reihe wird es nicht mehr geben.

Grund dafür, so der Cultourbüro-Chef, sei zum einen natürlich die Corona-Erfahrung der vergangenen zwei Jahre: „2020 musste der Cultoursommer komplett ausfallen“, so Herden. Das Jahr darauf habe er zwar stattgefunden und das sogar mit einem trotz Corona-Beschränkungen umfangreichen und vielseitigen Programm, aber nur mit etwas mehr als der Hälfte der früheren Besucherzahlen. Rund 5.000 Zuschauer habe Herden in besten Zeiten des Cultoursommers zählen können - vor Corona. 2021 seien es etwa 2.600 gewesen. „Langfristig ist so etwas kostendeckend nicht möglich“, so Herden, der für die Reihe Künstler und Künstlerinnen aus allen Sparten verpflichten konnte.

So haben „eigentlich alle halleschen Bands“ - darunter die Seldom Sober Company, Tricky Notes, Klaus Adolphi mit mehreren Projekten, Paul Bartsch & Band, Buckleys Chance und viele mehr -, diverse Jazzbands und in einer Uraufführung auch ein Jazz-Kabarett, Vokalisten wie Java Five, Kultbands wie Lift und Renft, Peggy Klemm, Thomas Rühmann und Walter Plathe, internationale Stars wie Maria Manzotta und Fjarill, die Kabaretts Herkuleskeule und Leipziger Pfeffermühle und hallesche Krimi-Autoren wie Peter Godazgar ein buntes Sommerprogramm gestaltet.

Zum anderen, nennt Herden einen zweiten Grund für das Aus, habe sich die Kulturszene in Halle gewandelt - auch unabhängig von Corona. „Inzwischen gibt es eine Vielzahl von Kulturangeboten in den Monaten Juli und August“, so Herden, der den Cultoursommer ursprünglich als Angebot in der Spielpause der halleschen Bühnen konzipiert hatte.

Künftig will sich Ulf Herden verstärkt anderen Projekten zuwenden - so steht aktuell das 17. internationale Festival „Women in Jazz“ an, das am 29. April in Merseburg startet und am 9. Mai dann auch in Halle beginnt. Der Ticketverkauf zum Festival läuft bereits.