Maritim-Hotel ist nun Flüchtlingsheim

Maritim-Hotel ist nun Flüchtlingsheim: In Halle wird eine Außenstelle der Zast Halberstadt eingerichtet

Halle (Saale) - Der erste Flüchtlingsbus rollte 13.15 Uhr vor: Das hallesche Maritim-Hotel ist seit Donnerstag offizielle Außenstelle der Zentralen Aufnahmestelle für Flüchtlinge (Zast) in Halberstadt. Rund 150 Menschen, größtenteils aus Syrien, wurden von Polizeiautos zu dem Hotel am Riebeckplatz eskortiert. Sie sind die ersten Ankömmlinge, die in der neuen Flüchtlingsunterkunft in Halle einziehen. 500 weitere Asylbewerber werden nach Polizeiangaben noch im ehemaligen Maritim ...

Von Jan Schumann 01.10.2015, 16:10

Der erste Flüchtlingsbus rollte 13.15 Uhr vor: Das hallesche Maritim-Hotel ist seit Donnerstag offizielle Außenstelle der Zentralen Aufnahmestelle für Flüchtlinge (Zast) in Halberstadt. Rund 150 Menschen, größtenteils aus Syrien, wurden von Polizeiautos zu dem Hotel am Riebeckplatz eskortiert. Sie sind die ersten Ankömmlinge, die in der neuen Flüchtlingsunterkunft in Halle einziehen. 500 weitere Asylbewerber werden nach Polizeiangaben noch im ehemaligen Maritim erwartet.

Die derzeit größte Flüchtlingsunterkunft in Halle wird von den Maltesern betrieben. Sie soll Entlastung für die überfüllte Zast in Halberstadt bringen. Vor der Ankunft der Flüchtlinge wurden die ehemaligen Hotelzimmer mit zusätzlichen Feldbetten ausgerüstet. Das berichteten Mitarbeiter gegenüber der MZ. Insgesamt sollen im Maritim in Zukunft durchgehend 740 Flüchtlinge untergebracht werden, heißt es von Seiten der Landesregierung. Der Vertrag zwischen Hotelgesellschaft und dem Land ist auf drei Jahre datiert.

Zukunft die Mitarbeiter des Hotels unklar

Unklar blieb, welche Zukunft die Mitarbeiter des Hotels erwartet, dessen Betrieb seit Donnerstag ruht. Bei einer emotionalen Betriebsratsversammlung vor wenigen Tagen hatte die Geschäftsleitung den 17 Auszubildenden zugesichert, keine Kündigungen auszusprechen. Für die Azubis stehe seit dem die Fortsetzung der Ausbildungen an anderen Maritim-Standorten im Raum.

Für das restliche Hotelpersonal, rund 60 Mitarbeiter, steht die Zukunft seit der Vertragsunterzeichnung zwischen Hotelchefs und Land indes in den Sternen. Betriebsratsleiter Andreas Lehmann hatte bei der Aussprache mit der Geschäftsleitung darauf hingewiesen, dass bei mehr als 40 Mitarbeitern eine siebenmonatige Kündigungsfrist eingehalten werden müsse. Halles Oberbürgermeister Bernd Wiegand (parteilos) hatte den Mitarbeitern vergangene Woche in Aussicht gestellt, dass geprüft werde, ob sie innerhalb der Verwaltung und der kommunalen Betriebe vermittelt werden können. "Wie vereinbart hat der Betriebsrat eine Liste der Mitarbeiter übersandt, die in enger Abstimmung mit der Arbeitsagentur und dem Konzern Stadt unterstützt werden wollen. Die Profile der Mitarbeiter werden derzeit ausgewertet. Anschließend wird der Betriebsrat über den aktuellen Stand informiert", so Stadtsprecher Drago Bock. (mz)