Ärger um Mietvertrag LaBim in Halle (Saale): Halles Kult-Club schließt

Halle (Saale) - Lange hat der Verein Plan3 gekämpft und Unterschriften gesammelt. Vergeblich: Das LaBim schließt. „Wir geben den Standort zum 31. Dezember auf“, sagt Vereinschef Christian Schunke. Warum? „Es gibt einfach zu viele Menschen mit großen Koffern voll Geld“, sagt Schunke.
Wandel im Charlottenviertel in Halle (Saale): Investoren aus Leipzig kauften Grundstücke rund um das LaBim
Das ist seine Kurzfassung des Wandels, der im Charlottenviertel vor sich geht. Investoren kaufen Grundstücke auf, um neuen Wohnraum zu schaffen. Die Stadtbau AG aus Leipzig hat zum Beispiel für mehrere Millionen Euro sieben Grundstücke rund um das LaBim erstanden.
Nun wolle die Erbengemeinschaft, der das Grundstück gehört, auf dem das LaBim steht, auch verkaufen. Der Verein Plan3 ist zwar selbst in der Erbengemeinschaft, hat aber nur einen Erbteil von 20 Prozent.
Streit um Kultclub in Halle (Saale): Erbengemeinschaft zweifelt Mietvertrag des LaBims in Halle an
Auf einer Versammlung Anfang Juni sei der unbefristete Mietvertrag des Plan3 in Zweifel gezogen worden. Ein klares Zeichen an den Verein, der ursprünglich nach und nach die Anteile der anderen Erben auslösen wollte. „Wir können nicht in einen langen Anwaltskrieg ziehen und sehen langfristig keine gesicherte Perspektive“, so Schunke.
Ohnehin habe die Erbgemeinschaft schon länger Druck gemacht, das Grundstück zu verkaufen. Man habe sich deshalb entschieden, zu gehen. Bis Silvester laufen alle Vereinstätigkeiten weiter wie gehabt, „und am letzten Tag schmeißen wir eine große Party“, sagt Schunke.
LaBim in Halle (Saale) schließt: Verein Plan3 sucht neue Räumlichkeiten
Zurzeit suchen die Mitglieder nach einem neuen Ort für Kino, Kickerraum, Veranstaltungen und Ateliers. Sie wollen den Verein erhalten und möglichst alle Angebote an einem anderen Standort weiterführen.
„Wir brauchen etwa 600 Quadratmeter, am besten wieder in der Innenstadt“, so der Vereinschef. Die Stadt unterstützt die Suche und habe schon verschiedene Gebäude vorgeschlagen, so Schunke: Darunter die Theatrale, das alte Künstlerhaus „188“ im Böllberger Weg und ein Gebäude des Verkehrsamts in der Freiimfelder Straße. (mz)