Lieber auf Station als im Büro

Lieber auf Station als im Büro: Warum Hallenserinnen ihre Arbeit im Altenheim in Halle-Neustadt schätzen

Halle (Saale) - Wenn das hohe Alter das Wohnen in den eigenen vier Wänden zum Problem werden lässt, dann stellt sich in vielen Familien die Frage, wie mit den Angehörigen weiter umzugehen ist. Vielen fehlt im Alltag schlicht- weg die Zeit, sich um die alternde Verwandtschaft zu ...

Von Robert prellwitz 11.08.2019, 14:00

Wenn das hohe Alter das Wohnen in den eigenen vier Wänden zum Problem werden lässt, dann stellt sich in vielen Familien die Frage, wie mit den Angehörigen weiter umzugehen ist. Vielen fehlt im Alltag schlicht- weg die Zeit, sich um die alternde Verwandtschaft zu kümmern.

Ausbildung im DRK-Altenpflegeheim „Käthe Kollwitz“ in Halle-Neustadt

Zum Glück gibt es Menschen wie die 23-jährige Lisa Tauber und Juliana Reuthe, 25 Jahre, die sich dieser Aufgabe annehmen. Die beiden Frauen haben vergangene Woche ihre dreijährige Ausbildung zur Altenpflegerin abgeschlossen und kümmern sich seitdem im DRK-Altenpflegeheim „Käthe Kollwitz“ in Halle-Neustadt um alternde Menschen. Die beiden können allen Grund zur Freude haben. Am Ende gehörten Lisa Tauber und Juliana Reuther zu zwei von drei Auserwählten, die das DRK-Altenpflegeheim nach der Ausbildung übernommen hat. Während der Ausbildung absolvierten die beiden mehrere Stationen.

Dabei haben sie auch erfahren, dass die Arbeit in der Altenpflege oft nicht leicht ist. „Das ist ein knallharter Beruf, der sehr viel Zeit und Kraft erfordert“, so Kerstin Fuhrmann, die Pflegedienstleiterin des Altenpflegeheims. Wie entscheidet man sich also für so einen intensiven Beruf? Juliana Reuthe begann zunächst eine Ausbildung zur Bürokauffrau in einem Krankenhaus. „Dort habe ich bemerkt, dass ich lieber auf der Station bin als im Büro“, sagt die frisch ausgebildete Altenpflegerin. In einem Krankenhaus wollte sie aber nicht bleiben. „Dort hat man ständig mit neuen Patienten zu tun. In der Altenpflege kümmere ich mich für längere Zeit um die gleichen Personen. Das finde ich erfüllender“, erklärt Juliana Reuthe.

Das Beste an ihrer Arbeit aber seien die Menschen

Bei Lisa Tauber war das Altenpflegeheim zunächst nur eine Übergangslösung. „Ich habe zuerst eine Ausbildung zur Ergotherapeutin gemacht und im Anschluss ein Jahr lang als Helferin im Altenpflegeheim „Käthe Kollwitz“ gearbeitet. In der Zeit ist mir aufgefallen, dass mir der Beruf sehr liegt“, erzählt Lisa Tauber. Der Beruf hat viele positive Seiten. „Es ist sehr abwechslungsreich, und jeden Tag passiert etwas Neues “, so Tauber. Das Beste an ihrer Arbeit aber seien die Menschen. „Die Bewohner geben uns wirklich viel zurück. Das motiviert uns natürlich“, erzählt die 23-Jährige.

Neben den vielen positiven Aspekten gibt es aber auch schwierige Momente im Arbeitsalltag, mit denen die jungen Altenpflegerinnen aber umzugehen wissen. „Es gibt natürlich viele schwere Momente, aber diese lassen sich durch das kollegiale Verhältnis hier kompensieren. Ich kann mit jedem über alles reden, und das fängt einen auf“, erklärt Juliana Reuthe. Jungen Menschen, die an dem Beruf der Altenpflege interessiert sind, empfiehlt Kerstin Fuhrmann zunächst ein Praktikum. „Man sollte vorher erst einmal testen, ob einem der Beruf liegt. Dafür eignet sich ein Praktikum bestens. Wir selbst bieten auch Praktikumsplätze an“, so die Pflegedienstleiterin.

Nachwuchs im Altenheim: Konkrete Pläne für die Zukunft 

Von ihren Neulingen ist Kerstin Fuhrmann sichtlich begeistert. „Wir sind sehr zufrieden mit unseren Neuzugängen und freuen uns, dass sie sich so gut integriert haben“, erzählt Kerstin Fuhrmann. Auch Lisa Tauber und Juliana Reuthe freuen sich über ihre Anstellung. „Wir sind sehr froh, hier zu sein. Aber wir müssen noch einiges lernen, denn das Lernen fängt ja bekanntlich erst nach der Ausbildung an“, erklärt Reuthe und lacht.

Für die Zukunft haben die beiden schon konkrete Pläne. „Ich möchte die nächsten Jahre gerne im Altenpflegeheim „Käthe Kollwitz“ arbeiten, um mich erst einmal zu festigen“, erklärt Juliana Reuthe. „Und natürlich wollen wir uns hier weiterentwickeln, noch mehr lernen“, fügt Lisa Tauber noch hinzu. (mz)